Redaktion der pilger

Donnerstag, 25. Juni 2015

Für neue Aufgabe nicht nur sprachlich gut gerüstet

Kaum ein Jahr in Neustadt muss Pater Wilmer erneut Umzugskisten packen. Foto: Wittkampf

Dr. Heiner Wilmer über sein neues Amt als Generaloberer der Herz-Jesu-Priester

Der Leiter der Deutschen Ordensprovinz, Pater Dr. Heiner Wilmer SCJ, wurde am Pfingstmontag im ersten Wahlgang mit einer Zweidrittelmehrheit zum neuen Generaloberen der Kongregation der Herz-Jesu-Priester gewählt. Der 54-Jährige, der erst im August 2014 mit dem Provinzialat ins Neustadter Herz-Jesu-Klos­ter umgezogen war, muss nun erneut die Koffer packen, um sein neues Amt in Rom anzutreten. „der pilger“ sprach kurz vor seiner Abreise mit ihm über die Wahl und seine künftige Arbeit.

Herr Generaloberer – oder wie spricht man Sie jetzt an....
Sagen Sie bitte wie gewohnt Pater Wilmer.


Herr Pater Wilmer, kaum sind Sie vom Generalkapitel aus Rom wieder hier, müssen Sie gleich wieder zurück, um Ihr neues Amt als Generaloberer des Ordens der Herz-Jesu-Priester anzutreten. Ihnen bleibt ja kaum Zeit zum Kofferpacken. Warum diese Eile?
Gewählt wurde ja nicht nur der neue Generalobere, sondern auch die fünf Generalräte. Die bisherigen Mitglieder des Generalrates müssen nun wieder zurück in ihre Heimatprovinz. So geht auch mein Vorgänger wieder nach Portugal; er hat den Wunsch geäußert, nach einer kurzen Sabbat-Zeit als Missionar in Angola tätig sein zu dürfen, aber darüber entscheiden andere. Für die Übergabe bleiben zehn Tage. Danach beginnt sofort der Dienst von unserem neuen Team, damit kein Vakuum entsteht.

Sind Sie mit der Wahl der anderen Generalräte glücklich?
Ja, außerordentlich, besser könnte es nicht sein. Alle waren in ihren bisherigen Heimatprovinzen Venezuela, Kamerun, den USA und Polen schon mit Leitungsaufgaben innerhalb der Ordensgemeinschaft betraut.

Sie waren als Provinzial ja nur wenige Monate in Neustadt. Konnten Sie hier überhaupt schon Fuß fassen?
Schon lange vor meinem Umzug nach Neustadt hatte ich als Provinzial sehr intensive Bindungen hierher und war zu zahlreichen Besuchen hier. Besonders gute Beziehungen hatte ich in all den Jahren zu Bischof Wiesemann, zu Generalvikar Franz Jung, zum Personaldezernenten Josef Szuba und zum Leiter des Bildungsdezernats Christoph Kohl.
In meiner Neustadter Zeit, in der ich auch mehrfach und gerne in St. Marien dem Gottesdienst vorstehen konnte, habe ich Mensch und Landschaft liebgewonnen. Mit dem Fahrrad durchradelte ich die Weindörfer, mit meinen Gästen wanderte ich zum geschichts-trächtigen Hambacher Schloss, kurz, ich fühle mich in der Pfalz pudelwohl.

Wie geht es weiter mit Ihrer Nachfolgefrage für die deutsche Ordensprovinz?
Da muss zunächst eine Wahl stattfinden, die aber bisher noch nicht terminiert ist. Über Personen kann noch niemand spekulieren, ich auch nicht.

Für Ihre Mitbrüder in Deutschland kam Ihre Wahl nicht überraschend. Mal ehrlich: Für Sie auch nicht?
Ich habe vorher wohl schon den Gedanken gehabt: Es könnte sein, dass ich einer der Kandidaten bin. Immerhin war ich der Sprecher aller Provinziale in Europa und kenne von den 79 Teilnehmern des Generalkapitels 65 persönlich. Aber auch auf den anderen Kontinenten hatte man seine eigenen Favoriten. Zudem hat so ein Wahlgremium immer seine eigene Dynamik. Total überrascht hat mich aber, dass ich gleich im ersten Wahlgang eine so deutliche Mehrheit hatte.

Für Ihr neues Amt, mit dem Sie für 2200 Patres und Brüder in 40 Ländern zuständig sind, bringen Sie etliche Sprachkenntnisse mit. So beherrschen Sie neben Deutsch und Latein auch perfekt Englisch und Französisch. Können Sie auch Suaheli?
In Suaheli, wie auch in weiteren fünf für unsere Niederlassungen in Afrika wichtigen örtlichen Sprachen kann ich jeweils nur ein paar Brocken, die über das Begrüßen kaum hinausgehen. Aber in all diesen Ländern ist der Gebrauch mindestens einer der „Welt“-Sprachen üblich, so dass ich da kein Problem sehe. Lassen wir mal das Latein beiseite, das war eher im Studium angesagt, spreche ich tatsächlich Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Ich werde – neben der Arbeit, die in Rom auf mich wartet, im Juli und August noch einen Intensiv-Kurs in Italienisch absolvieren, damit ich vor allem im Abfassen von Dokumenten eine noch bessere Schriftsprache verwende. Im Generalrat sprechen wir untereinander Englisch und Italienisch.

Wäre Portugiesisch nicht hilfreich im Hinblick auf Ihre brasilianischen Niederlassungen?
Wenn sich Brasilianer unterhalten, kann ich das zu 80 Prozent verstehen. Dies in Verbindung mit meinen Spanisch-Kenntnissen dürfte erst mal ausreichen, um in Südamerika klarzukommen.

Was, denken Sie, erwartet der Orden jetzt von Ihnen, und was erwarten Sie selbst von Ihrem neuen Amt?

Der Orden hat weltweit glücklicherweise keinen Mitgliederschwund. In Europa sinkt die Zahl der Mitbrüder, dagegen wachsen Afrika, Asien und Lateinamerika. Dass dies einhergeht mit internationaler Durchmischung, finde ich gut. Die „globalisierte Lebensform“ voranzubringen, ist sicher auch eine Erwartung des Ordens an mich.
Die Herausforderung für mich persönlich sehe ich so: Wie ist das Erbe unseres Ordensgründers, Pater Leo Dehon, aus der abendländisch geprägten Tradition hinüberzutransportieren in die weltweit unterschiedlichen Kulturen? Und: Wie gelingt das soziale Engagement in den fünf Kontinenten, wie erreichen wir dort die jeweiligen Randgruppen?

Mischt sich in Ihre Vorfreude auch so etwas wie Wehmut oder sogar ein bisschen „Bammel“?
Bammel hatte ich direkt nach meiner Wahl enorm. Aber als die anderen Mitglieder unseres Teams gewählt waren, legte sich das. Mit diesen Mitarbeitern sind die vor uns liegenden Aufgaben gut zu meistern.
Zum Begriff Wehmut brauche ich nur zu sagen, wieviel weiter weg meine Freunde und Verwandten jetzt sein werden. Da tröstet es auch nicht wirklich, dass ich derjenige im Generalrat bin, dessen Heimat geographisch von Rom aus noch am nächsten liegt. Schmerzlich ist auch, dass ich sämtliche für 2015 bisher festgesetzten Termine absagen musste. Dasselbe gilt aber auch für meine Mitstreiter, denn nur so können wir unserer Aufgabe in Rom gerecht werden.  

(Interview: Franz Wittkampf)

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