Donnerstag, 29. September 2016
Laos: Wo die Gelassenheit zu Hause ist
Kleine Dörfer entlang des Mekongs, die alte prunkvolle Königsstadt Luang Prabang, buddhistische Mönche beim morgendlichen Almosengang – das alles gehört zu Laos, einem der ursprünglichsten Länder Indochinas.
Auf meine Frage nach seinem Befinden antwortet Kanyasith: „Mir geht es gut, denn ich habe Schatten!“ Ganz entspannt sitzt der buddhistische Mönch mit einem Mitbruder unter einem Baum im Vat Pak Khan, einem der mehr als 30 noch bewohnten Klöster in Luang Prabang in Nordlaos. Kanyasith sieht man seine Zufriedenheit deutlich an. Ein ständiges Lächeln ist in seinem Gesicht. Seit 15 Jahren lebt der 27-Jährige im Kloster und beabsichtigt, auf unabsehbare Zeit dort zu bleiben. An seiner Seite sitzt der 15-jährige Khanti. Auch er ist Mönch und seit drei Jahren im Kloster. Khanti bedeutet „Motivation“. Die kann der Teenager wohl brauchen, denn im Gegensatz zu seinem älteren Mitbruder wirkt Khanti recht gelangweilt und etwas unruhig.
Viele laotische Familien pflegen die Tradition, mindestens einen Sohn für eine gewisse Zeit in ein Kloster zu schicken. Die jungen Männer erhalten dort eine religiöse Erziehung und üben sich in Askese und Meditation, bevor sie eine berufliche Ausbildung absolvieren und eine Familie gründen. In Luang Prabang, der ehemaligen laotischen Königsstadt, leben etwa 1 200 buddhistische Mönche und Novizen. Mit ihren orangefarbenen Gewändern prägen sie das Bild der 30 000-Einwohner-Stadt. Man begegnet ihnen auf Schritt und Tritt. Jeden Morgen versammeln sie sich um sechs Uhr in Luang Prabangs Hauptstraße, der Sakkarine Road, und nehmen schweigend Essensgaben von Gläubigen entgegen. Der Almosengang „dag bat“ gehört zu den wichtigsten Ritualen im Buddhismus. Die Einheimischen begegnen den Mönchen dabei mit gebührendem Respekt, der auch von Touristen erwartet wird.
Der Tag ist in den Klöstern eng strukturiert. Nach dem Aufstehen um fünf Uhr meditiert man zunächst gemeinsam im Tempel, bevor man die Almosen entgegennimmt. Sowohl am Vormittag als auch nachmittags sind mehrere Stunden dem Studium religiöser Schriften und dem Unterricht vorbehalten. Zwischendurch gibt es immer wieder Meditationszeiten. Daneben sind die Mönche natürlich auch für die anfallende Hausarbeit verantwortlich: Aufräumen, Putzen, Waschen, Spülen gehören selbstverständlich dazu. So sollen die jungen Männer Demut üben und für ihren späteren Alltag außerhalb des Klosters gerüstet sein. Aber es gibt auch Zeit für Entspannung. Kanyasith antwortet auf meine Frage, was er am Nachmittag zu tun habe, lächelnd: „Relaxing!“ Das Leben in den Klöstern verläuft seit vielen Jahrhunderten gleich – einerseits. Andererseits hat auch die moderne Technik in den Vats Einzug gehalten.
Lesen Sie den ausführlichen Artikel zu „Wo die Gelassenheit zu Hause ist“ in der Ausgabe des Pilger-Magazins Oktober 2016.








































