Redaktion der pilger

Donnerstag, 13. Dezember 2018

Auf einmal eine große Gelassenheit gespürt

Theresia Ludwig vor ihrem neuen Zuhause, dem Kloster St. Magdalena. Foto: Kraus

Theresia Ludwig möchte Ordensschwester werden – Zurzeit lernt sie als Postulantin das Klosterleben kennen

„Mein Name ist Theresia Ludwig, ich möchte wahrscheinlich bei Ihnen eintreten“. Einen solchen Anruf bekommt Schwester Waltraud Langhans die Generalpriorin des Kloster St. Magdalena nicht oft. Umso mehr freut sie sich, dass sich die junge Frau tatsächlich seit Anfang September auf ein Leben als Nonne vorbereitet.

„Noch stehe ich ganz am Anfang. Als Postulantin lerne ich das Leben im Kloster kennen“, sagt die 30-jährige. Dass sie einmal Nonne werden würde, hatte sie ursprünglich gar nicht so geplant. „Ich bin schon lange auf dem Weg des Glaubens, hab mich in der Kirche und der Jugendarbeit engagiert. Aber ich hatte immer gedacht, ich würde einmal heiraten und eine Familie gründen“, sagt Theresia Ludwig und lacht

. Geboren ist sie in Schweinfurt, später dann mit den Eltern nach Waghäusel gezogen. Nach dem Abitur hat sie Grundschullehramt studiert. Um ihren 27. Geburtstag herum habe sie auf einem Gebetsabend in Altötting, bei dem es um das Thema Berufung ging, plötzlich in sich eine Klarheit gehabt, wie sie es ausdrückt. „Ich habe auf einmal eine große Gelassenheit gespürt, ich wusste, ich möchte Nonne werden“, blickt sie zurück.

Zunächst hat sie das aber niemandem gesagt und erst einmal ihre Ausbildung zur Grundschullehrerin beendet. In der folgenden Zeit sei ihr alles aufgezeigt worden, sie habe alle Vor- und Nachteile verschiedener Lebenssituation im Freundes- und Bekanntenkreis aufgezeigt bekommen und viel darüber nachgedacht. Vor einem Jahr hat sie sich dann entschlossen daran gemacht, eine „Pro und Contra Liste“ aufzustellen. „Wenn man gläubig ist, heißt das schließlich nicht, dass man den Kopf ausschalten muss“, sagt sie. Und plötzlich war diese Klarheit, Freude und damit auch letztlich eine Freiheit wieder da.

Sie hat ihre Eltern und Geschwister eingeweiht. „Für sie war es schon ein kleiner Schock, aber sie haben mich von Anfang an unterstützt“. Zu diesem Zeitpunkt fiel ihr auch wieder das Kloster St. Magdalena in Speyer ein. Während des Studiums war sie dort öfters zu Lobpreis-Gottesdiensten oder bei der Heiligen Messe am Morgen zu Besuch. Und sie hat mitbekommen, wie die Klosterschule eröffnet wurde. „Ich dachte damals schon: An dieser Schule möchte ich einmal unterrichten“, erzählt sie. Allerdings ursprünglich als externe Lehrkraft, nicht als Klosterschwester. Lehrerin wollte sie auf alle Fälle sein, auch das sei eine Berufung.

Nun lernt sie also den Alltag im Kloster kennen und erzählt davon: „Morgens um 5.55 Uhr beten wir die Laudes, danach um 6.30 wird Heilige Messe gefeiert. Dann beginnt der Alltag“. Dazu gehört auch Unterricht bei Schwester Luz Elena, ihrer Novizenmeisterin. In der Schule hilft sie vorerst bei Projekten. Jeder habe so seine Aufgaben. „Man betet nicht den ganzen Tag“, sagt sie und lacht wieder. Aber eben doch immer wieder: Im Laufe des Tage nehme sie sich eine halbe Stunde Zeit für die Anbetung, um 17.30 werde Rosenkranz gebetet und um 18 Uhr die Vesper gefeiert und die Komplet nach dem Abendessen.

Eine Umstellung sei das Leben im Kloster schon. Vorerst habe sie ihr Handy abgelegt. Ein Gehalt bekomme sie nicht, aber alles, was sie brauche. „Anfangs hatte ich schon Respekt davor, dass ich nicht mehr alles selbst entscheiden kann. Aber man gibt ja sein Gehirn nicht ab an der Klosterpforte, ich fühle mich nicht in etwas hineingepresst und Entscheidung werden gemeinsam getroffen.“ Die Gemeinschaft mit den Schwestern, zu der auch einige junge Frauen aus Brasilien und Peru gehören, gefällt ihr gut.

Nun freut sie sich auf ihre Einkleidung zur Novizin im Frühjahr. Dann wird sie statt schwarzem Rock und weißem Oberteil eine das weiße Schwesternhabit und einen weißen Schleier tragen. Nach zwei weiteren Jahren wird mit der Profess auf Zeit weiße gegen den schwarzen Schleier getauscht. Drei weitere Jahre später wird Theresia Ludwig, wenn alles so läuft, wie es zurzeit geplant ist, die ewige Profess ablegen. (red)

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