Redaktion der pilger

Donnerstag, 03. März 2022

Hunger schürt Konflikte

Seit Monaten kein Regen: Schon im vergangenen Oktober war dieses Wasserloch in der kenianischen Provinz Kilifi fast ausgetrocknet. :Foto: imago images/ZUMA Wire)

Schlimmste Dürre in Ostafrika seit 40 Jahren

Experten befürchten, dass die Dürre die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas auf Jahre ausbremsen kann.

Vertrocknete Kuhkadaver, verdorrte Felder: Das Horn von Afrika erlebt die schlimmste Trockenperiode seit über 40 Jahren. Mehr als 13 Millionen Menschen seien von Hunger betroffen, warnte jüngst das Welternährungsprogramm.

„Während der letzten Dürre überlebten wir von Tag zu Tag, aber diese hier ist schlimmer als je zuvor“, sagt Omar, ein Familienvater im Süden Somalias. Für seine Kinder bleibe nur noch eine Mahlzeit am Tag. Die Organisation Save The Children fürchtet, dass sich am Horn von Afrika eine tragische Geschichte wiederholen könnte: Bereits vor zehn Jahren starben nach einer Dürre mehr als eine Viertelmillion Menschen.

Im Nachbarland Kenia ist die Lage kaum besser. Hier sind knapp drei Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Während Hirten ihrem Vieh beim Sterben zusehen, werden Lebensmittelvorräte knapp: Auf einigen Märkten kostet Getreide das Fünffache des normalen Preises.

Das Hilfswerk Misereor unterstützt unter anderem die Diözese Marsabit im Norden Kenias und lässt dort Nahrungsmittelgutscheine verteilen. Außerdem versorgt das Bistum die Menschen mit Trinkwasser und Heu für die Tiere und ermöglicht tierärztliche Behandlungen. „Es ist wichtig, dass die Menschen ihr Vieh nicht verlieren. Es ist ihre Lebensgrundlage und ihre Chance, sich nach der Dürre wirtschaftlich wieder zu erholen“, sagt Katharina Götte, Misereor-Länderreferentin für Kenia.

Blutige Kämpfe zwischen Farmern und Hirten
Auch in der Hauptstadt Nairobi ist man alarmiert. „Hunger erhöht die Konkurrenz um die begrenzten Ressourcen. Das führt oft unweigerlich zu Konflikten um Wasser, Weideland und selbst Lebensmittelrationen, die von Regierung und Hilfsorganisationen verteilt werden“, sagt der Konfliktforscher Hannan Khannenje. Bereits 2021, in den ersten Dürrewochen, brachen im Norden Kenias blutige Scharmützel aus. Viehhalter attackierten Farmer, unterschiedliche ethnische Gruppen bekämpften einander.

Auch Ostafrikas Langzeitentwicklung leidet unter dem Nahrungsmangel. „Hunger hemmt die lokale Produktivität der Bürger und schränkt somit das Wirtschaftswachstum am Horn von Afrika ein. Außerdem führt es dazu, dass Regierungen wichtige Gelder für Lebensmittelhilfe ausgeben, die eigentlich in Gesundheit, Infrastruktur und Arbeitsplatzschaffung fließen sollten“, sagt Khannenje.

Eine Entspannung ist laut Experten nicht in Sicht. Entscheidend ist die bevorstehende Regensaison – doch die ist für ihre Unberechenbarkeit berüchtigt. (kna/vbp)

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