Redaktion der pilger

Mittwoch, 17. August 2022

Fitness-Übungen für den Glauben

Die Frohe Botschaft kann Türöffner sein zum Glauben. Jesus heißt jeden willkommen, der sich zu ihm bekennen möchte. (Foto: H.D.Volz@adobestock.com)

Die Beziehung zu Jesus muss ständig gepflegt werden

Bei manchen Bibeltexten drängt sich förmlich die Frage auf: Was möchte die Perikope uns sagen? Was meint Jesus? Wie lautet seine Frohe Botschaft für uns? So kann es uns auch bei den Zeilen des heutigen Bibelabschnitts aus dem Lukasevangelium ergehen, die im ersten Moment erschreckend klingen und beängstigend auf uns wirken können. Vielleicht erging es Ihnen auch so. Ein tieferer Blick in den Text hilft meistens weiter – so auch heute.

Wir lesen einen Teil des lukanischen Reiseberichts, der den Weg Jesu von verschiedenen Stationen in Galiläa bis nach Jerusalem beschreibt. Die Handlungen und Begegnungen Jesu sind auf das große Ziel hin ausgelegt – seinen Tod und seine Auferstehung und dadurch die Erlösung für uns Menschen.

Heute trifft Jesus auf einen Mann, der ihn fragt: „Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?“ (Lk 13,23). Jesus gibt auf die Frage keine direkte Antwort, sondern er beschreibt bildlich, wie es gelingen kann, dass der Einzelne gerettet wird. Das Bild der Tür rückt dabei in den Fokus.

Damals in Jerusalem gab es in der Stadtmauer neben den Eingangstoren kleine Pforten, die für Fremde unbekannt waren. Durch diese Pforten konnte man in die Stadt gelangen, auch wenn das Stadttor geschlossen war, vorausgesetzt man war dem Türwächter bekannt.

Ein eindrückliches Bild, dass sowohl für die Menschen damals als auch für uns heute gut verständliche ist. Ich lasse hinein – beispielsweise in mein Haus – wer mir bekannt ist. Jesus sagt also mit seiner Antwort, dass es darauf ankommt, dass er die Menschen kennt – dass wir uns gegenseitig bekannt sind.

So heißt es an einer anderen Stelle in der Bibel, im Johannesevangelium Kapitel 10 Vers 14: „Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.“ Wie können wir Menschen bei Jesus bekannt sein?

Jesus kennt mich zum Beispiel, wenn ich regelmäßig den Gottesdienst besuche oder am Gemeindeleben meiner Pfarrgemeinde teilnehme, wenn ich im Gebet mit ihm spreche oder mit anderen über meinen Glauben ins Gespräch komme. Doch nur das wäre zu kurz gedacht. Dann könnte man sagen, Jesus kennt mich vom Sehen.

 Jemanden wirklich kennen, das geht tiefer. Das heißt in das Herz des anderen zu schauen, seine Haltung und Handlungsweisen offen zu legen. Jesu Wirken im eigenen Leben Raum zu geben und nach seinem Vorbild zu handeln. So kann Jesus uns Menschen ganz durchdringen, und wir sind ergriffen von Gott. Dieser Weg der Nachfolge ist ein langer Weg. Die Beziehung zu Jesus muss immer wieder gepflegt werden.

Die heutige Frohe Botschaft will für uns ein Türöffner sein – ein Mutmacher – und uns immer wieder motivieren, ein Leben aus dem Glauben heraus zu führen. Das kann mal mehr oder weniger gut gelingen, wichtig ist, dass wir uns immer wieder hinterfragen und gegebenenfalls einen neuen Kurs einschlagen.

Dazu schlage ich Ihnen, inspiriert von dem abschließenden Satz der heutigen Bibelstelle: „Die Letzten werden die Ersten sein“, für die kommende Woche ein Glaubens-Fitness-Programm vor: Starten Sie in den Tag mit einem kleinen Gebet, gefolgt von einem Workout, das verstärkt Ihre Mitmenschen in den Blick nimmt. Wer braucht meine Hilfe? Für wen kann ich mich einsetzen? Was würde Jesus in diesem Fall tun? Mit dem Cool-Down nehmen Sie sich selbst in den Blick. Wie geht es mir? Was brauche ich? Was tut mir gut? Diese Zeit ist besonders wichtig. Am Ende des Tages machen Sie sich noch einmal im Gebet ganz bewusst: Gott ist da!

Das Glaubens-Fitness-Programm funktioniert gut alleine oder mit anderen zusammen. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie nicht gleich das höchste Fitnesslevel erreichen.

Ob als Erster oder als Letzter – es zählt das Anfangen und das Durchhalten! (Marina.Mathias)

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