Redaktion der pilger

Mittwoch, 23. Oktober 2013

„Kunstwerk erschreckt und fasziniert“

Die Pietà, die ab dem 1. November in der Wallfahrtskirche von Maria Rosenberg zu sehen ist, beeindruckt durch ihren außergewöhnlichen Charakter. Foto: zg

Verbrannte Pietà in Maria Rosenberg zu sehen – Umfangreiches Rahmenprogramm

Das Gesicht der Muttergottes – verbrannt. Der Leib des am Kreuz gestorbenen Jesus – von Ruß überzogen. Doch beide Figuren strahlen einen beinahe unwirklichen Glanz aus. Es ist eine ungewöhnliche Pietà, die im November in der Wallfahrtskirche Maria Rosenberg bei Waldfischbach-Burg­alben in der Südwestpfalz zu sehen sein wird. Geschaffen hat dieses außergewöhnliche Werk der Aachener Theologe und Künstler Stefan W. Knor.

Der entdeckte 2009 auf dem Dachboden der Münchner Paulskirche das 1904 geschaffene Bildnis des gestorbenen Jesus in den Armen seiner Mutter. Das war dorthin verbannt worden, nachdem in den 1980er Jahren ein Opferlicht die Leinwand in Brand gesteckt hatte, die bis dahin das Kunstwerk überzog. Knor erhielt den durch den Brand entstandenen Zustand dieser Pietà, den er durch den partiellen Auftrag von Blattgold weiter akzentuierte.
„Ein Kunstwerk, das gleichzeitig erschreckt und fasziniert“, betonte Pfarrer Volker Sehy, der Leiter des geistlichen Zentrums Maria Rosenberg, am Dienstagvormittag bei der Vorstellung des Projekts, das in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) des Bistums Speyer umgesetzt wird. Sehy hatte im Exerzitienhaus St. Thomas in der Eifel, dem „Mutterhaus“ des Kunstwerks, diese Pietà erstmals gesehen – und war von ihr zutiefst beeindruckt: „Dieses Bildnis macht den Schrecken der Szenerie – eine Mutter beweint ihren toten Sohn – besonders deutlich.“ Dennoch strahle die überlebensgroße Pietà eine große Würde aus. „Eine besondere Würde, die insbesondere Menschen haben, die leiden“, so Sehy. Durch das Wissen um die Auferstehung Jesu nur einige Tage später spende die Szenerie aber auch Trost und Geborgenheit. „Die Erbärmlichkeit dieser Figuren vermittelt das Erbarmen Gottes“, fasst er zusammen.
„Getragen im Leid“ heißt daher auch das Pietà-Projekt von Stefan W. Knor. Die Installation, die durch eine besondere Lichtgestaltung eine zusätzliche Wirkung entfaltet, war bereits in mehreren Kirchen im In- und Ausland zu sehen, unter anderem auch im Salzburger Dom und zuletzt in der Krypta der Kathedrale von Canterbury – mit einer großen Resonanz. Das Kunstwerk spricht offensichtlich viele Menschen an, gerade solche, die Leiderfahrungen machen oder gemacht haben.
Im Wallfahrtsort Maria Rosenberg ist die Pietà ab Allerheiligen, 1. November, in der Wallfahrtskirche zu sehen, aufgebaut ist sie direkt vor dem Altar. Die Kirche ist täglich von 7 Uhr bis 20 Uhr (mittwochs bis 20.30 Uhr) geöffnet und bietet somit ausreichend Zeit zur inneren Einkehr und Meditation. Vor dem Bildnis können Kerzen aufgestellt und Gebetsanliegen aufgeschrieben werden. Auch die Gottesdienste, die im November in der Wallfahrtskirche gefeiert werden, stehen ganz im Zeichen dieser Pietà. Jeweils mittwochs, 20 Uhr, findet eine Abendmeditation statt.
Eröffnet wird das Pietà-Projekt „Getragen im Leid“ am 1. November, 15 Uhr, im Rahmen der Allerheiligenvesper. Der Künstler wird dabei in sein Projekt einführen. Bei der Allerseelenmesse am Samstag, 2. November, 9.30 Uhr, predigt Pfarrer Volker Sehy über das Kunstwerk. Am Sonntag, 10. November, 16 Uhr, referiert Stefan W. Knör über die Entstehungsgeschichte der Pietàs, die seit dem zwölften Jahrhundert belegt sind. Um 19 Uhr findet ein meditatives Geistliches Konzert in der Wallfahrtskirche statt, mit Christian Brembeck (München) an der Orgel. Die Texte liest Gertrud Fickinger von der KEB.
 Am Sonntag, 16. November, 16 Uhr, wird das Thema „Getragen im Leid“ tänzerisch umgesetzt. Um 18.30 Uhr dreht sich die monatliche Rosenberger Jugendvesper ebenfalls um die Pietà. Die regelmäßige Feierabendmesse am Donnerstag, 21. November, 19 Uhr, wird von der Gnadenkapelle in die Wallfahrtskirche verlegt. Mit einem Familientag am Sonntag, 24. November, ab 11 Uhr, endet das Pietà-Projekt. Für einige dieser Veranstaltungen sind Anmeldungen erforderlich.
Der Künstler ist von 31. Oktober bis 11. November im Wallfahrtsort Maria Rosenberg anwesend. Führungen mit ihm oder anschließend mit Pfarrer Volker Sehy können über das Geistliche Zentrum, Telefon 06333/923-200, vereinbart werden. (red) 

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