Redaktion der pilger

Samstag, 17. März 2018

Das Bistum Speyer trauert mit

Bischof Jean Damascène Bimenyimana, der Bischof des Speyerer Partnerbistums Cyangugu, starb nach schwerer Krankheit. Foto: missio

Im Partnerbistum Cyangugu in Ruanda starb Bischof Jean Damascène Bimenyimana

Am 11. März ist Bischof Jean Damascène Bimenyimana, der Bischof des Speyerer Partnerbistums Cyangugu in Ruanda, verstorben. Er wurde 1997 von Papst Johannes Paul II. zum zweiten Bischof des 1981 gegründeten Bistums Cyangugu ernannt. Sein bischöflicher Wahlspruch lautete: „In humilitate et caritate – In Demut und Liebe“. In seiner Amtszeit besuchte er mehrere Male das Bistum Speyer und empfing umgekehrt auch mehrfach Besuch von kirchlichen Repräsentanten und pfarrlichen Gruppen aus der Pfalz. „In den Begegnungen mit Bischof Bimenyimana wurde auf bewegende Weise spürbar, welche Bereicherung Kontakte in die Weltkirche bedeuten können. Auf der Grundlage von Offenheit, Solidarität und der Bereitschaft, am Leben des Gegenübers Anteil zu nehmen, konnte sich eine Partnerschaft entwickeln, in der wir vieles voneinander und miteinander lernen können“, äußerte sich Weihbischof Otto Georgens, Bischofsvikar für weltkirchliche Aufgaben, zum Tod von Bischof Jean Damascène Bimenyimana, der am Sonntag nach schwerer Krankheit im Alter von 65 Jahren verstorben ist.

Die Partnerschaft zwischen den Bistümern Speyer und Cyangugu ist aus der 1982 begründeten Partnerschaft zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und Ruanda hervorgegangen. Am Anfang stand die Reise einer Speyerer Delegation ins neue Partnerland Ruanda. Bischof Dr. Anton Schlembach sagte zum Start der Partnerschaft im Jahr 1984: „Es soll eine Partnerschaft, keine Patenschaft angestrebt werden. Sie soll in einem wechselseitigen Geben und Nehmen bestehen.“ Dieses Ziel wurde in den vergangenen Jahrzehnten in vielen Kontakten und Projekten immer mehr verwirklicht. Dabei ging es um praktische Hilfe, wie zum Beispiel beim Bau eines Kleinen Seminars in Cynagugu oder nach dem großen Erdbeben im Jahr 2008. Entscheidender jedoch waren die menschlichen Begegnungen, die vor allem zwischen den Pfarreien Kaiserslautern (St. Martin), Erfenbach und Waldsee zu ihren ruandischen Partnerpfarreien geknüpft wurden.

Auch zwischen Schulen, Ordensgemeinschaften und anderen Einrichtungen sind so im Lauf der Jahre Verbindungen gewachsen, die häufig in konkrete Projekte einmündeten. So bezieht das Bistum Speyer seit dem Jahr 2012 qualitativ hochwertigen und fair gehandelten Kaffee aus Kaffeeplantagen aus dem Südwesten Ruandas, die in einer kleinen Kaffeemanufaktur in Landau geröstet werden. Ein Freiwilligenprogramm bietet seit 2014 Jugendlichen aus Deutschland die Möglichkeit, einen Freiwilligendienst im Südwesten Ruandas zu leisten. Aktuell setzt sich das Bistum Speyer dafür ein, dass das Krankenhaus in Mibilizi modernisiert wird.

Das Bistum Cyangugu liegt im Drei-Länder-Eck von Ruanda, der Demokratischen Republik Kongo und Burundi. Rund 700000 Menschen leben im Bereich der Diözese am Kivu-See, etwa 320000 davon sind Katholiken. Die übrigen gehören vorwiegend protestantischen Kirchen und Gemeinschaften an. Zudem gibt es eine muslimische Minderheit von fünf bis zehn Prozent.

Jean Damascène Bimenyimana wurde 1953 geboren. Seine Eltern waren Christen, der Großvater Katechet.  Am 6. Juni 1980 wurde er zum zum Priester geweiht. Nach vier Jahren als Kaplan wurde er zum Studium nach Rom geschickt und war anschließend Professor am Priesterseminar in Ruanda. Seit 1997 war er Bischof der Speyerer Partnerdiözese Cyangugu.

Die Erfahrungen des Genozids von 1994 haben sein Leben geprägt. Bis heute ist die Region am Kivu-See, in der seine Diözese liegt Schauplatz großer Spannungen und von Flüchtlingsbewegungen. In Sichtweite liegt die Kivu-Region der Demokratischen Republik Kongo, die immer wieder von Wellen der Gewalt heimgesucht wird, ebenso wie das benachbarte Burundi. Bischof Damascène musste 1994 selbst aus seiner Heimat fliehen – eine schwere Zeit folgte, auch eine prägende. Während seines Exils im Kongo, in Burundi, in Holland und in der Schweiz habe er Männer und Frauen kennengelernt, die voller Herzlichkeit und Güte gewesen seien, so dass er seine schrecklichen Erlebnisse verarbeiten konnte, erzählte er einmal bei einem Besuch in der Pfalz. Dies sei auch mit ein Grund gewesen, bei seiner Bischofsernennung als Leitwort „In Demut und Liebe“ zu wählen. „Ich wollte mein bischöfliches Amt wie Christus leben, der bescheiden war und sich klein gemacht hat, um uns retten zu können.“ Wenn er den Armen  nahe sei und denjenigen ohne Stimme, dann fühle er sich auch Chritus nahe“.

Daraus erwuchs unter anderem sein Engagement für die Flüchtlinge in seinem Bistum. Er setzte sich mit allen Kräften für ihre Anliegen ein. „Die Kirche muss ihnen zuhören, um ihre Probleme besser zu begreifen, und sie muss Fürsprecherin dieser Menschen gegenüber den Regierenden sein“, so die feste Überzeugung von Bischof  Jean Damascène Bimenyimana.

Zu seinem Bemühen um Versöhnung in seinem Land gehörte auch der Einsatz für ein Gebetszentrum zu Ehren der Königin des Friedens. „Wollen wir einen weiteren Genozid verhindern, so müssen wir auf die Königin des Friedens hören“, war er sicher.

Wenn Bischof Jean Damascène zum Beispiel in Kaiserslautern, Schifferstadt oder Speyer zu Gast war, dann wurde spürbar: Da ist kein Fremder zu Gast, sondern ein Freund und Bruder. (red)

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