Redaktion der pilger

Mittwoch, 25. August 2021

Den Dingen auf den Grund gehen

Andrea Treichel (Foto: Privat)

Eine Teilnehmerin von „Theologie im Fernkurs“ berichtet über viele „Aha-Erlebnisse“ – Infotag in Speyer

Den eigenen Glauben erforschen, die Kirche, den Ablauf der Gottesdienste und die Sprache besser verstehen – vornehmlich aus diesen Gründen hat Andrea Treichel den Grundkurs „Theologie im Fernkurs“ belegt, den die Domschule Würzburg anbietet. Einen Infotag zu diesem Kurs gibt es am 4. September im Priesterseminar in Speyer.

Andrea Treichel arbeitet seit zwölf Jahren als Pfarrsekretärin in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Landau, nebenher engagiert sie sich im Bibelkreis und beim Einlassdienst für Gottesdienste. „Jeden Tag habe ich mit Freud und Leid zu tun, das reinste Wechselbad manchmal“, erzählt sie schmunzelnd. Immerhin ist das Pfarrbüro die erste Anlaufstelle für Menschen, die Sorgen und Nöte haben. Aber auch mit Glaubensfragen werde sie häufig konfrontiert – und mit Kirchenaustritten. Bei manchen Diskussionen, bei kritischen Anmerkungen, habe sie gemerkt, dass ihr Antworten und Grundlagen für gutes Argumentieren fehlen. Solche Situationen, aber auch der Wunsch, ihre eigene Position zu finden und darzulegen, gaben den Anstoß, „der Sache auf den Grund zu gehen“.

„Wie hat sich das Kirchenrecht entwickelt, wie die Kirche, warum ist sie heute so wie sie ist, kann sie sich ändern?“ Fragen über Fragen seien ihr beim Nachdenken gekommen, so Treichel. Sie begann, nach Antworten zu suchen. Eines Tages entdeckte sie im „pilger“ eine Anzeige für den Fernkurs Theologie und den Einführungstag. Was sie über die Inhalte las, gefiel ihr. Sie telefonierte mit Dr. Alois Moos, Beauftragter der Diözese Speyer für den Fernkurs, der all ihre Fragen beantwortete. Sie entschied, den Grundkurs Theologie zu belegen. Das war im Herbst 2018.

Andrea Treichel bestellte die Studienhefte, die sie nun seit fast drei Jahren durchackert. Die Inhalte sind nicht nur leichte oder unterhaltende Lektüre sind. „Einige Absätze oder Passagen muss ich durchaus mehrfach lesen, um sie zu verstehen.“ Es werde einem nichts geschenkt, betont sie. Vor allem die Kirchensprache sei nicht einfach. Angeschafft hat sie sich aus diesem Grund ein Lexikon, das diese Fachbegriffe erklärt. Und auch die Bibel liegt während des Studiums stets bereit. „Die ist unbedingt notwendig.“ Dennoch blieben Fragen, sagt die Fernstudentin. Diese werden an den Präsenztagen, die Alois Moos alle vier Wochen anbietet, geklärt. Gemeinsam mit einer Landauer Studienkollegin nimmt sie regelmäßig daran teil. „Die sind jeweils samstags an unterschiedlichen Orten im Bistum“, so Treichel. Den Aufwand nehmen die beiden Frauen aber gern in Kauf, „denn diese Studiensamstage bringen wirklich unheimlich viel. Wie oft hatte ich da schon Aha-Erlebnisse.“ Auch die Diskussionen mit den anderen seien hilfreich und eröffneten neue Sichtweisen.

Rund 30 Teilnehmer kommen zu den Präsenztagen – mit teils unterschiedlichen Motiven, wie die Landauerin erzählt. Manche hätten nochmals eigene Arbeitsgruppen gebildet. Einer solchen hat sie sich nicht angeschlossen. Allerdings tauscht sie sich mit der Kommilitonin hin und wieder aus. „Das hilft generell, aber auch dann, wenn man mal einen Durchhänger hat.“ Treichel, die bereits ein komplettes Fernstudium absolviert hat, verhehlt nicht, dass es nicht immer einfach sei, dieses, Beruf, Familie und sonstige Verpflichtungen unter einen Hut zu bringen. „Meine Kinder aber sind erwachsen und mein Hund hat Verständnis“, meint die Pfarrsekretärin „mit fast voller Stelle“ lachend. „Auch weil ich mich gern weiterbilde und diesen Beruf ausübe, brenne ich für dieses Studium und finde daher immer wieder hinein.“

Den Abschluss mit Hausarbeit und mündlicher Prüfung will Andrea Treichel auf jeden Fall machen. Ob sie auch den Aufbaukurs belegen wird, weiß sie noch nicht. „Nein, beruflich verwenden, wie andere Mitstreiter, werde ich das Studium nicht“, meint sie. Und gerade macht sie sich wieder bewusst, dass einige Teilnehmer das Amt des Diakons anstreben – „was ja Frauen leider verwehrt ist“. Warum eigentlich? Ein weiterer Grund, sich intensiv damit auseinanderzusetzen. (Regina Wilhelm)

Der Infotag „Theologie im Fernkurs“ findet am Samstag, 4. September, 8.30 bis 16 Uhr, im Priesterseminar St. German, Speyer, statt. Anmeldung bei Dr. Alois Moos, Telefon 06232/102155 oder per E-Mail: personalfoerderung@bistum-speyer.de. Die Teilnahme ist kostenlos.Weitere Informationen
 

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