Redaktion der pilger

Mittwoch, 22. September 2021

Ein eloquenter Pfälzer

Thomas Schwartz wird neuer Leiter von Renovabis. (Foto: Schulz/Renovabis)

Pfarrer Thomas Schwartz ist neuer Geschäftsführer von Renovabis

Das Osteuropahilfswerk Renovabis bekommt erneut einen Hauptgeschäftsführer aus dem Bistum Augsburg. Doch eigentlich stammt Pfarrer Thomas Schwartz aus der Pfalz. 1964 wurde er in Landstuhl geboren. Sein leutseliges Gemüt hat er sich bis heute bewahrt.

Reden kann der Mann, gar kein Zweifel. Wenn Thomas Schwartz mal in Fahrt kommt, ist er in seinem Element. Und wer ihn hört, wie er höhere geistliche Würdenträger der katholischen Kirche imitiert, könnte sich ihn durchaus auf einer anderen Bühne als im Kirchenraum vorstellen. Die Pfarrei Mering bei Augsburg war in den vergangenen elf Jahren sein Betätigungsfeld. Am 1. Oktober wechselt er auf den Freisinger Domberg zum kleinsten der katholischen Hilfswerke – zu Renovabis.

Als Hauptgeschäftsführer der Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken für Mittel- und Osteuropa soll er künftig als Brückenbauer zwischen West und Ost agieren. Dass die Deutsche Bischofskonferenz mit dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken dieser Personalie zugestimmt hat, dafür ist der 57-Jährige dankbar. Beworben hat sich der gebürtige Pfälzer um den Job allerdings nicht: „Ich hätte gerne in der Pfarrei weiter gearbeitet, weil ich noch viele Projekt und Pläne hatte.“ Aber der Augsburger Bischof Bertram Meier hat ihn für die neue Aufgabe vorgeschlagen. Längst freut Schwartz sich auf diese und versichert, schon einige Ideen zu haben.

Schwartz ist im Studium gut herumgekommen. Münster, Augsburg und fünf Jahre Collegium Germanicum et Hungaricum in Rom haben dafür gesorgt, dass er weithin vernetzt ist. Einige Jahre war er Hochschulseelsorger an der Universität Augsburg, später dort Professor für Angewandte Ethik und seit 2014 Honorarprofessor für Wirtschafts- und Unternehmensethik.

Er sieht sich aber nicht als Einzelkämpfer, sondern weiß ein gutes Team mit erfahrenen Fachleuten an seiner Seite für die Zusammenarbeit mit den Partnern in Osteuropa.Plattformen für Verständigung schaffen, genau zuhören und nicht besserwisserisch auftreten, lautet sein Mantra. In einem kirchlichen Hilfswerk, das keiner politischen Agenda verpflichtet ist, sieht Schwartz beste Voraussetzungen für einen glaubwürdigen Dialog. Gerade weil die Kirche nicht immer ein bedeutender Faktor des öffentlichen Lebens in den Ländern Mittel- und Osteuropas sei, könne sie dort als unbeteiligte Vermittlerin bei Konflikten agieren.

Wenn ihm Zeit bleibt, spielt Schwartz Badminton, geht ins Kino oder in die Oper. Als Lektüre bevorzugt er soziologische und politik-theoretische Bücher – und schreibt auch begeistert welche. Mit dem Astrophysiker Harald Lesch hat er zuletzt „Unberechenbar. Das Leben ist mehr als eine Gleichung“ veröffentlicht. Vorträge und Bücher schreibt Schwartz mit der Hand. Kommt ihm bei Nacht ein Gedanke, steht er auf und notiert diesen in einem kleinen Büchlein. Einige davon stehen schon in seinen Regalen. Angesichts der Herausforderungen bei Renovabis werden es bestimmt bald noch mehr sein.

Vorgänger: Pfarrer Hartl
Auch für seinen Vorgänger, Pfarrer Christian Hartl beginnt ein neuer Abschnitt. Nach der regulären Amtszeit von fünf Jahren als Hauptgeschäftsführer des Osteuropa-Hilfwerks kehrt er in sein Heimatbistum Augsburg zurück. Dort wird er künftig als Bischöflicher Beauftragter für geistliches Leben in der Diozese tätig sein.
In einer persönlichen Bilanz blickte Pfarrer Hartl zurück auf seine Zeit als Leiter der Solidaritätsaktion. Sein Fazit: „Wenn es Renovabis nicht gäbe, müsste man es erfinden!“ Die vergangenen fünf Jahre hätten ihm gezeigt, wie wichtig Dialog und Partnerschaft in Europa, und darüber hinaus nach Osten seien. Dazu gehöre materielle Hilfe, aber „noch wichtiger ist die Pflege von Beziehungen auf Augenhöhe“.
In wenigen Tagen wird nun Pfarrer Schwartz die Amtsgeschäfte von Pfarrer Hartl übernehmen. Für ihn hat eine „Stab-
übergabe“ stets mit Bewegung, Transformation und Erneuerung zu tun. Er sehe es als seine wichtigste Aufgabe, Mitarbeitende, Partner, und „unsere Arbeit selbst, in ‚Aktion‘ zu halten: aufbauend auf Bewährtem aus der Vergangenheit, aber auch offen für Neues“.(kna/zg)

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