Redaktion der pilger

Mittwoch, 17. November 2021

Einfach gesünder - mit Tieren zusammen leben

Sie sind oft die besten Freunde des Menschen und beschützende Spielgefährten von Kindern. (Foto: Pixabay)

Verhaltensforscher plädiert für mehr Offenheit gegenüber Haustierhaltung

Nach Auffassung des österreichischen Verhaltensbiologen Kurt Kotrschal gibt es ein „Menschenrecht auf ein Zusammenleben mit Tieren“. Bei vielen Menschen bestehe beispielsweise das Bedürfnis, mit Hunden zu leben, sagte Kotrschal dem Evangelischen Pressedienst (epd). Es resultiere aus der 35 000-jährigen Geschichte des Zusammenseins von Mensch und Hund.

In der Corona-Zeit hätten sich viele Leute einen Hund angeschafft, was ihn nicht überrasche, sagte der Wissenschaftler: „Das gesamte Szenario Pandemie ist eine Situation, die wir als bedrohlich empfinden.“ Überlagert werde dies noch von der ökologischen Katastrophe, die zu einer starken Verunsicherung vor allem junger Leute führe. Die Menschen suchten daher Sicherheit, Vertrautheit und Unterstützung.

„Bei vielen kommt jetzt die Naturorientierung wieder hervor.“ Sie zögen aufs Land, legten sich Schrebergärten zu oder kauften sich Hunde und Katzen.Vor allem Hunde hätten zahlreiche positive Effekte, verbesserten Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen, betonte der Autor mehrerer Bücher und Mitbegründer eines Wolfsforschungszentrums. Hunde brächten einen „Zwang zur Regelmäßigkeit“ mit sich, was ein „langes und balanciertes Leben“ ihrer Besitzer und Besitzerinnen fördere. Hundehalter müssten sich zwangsläufig mehr bewegen und kämen beim Gassigehen in Kontakt mit anderen Menschen. „Hunde sind starke emotionale Unterstützer und soziale Schmiermittel.“

Allerdings berichteten einige Tierheime bereits wieder von vermehrten Tierabgaben. Für einige habe sich das Zusammenleben mit einem Haustier wohl anders gestaltet als erwartet, denn es sei mit Verpflichtungen und Änderungen des Lebensstils verbunden. Manch einer schaffe das nicht.

Kotrschal forderte eine „Offenheit gegenüber Tierhaltung“ und ein Umdenken im Städtebau: Städte müssten so gestaltet werden, dass dort ein Leben mit Tieren möglich sei, also mit viel Grün, Parks und unbebauten Flächen. „Das wäre auch eine kindgerechte Stadt.“ Denn die „Biophilie“, die angeborene, instinktive Neigung zur Natur, sei eine in der Evolution angelegte menschliche Universalie. (epd)

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