Redaktion der pilger

Freitag, 10. Dezember 2021

„Spiegel des Todes“

Herzliche Nähe: Papst Franziskus begrüßt Kinder im EU-Aufnahme- und Identifizierungszentrum in Mytilini auf der griechischen Insel Lesbos. (Foto: Vatican Media/Romano Siciliani/kna)

Papst Franziskus kritisiert Umgang mit Migration auf dem Mittelmeer

Bei seinem Besuch auf der griechischen Insel Lesbos warnt der Papst vor „todbringender Gleichgültigkeit“.

Papst Franziskus hat auf Lesbos einen weltweit fatalen Umgang mit Migration beklagt. Das Mittelmeer etwa, die „Wiege zahlreicher Zivilisationen“, werde zum „kalten Friedhof ohne Grabsteine“ und einem „Spiegel des Todes“, sagte das Kirchenoberhaupt auf der griechischen Insel. „Ich bitte euch, lasst uns diesen Schiffbruch der Zivilisation stoppen“, forderte der 84-Jährige sichtlich bewegt.

Für einen Neuanfang sei es wichtig, in die Gesichter der Kinder zu sehen, so Franziskus. „Lasst uns den Mut finden, uns vor ihnen, die unschuldig sind und die Zukunft bedeuten, zu schämen“, so der Papst in Anwesenheit der griechischen Präsidentin Katerina Sakellaropoulou.

Die Migration sei ein „Weltproblem, eine humanitäre Krise, die alle angeht“, betonte Franziskus. Bruchstückhafte Lösungen reichten nicht aus. Auch dürfe die Verantwortung nicht auf andere abgewälzt werden. Und so positiv es zu bewerten sei, dass in der Pandemie die Impfungen weltweit vorangingen und es Bewegung im Kampf gegen den Klimawandel gebe, sei im Bereich der Migration ein schrecklicher Stillstand zu beklagen, so Franziskus, der vor einer „todbringenden Gleichgültigkeit“ warnte.

„Dabei stehen doch Menschen auf dem Spiel“
In Europa gebe es immer noch Menschen, die sich so benähmen, als ob sie die Lage auf den griechischen Inseln nichts angehe. „Dabei stehen doch Menschen und Menschenleben auf dem Spiel!“, mahnte das Kirchenoberhaupt. Die Probleme ließen sich „nicht durch eine Verstärkung der Zäune“ lösen.

Anstatt für diese oder jene Idee einzutreten, könne es hilfreich sein, „von der Wirklichkeit auszugehen“, so Franziskus weiter. Viele Bevölkerungsgruppen seien Opfer humanitärer Notlagen, die sie nicht verursacht, sondern nur erlitten hätten. An die anwesenden Migranten gewandt betonte Franziskus: „Ich bin hier, um euch zu sagen, dass ich euch nahe bin. Ich bin hier, um eure Gesichter zu sehen und euch in die Augen zu schauen.“

Auf der Insel besuchte Franziskus das „Aufnahme- und Registrierungszentrum“ in Mytilini. Es handelt sich um die Nachfolgeeinrichtung des im vergangenen Jahr abgebrannten Flüchtlingslagers Moria, dem damals größten Lager Europas mit zeitweise mehr als 20 000 Migranten.

Das neue Zentrum ist den Angaben zufolge kleiner und besser ausgestattet. Nach seiner Ansprache besuchte Papst Franziskus noch einige Wohncontainer von Geflüchteten. Die griechische Präsidentin dankte dem Papst für seinen Besuch, seine Anwesenheit sei ein Zeichen der Nähe. (kna)

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