Redaktion der pilger

Donnerstag, 10. März 2022

Motivation zur Hilfe ist groß

Karl-Ludwig Hundemer. (Foto: Caritasverband Speyer e.V.)

Ukraine-Geflüchtete: Caritasverband ruft zu Unterstützung auf

Die weltweite Solidarität mit den Ukrainerinnen und Ukrainern ist riesig. Über Spenden, Hilfsangebote und Maßnahmen für die zu erwartenden Geflüchteten haben wir mit Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer, dem Vorsitzenden des Speyerer Diözesan-Caritasverbandes, gesprochen.

Herr Hundemer, in einem Brief an die Caritas-Mitarbeitenden machen Sie sich für das Hinschauen und Handeln stark. Was meinen Sie – bleibt es bei dieser Welle der Solidarität, wenn immer mehr Menschen zu uns kommen und die Probleme wachsen? Die aktuelle Kriegssituation wird von jedem als bedrohlich empfunden, das stärkt das Bedürfnis vieler, zu helfen. Diese Motivation ist jetzt sehr groß, und ich glaube, dass das für länger so bleiben wird. Das Umfeld für eine bleibende Hilfe ist jetzt deutlich besser als bei der letzten Flüchtlingskrise. Und auch damals haben wir über drei Jahre hinweg ein großes Engagement erlebt.

Die Caritas hat große Kompetenz in der Versorgung von Geflüchteten. Was unternimmt die Caritas nun, was ist seitens der Caritas Speyer geplant?
Mit dem Deutschen Caritasverband und dem Nothilfe-Hilfswerk Caritas international stehen wir in engem Austausch und sind so auf dem Laufenden, was auf den Fluchtrouten jeweils gebraucht wird. Hier im Bistum haben wir in allen Caritaszentren Migrationsberaterinnen und -berater. Sie stehen in engem Kontakt mit den Sozialämtern. Kontakte bestehen auch zu den Länderregierungen in Saarbrücken und Mainz. Es geht darum, zu schauen und darzulegen, was wir alles an Hilfen leisten können. Außerdem haben wir unsere 2015 gegründete Task-Force Flüchtlingshilfe aktiviert mit Mitgliedern aus dem Bischöflichen Ordinariat, unserem Verband selbst und seitens der Malteser.

Wie kann man die Arbeit der Caritas unterstützen?
Unsere Kolleginnen und Kollegen der Caritas Ukraine in den betroffenen Regionen leisten hervorragende Arbeit. Wir können ihnen am besten helfen, indem wir ihnen durch finanzielle Unterstützung maximale Flexibilität für die von Tag zu Tag neu notwendigen Maßnahmen ermöglichen. Das Hilfswerk Caritas international (ci) ist seit Jahren in der Ukraine sehr aktiv, und nicht wenige Gliederungen der Caritas haben dort eigene Partnerkontakte. Die Mitarbeitenden von ci unterstützen mit aller Kraft die Caritas Ukraine bei der Versorgung von besonders Betroffenen – von alten Menschen, von Kindern ohne Angehörige und von Flüchtlingen innerhalb des Landes. (Seite 22.)

Halten Sie auch Sachspenden für sinnvoll? Und wie ist es mit dem Spenden von Zeit, also im ehrenamtlichen Einsatz?
Sachspenden stellen zum jetzigen Zeitpunkt für die Kolleginnen und Kollegen vor Ort eher eine zusätzliche Belastung dar. Wir raten daher, von Sachspenden aktuell abzusehen. Sachspenden sind dann wichtig, wenn die Menschen erst einmal bei uns angekommen sind. Daher lehnen wir jetzt Sachspenden nicht ab – sondern wir registrieren und listen auf, was uns angeboten wird. Wenn es gebraucht wird, rufen wir diese Spenden dann ab. Kleiderspenden hingegen vermitteln wir an unsere Warenkorb-Häuser. Dort werden sie an hilfesuchende Geflüchtete dann gratis weitergegeben.

Auch ehrenamtlich wird man sich engagieren können, wenn die Geflüchteten bei uns eintreffen. Etwa mit jeglicher Unterstützung bei Behördengängen oder auch in sprachlicher Hinsicht. Und es gibt noch eine weitere, wichtige Hilfe: Wer privaten Wohnraum zur Verfügung stellen kann, meldet dies am besten unmittelbar der örtlichen Verbandsgemeinde- bzw. Stadtverwaltung.

Wie denken Sie über die vielen, teils privaten, spontanen Hilfsaktionen?
Solches Engagement ist überall da sinnvoll, wo es bestehende Partnerschaften und konkrete Kontakte gibt in die Ukraine und die Anrainerländer. Aber wir raten davon ab, aufs Geratewohl an irgendeine Grenze zu fahren und Geflüchtete einzuladen. Denn dies erschwert und verkompliziert eher die angelaufene professionelle Hilfe.

Was können die Kirche und Gläubige außerdem tun?
Das Gebet als Hilfe sollten wir Christen nicht unterschätzen. Genauso wie eine Teilnahme an öffentlichen Kundgebungen. Diese sind ein wichtiges Zeichen der Solidarität gegen mörderische Gewalt.  (Fragen: hm)

Artikel teilen:

Weitere Nachrichten

16.12.21
Redaktion der pilger
News-Feed (RSS) von der Zeitungsseite in die Webfamilie

Ein Platz für Sternenkinder

Maria Rosenberg schafft ein neues Grabfeld auf dem Friedhof
10.12.21
Redaktion der pilger

2022 bringt Entlastungen

Zahlreiche Veränderungen in Pflege und Gesundheit im neuen Jahr
10.12.21
Redaktion der pilger

„Spiegel des Todes“

Papst Franziskus kritisiert Umgang mit Migration auf dem Mittelmeer
10.12.21
Redaktion der pilger
News-Feed (RSS) von der Zeitungsseite in die Webfamilie

Spenden wir – gerade jetzt!

Adveniat-Chef Martin Maier erklärt, warum Großherzigkeit in der Pandemie besonders...
10.12.21
Redaktion der pilger

Antike Bibel aufgemöbelt

Buchbinder-Paar aus der Südpfalz haucht alten Schätzen neues Leben ein
10.12.21
Redaktion der pilger

Vorlesen beim Spaziergang

Eine Aktion der Katholischen öffentlichen Büchereien versüßt die Adventszeit
10.12.21
Redaktion der pilger

Was sollen wir tun?

Die Antwort gibt die Heilige Schrift. Auch für heute
30.11.21
Redaktion der pilger

Weihnachtskrippen in der Pfalz

Vor Kurzem erschien im Kurpfälzischen Verlag Heidelberg das Buch „Weihnachtskrippen...
30.11.21
Redaktion der pilger

Pietro Rossi hat den Bogen raus

Er sägt für sein Leben gerne Weihnachtsbögen aus, die er stimmungsvoll beleuchtet. ...
30.11.21
Redaktion der pilger

Eine neue Zeit der Liebe

Johannes ist der Prophet an der Schwelle
30.11.21
Redaktion der pilger

Auszeit sinnvoll genutzt

DJK lud nach Pandemie-Zwangspause wieder zum Diözesanverbandstag ein
24.11.21
Redaktion der pilger

Die Vision für das Bistum steht

Dreiteiliges Dokument wird auf der Diözesanversammlung am 27. November vorgestellt
24.11.21
Redaktion der pilger

Lichtblicke für jeden Tag

Adventskalender mit ignatianischen Impulsen nimmt mit auf eine spirituelle Reise
24.11.21
Redaktion der pilger

„Ich schufte gern“

Irme Stetter-Karp will leidenschaftlich für Reformen kämpfen
24.11.21
Redaktion der pilger

Was wird aus Weihnachten?

Viele Bistümer und Gemeinden überlegen, wie Gottesdienste in der Pandemie sicher...
24.11.21
Redaktion der pilger

Aufrüttelnd und herausfordernd

Der Advent ist nicht leise und sanft, sondern schwer und schwierig. Wie derzeit...
24.11.21
Redaktion der pilger

Schritt für Schritt vorlesen

Katholische öffentliche Büchereien beginnen eine Adventsaktion für Spaziergänge
17.11.21
Redaktion der pilger

Ein Herz für Menschen

Warum wir Christinnen und Christen unsere Botschaft gerade jetzt besonders ernst...
17.11.21
Redaktion der pilger

Im Sinne von „Laudato Si“

Kolpingfamilie Dirmstein engagiert sich mit zwei Projekten für die Umwelt
17.11.21
Redaktion der pilger

Einfach gesünder - mit Tieren zusammen leben

Verhaltensforscher plädiert für mehr Offenheit gegenüber Haustierhaltung
17.11.21
Redaktion der pilger

Königtum der Wahrheit

Jesus befreit zu einer solidarischen Existenz
17.11.21
Redaktion der pilger

Vollbürger im Reich Gottes

Bischof Wiesemann spendete 64 Frauen und Männern im Dom die Firmung
17.11.21
Redaktion der pilger
News-Feed (RSS) von der Zeitungsseite in die Webfamilie

Auch Jesus hätte diesen Ort geliebt

An der Kapelle auf der Kleinen Kalmit sind die Wunden der Zerstörung beseitigt
15.11.21
Redaktion der pilger

Positive Tendenzen

Wettlauf zu null Treibhausgasemissionen hat begonnen
15.11.21
Redaktion der pilger

„Ich halte viel vom Tun“

Das soziale und gesellschaftliche Engagement hat Johann Wilhelm Römer bei den...
15.11.21
Redaktion der pilger
News-Feed (RSS) von der Zeitungsseite in die Webfamilie

Ein unterschätzter Teil der Theologie

Die Kirche als Anwältin der Arbeiter
15.11.21
Redaktion der pilger

Handfeste Ergebnisse gefragt

„Wir sind Kirche“: ZdK-Vizepräsidentin referierte über den Synodalen Weg
15.11.21
Redaktion der pilger

Laiengremium im Wandel

Das ZdK wählt einen Nachfolger für Präsident Thomas Sternberg – und orientiert sich...
15.11.21
Redaktion der pilger

In unserem Alltag anders leben

Jesus will, dass wir mitbauen am Reich Gottes
15.11.21
Redaktion der pilger

Eingehüllte Welt

Nebel – Faszination eines herbstlichen Naturphänomens
02.11.21
Redaktion der pilger

Um etwas zu bewegen, braucht es Geld

Gespräch mit Diözesanökonom Schappert: Wozu das Bistum sein Vermögen und seine...
02.11.21
Redaktion der pilger

Nur in Europa weniger Katholiken

Weltkirche zählt 1,34 Milliarden Mitglieder
02.11.21
Redaktion der pilger

Anders abgeben

Nicht vom Überfluss, sondern vom Notwendigen
02.11.21
Redaktion der pilger

„Vorne mit dabei sein“

Eine Stimme für die Erde: Mitglieder von Christians for Future im September vor dem...
28.10.21
Redaktion der pilger

40 Jahre Unesco-Weltkulturerbe Dom

Vor 40 Jahren wurde er, als zweites Bauwerk in Deutschland, Teil des...
27.10.21
Redaktion der pilger

„Menschenrechtlich unerträglich“

Die Kirchen in Deutschland kritisieren die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union
27.10.21
Redaktion der pilger
News-Feed (RSS) von der Zeitungsseite in die Webfamilie

„Wir fühlen uns ohnmächtig“

Betroffenenbeirat des Bistums fordert, Verfahren zur Zahlung von Leistungen an...
27.10.21
Redaktion der pilger

Einfach und konkret

Liebe leben in alltäglichen Begegnungen
27.10.21
Redaktion der pilger

Verdacht wegen Missbrauch

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Niederbronner Schwester
22.10.21
Redaktion der pilger

„Atmosphäre des Respekts“ schaffen

Kardinal Marx warnt vor Missbrauch der Religion zur Abgrenzung