Redaktion der pilger

Donnerstag, 09. Juni 2022

Liselotte von der Pfalz

Liselotte von der Pfalz war eine schillernde Persönlichkeit. (Foto: wikimedia-commons_ssg-pressebildjpg)

Auf dem Heidelberger Schloss in ihr Leben eintauchen

Liselotte von der Pfalz war eine außergewöhnliche Frau. Als ihr Schwager Ludwig XIV. die Pfalz angriff, scheute sie sich nicht, zu sagen, was sie dachte. Im Mai jährte sich ihr Geburtstag zum 370. Mal. Anlass für die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, an die bekannte pfälzische Prinzessin zu erinnern.

Elisabeth Charlotte, genannt Liselotte von der Pfalz, erblickte am 27. Mai 1652 in Heidelberg das Licht der Welt. Noch heute zählt die Tochter von Kurfürst Karl I. Ludwig aus dem Hause Pfalz-Simmern zu den bekanntesten Pfälzer Persönlichkeiten. Auf Schloss Heidelberg verbrachte sie einen Teil ihrer Kindheit – und auch in der Sommerresidenz Schloss Schwetzingen.

Schriftlichen Zeugnissen folgend war Liselotte ein echter Wildfang. Aber sie erhielt auch Französischunterricht, lernte Singen und alles andere gemäß der höfischen Mädchenerziehung. Die Prinzessin wurde mit Philipp von Orléans, Bruder König Ludwigs XIV. von Frankreich, verheiratet. Die Verbindung war ein politischer Schachzug – sie sollte verhindern, dass die Kurpfalz den Expansionsbestrebungen Frankreichs zum Opfer fiel. Das gelang nur bedingt.

Als ihr Bruder verstarb, beanspruchte Ludwig XIV. für seine Schwägerin die Regentschaft. Liselotte wurde zum Auslöser des Pfälzischen Erbfolgekrieges von 1688 bis 1697. Angesichts der Verwüstung ihrer Heimat und der Zerstörung des Heidelberger Schlosses schrieb sie an ihre Tante: „Das macht mir das Herz bluten, und man nimmt mir es noch hoch vor Übel, dass ich traurig drüber bin.“

Ihre Briefe sind legendär: Rund 36 000 soll Liselotte verfasst haben, mehr als 6 000 davon sind erhalten. Darin erzählt sie ihrer Familie in verblüffend direkten Worten vom Hofleben in Versailles. Außerdem äußert sie sich zu politischen Ereignissen, Fragen der Religion und Lebensphilosophie.
Eine gute Gelegenheit für Interessierte, mehr zur ehemaligen Schlossbewohnerin und ihren Briefen zu erfahren, bietet die Sonderführung in Schloss Heidelberg „Aus den Briefen der Liselotte von der Pfalz“. Die nächste findet am Samstag, 9. Juli, 14.30 Uhr, statt. (zg)

Anmeldung beim Service Center, Telefon 06221/658 880, E-Mail: service@schloss-heidelberg.com. Der Eintritt für Erwachsene beträgt neun Euro (plus neun Euro Schloss- ticket), ermäßigt sechs Euro (plus 4,50 Schlossticket).

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