Redaktion der pilger

Mittwoch, 13. Juli 2022

Ein Fest der Begegnung

Ordensfrauen im Gespräch mit Weihbischof Otto Georgens. (Foto: Wilhelm)

Nach zweijähriger Corona-Pause fand wieder ein Ordenstag statt

Als einen „schönen Tag der Begegnung“ werteten die Ordensfrauen aus dem Bistum Speyer den Ordens- und Wallfahrtstag in der Kirche Maria Schutz in Kaiserslautern. Neben Gottesdienst, Vesper, Kirchenführung und Vortrag gab es ausreichend Raum für Gespräche.

Es herrscht meditative Stille in der Kirche Maria Schutz. Die Ordensschwestern feiern gleich Gottesdienst. Eine Kirchenführung mit Dekan Steffen Kühn liegt hinter ihnen. Bei der Begrüßung betont Weihbischof Otto Georgens, dass er sich freue, die Schwestern nach zweijähriger Corona-Abstinenz wiederzusehen. Dieser Tag sei ein „Fest der Begegnung“ wie der Besuch von Maria bei Elisabeth, von dem das Tagesevangelium am Fest Mariä Heimsuchung erzählt.

In seiner Predigt zeigt der Weihbischof auf, was „wir von Maria lernen können“. Nämlich auf Menschen zugehen, die nach Gott fragen. Ihnen erklären, was er für das eigene Leben bedeutet. Der Prediger räumt ein, dass es selbst „Personen des geweihten Lebens“ nicht immer leicht falle, mit anderen über den Glauben zu sprechen. Doch die Menschen erwarteten nicht große Worte oder gescheite Predigten, sondern eigene Erfahrungen, Situationen im Alltag, in denen sich Gott gezeigt habe. Wenn jemand sage, „erzähl mir von Gott“, sei das eine Sternstunde; und eine weitere, wenn es gelinge, darauf einzugehen.

Den Ordens- und Wallfahrtstag hat die Niederbronner Schwester Judith, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Orden im Bistum Speyer, mitorganisiert. Sie suchte zunächst eine Lokalität mit Bezug zu aktuellen Anlässen, Jubiläen, Todes- oder Geburtstage von Heiligen. Dann galt es, den Tagesablauf zu planen, die 56 Gemeinschaften im Bistum einzuladen und die Anmeldungen entgegenzunehmen. Für diesen Tag hätten sich 73 Schwestern und „leider nur ein Ordensmann“ angekündigt, bedauert die Schwester. Die Ordenspriester feierten samstags meist Gottesdienste, begründet sie die geringe Resonanz.

Normalerweise wechseln jährlich zwei regionale mit einem überregionalen Ordenstag ab. Früher seien mehr als 120 Ordensleute gekommen. Doch der höhere Altersdurchschnitt und der fehlende Nachwuchs erkläre die abnehmende Zahl, sagt Schwester Judith. Sie selbst schätzt diese Begegnung, um das „uns Verbindende zu vertiefen“. Die Lebensgeschichten älterer Schwestern hören, von ihnen lernen, was sie trage und weshalb sie so lange geblieben sind, nennt Pater Gerd Hemken als einen Grund für seine Teilnahme. Da fast alle in kleinen Kommunitäten lebten, täten solche Treffen gut.

„Für mich ist dieser Tag sehr wichtig“, betont Schwester Claudia vom Institut St. Dominikus in Speyer, die mit elf Schwestern vor Ort ist. Sie möchte erfahren, wie es anderen Schwestern geht, welche Wege sie einschlagen. Darüber hinaus nimmt sie neue Erfahrungen mit: So hat sie die Kirche Maria Schutz sehr beeindruckt, insbesondere das Kolumbarium, das von einer anderen Kultur des Abschiednehmens zeugt.
Die Mallersdorfer Schwester Antonella, Niederlassung Pirmasens, bedauert, dass „nur wenige mitkommen konnten“. Doch just an diesem Tag feierten einige Mitschwestern im Mutterhaus Jubiläum, andere seien zu altersschwach. Schwester Antonella will unbedingt ein paar Worte mit dem Weihbischof wechseln. „Er mag uns Schwestern, ist so leutselig und verständnisvoll.“ Einen kurzen Weg nur musste Schwester Sabine zurücklegen. Die Schulseelsorgerin am St. Franziskus-Gymnasium und -Realschule lebt in Kaiserslautern. „Gemeinschaft ist doch das A und O“, begründet sie lächelnd ihre Teilnahme.

In seinem Vortrag geht der Theologe Klaus Haarlammert auf die Taufe der heiligen Edith Stein ein, die sich am 1. Januar zum 100. Mal jährte. Er beschreibt den Weg der gebürtigen Jüdin, den sie bis zu ihrem Übertritt in die katholische Kirche genommen hat. Letzter Anstoß sei die Lektüre der Selbstbiografie der heiligen Teresa von Avila gewesen. Haarlammert appelliert am Ende an die Zuhörer, sich an diesem Tag auch der eigenen Taufe zu besinnen. Gott habe uns gewissermaßen in Jesus Christus die Hand gereicht, „damit wir an ihr gehen und leben“. (wir)

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