Redaktion der pilger

Mittwoch, 20. Juli 2022

Verständlichkeit ist das Ziel

Ein Ausschnitt des Titelblatts der Vision des Bistums Speyer in Leichter Sprache. (Foto: Bistum Speyer)

Text der Bistums-Vision „Segensorte“ in Leichter Sprache vorgestellt

Mit seiner bereits im vergangenen Jahr vorgestellten Vision will das Bistum Speyer Segensort sein und auf die künftige Gestalt der Kirche in der Pfalz und der Saarpfalz schauen. Jetzt hat das Bistum auch eine Version des Visionstextes in Leichter Sprache vorgelegt.

„Wir wollen dem Anspruch der Inklusion gerecht werden, daher der Entschluss, die Vision in Leichte Sprache übersetzen zu lassen“, begründet Pastoralreferent Felix Goldinger, der als ehemaliger Geschäftsführer des Visionsprozesses an der Erstellung der neuen Textversion beteiligt war. Ziel ist, dass möglichst viele Menschen an den Ideen des Bistums von der Zukunft teilhaben können. Es habe zur Vision viele positive Rückmeldungen gegeben, sagt Goldinger. „Aber es gab auch kritische Anfragen zur Verständlichkeit des Textes.“ In der Vision selbst heißt es: „Unsere Sprache ist verständlich, damit andere unsere Hoffnung teilen können.“ Felix Goldinger: „Wenn das also zu unserem Wertefundament zählt, gilt es, dies ernst zu nehmen und mit der Vision selbst umzusetzen.“

Mit der Übertragung des Ursprungstextes wurde Yvette Wagner aus Speyer beauftragt. Sie ist Journalistin und als Übersetzerin und Expertin für Einfache und Leichte Sprache tätig. So hat sie unter anderem bereits Teile der Bistums-Internetseite entsprechend bearbeitet. Mit kirchlichen und theologischen Texten hat sie daher Erfahrungen. „Diese sind meist eine Herausforderung, weil sie Raum für Auslegung lassen. Leichte Sprache aber will unmissverständliche Aussagen treffen.“ Uneindeutig ist etwa das Wort „Kirche“, denn im einen Fall meint es das Gebäude, im anderen die Gemeinschaft von Christen. Der Text in Leichter Sprache muss hier Eindeutigkeit leisten.

Vor allem seine Länge fällt auf. Es sind 23 Seiten gegenüber zwei Seiten in der „Ursprungs-Vision“. Allerdings ist der Text in Leichter Sprache ganz anders gestaltet – viel Platz zwischen den Zeilen, größere Schrift und vor allem kurze Sätze mit wenigen Wörtern. Die Sätze sind wie eine Liste gegliedert. Raum brauchen auch Erklärungen verschiedener Begriffe, erläutert Wagner: „Was ist eine Diözese? Weil es nicht vorausgesetzt werden dürfe, müsse das erklärt werden. „Abstrakte Begriffe sind eine Herausforderung“, sagt Wagner und nennt „Würde“, „Geist“ und „Segen“ als Beispiele. Letzteren Begriff erläutert sie in Leichter Sprache so: „Segen bedeutet: alles Gute. Und Segen bedeutet: Gott hat dich lieb. Gott ist bei dir. Du brauchst keine Angst zu haben.“

Eine Rohfassung hat Yvette Wagner von zwei Prüfleserinnen gegenlesen lassen. Die zwei Frauen sind in Speyer Beschäftigte der Maudacher Werkstatt der Diakonissen. „Sie lasen den Text vor, dabei spürt man dann, wenn etwas nicht passt, nicht verstanden wird oder nicht eindeutig ist.“ Für die Übertragung, so Yvette Wagner, war auch die Rückkopplung an die Verantwortlichen auf Bistumsseite nötig: „Es geht darum, die Inhalte verständlich darzustellen. Verfälscht werden dürfen sie nicht.“ Als einen spannenden Prozess, „wie ein Ping-Pong-Spiel“, beschreibt auch Felix Goldinger die Arbeit an dem neuen Text. Auch die grafische Gestaltung sei im Zusammenspiel mit Übersetzerin und der Grafikagentur Gobasil angepasst worden, so Goldinger.

Das Bistum Speyer hat sowohl die Ursprungsvision als auch die Vision in Leichter Sprache online gestellt. Im Internet können sich Interessierte die Texte auch vorlesen lassen. Die Zielgruppe der Version in Leichter Sprache sehen Goldinger und Wagner vor allem bei Menschen, deren Lern, Lese- und Verstehensvermögen beeinträchtigt ist. „Aber vielleicht ist es auch für alle anderen einmal spannend, diese Vision in ganz anderer Art zu lesen?“, überlegt Felix Goldinger. Yvette Wagner hat dafür einen passenden Vergleich: „Eine Rampe an einem Gebäude wird ja auch nicht nur von Rollstuhlfahrern genutzt. Sondern auch von Müttern mit Kinderwägen oder Menschen, die nicht die Treppe benutzen möchten.“ (hm)

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