Freitag, 10. Juli 2026
„In der Kirche gibt es keine Ausländer“
Fünf Priester aus Indien für ihren Dienst im Bistum Speyer ausgesandt
Ramstein-Miesenbach. Mit einem feierlichen Gottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Nikolaus in Ramstein-Miesenbach hat das Bistum Speyer am Freitag, 26. Juni 2026, fünf neue Priester der Weltkirche offiziell für ihren pastoralen Dienst ausgesandt. Die Eucharistiefeier, die um 18 Uhr begann, bildete den feierlichen Abschluss eines sechswöchigen Einführungskurses und markierte zugleich den Beginn ihres seelsorglichen Wirkens in den Gemeinden des Bistums.
Die fünf Priester stammen aus Indien und werden künftig als Kapläne in verschiedenen Pfarreien des Bistums Speyer tätig sein. Während eines sechswöchigen Einführungskurses im Priesterseminar St. German in Speyer bereiteten sie sich intensiv auf ihren Dienst vor. Neben der Vertiefung ihrer Deutschkenntnisse standen pastorale, rechtliche, liturgische und interkulturelle Themen im Mittelpunkt. Ein wesentlicher Bestandteil des Kurses war zudem die Präventionsschulung zum Schutz vor sexualisierter Gewalt. Dabei lernten die Priester die gesetzlichen und kirchlichen Vorgaben in Deutschland sowie das Präventionskonzept und die Schutzstandards des Bistums Speyer kennen. Ziel war es, sie für das Thema zu sensibilisieren und sie auf einen verantwortungsvollen und achtsamen Umgang mit Kindern, Jugendlichen und schutzbedürftigen Erwachsenen in ihrem pastoralen Dienst vorzubereiten. Insgesamt sollte der Einführungskurs den Priestern den Einstieg in ihr neues pastorales Umfeld erleichtern und sie umfassend auf die Herausforderungen ihres Dienstes vorbereiten.
Die Pfarrgemeinde St. Nikolaus in Ramstein-Miesenbach mit Pater Pious Oroplakal MCBS und dem gesamten Pastoralteam empfing die neuen Mitbrüder sowie die zahlreichen Gottesdienstbesucher mit großer Gastfreundschaft. Die musikalische Gestaltung übernahm der Kirchenchor der Pfarrei.
Da Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann verhindert war, stand Regens Franz Vogelgesang, Leiter des Priesterseminars St. German, der Eucharistiefeier als Hauptzelebrant vor, der zusammen mit Theodore Bongmoyong Lemnyuy aus der Personalabteilung für die Einführung zuständig gewesen ist.
Bereits in seiner Begrüßung hob Pater Pious-Paul Oroplackal MCBS hervor, dass Ramstein-Miesenbach aufgrund seiner internationalen Prägung ein besonders geeigneter Ort für diesen Gottesdienst sei. Menschen unterschiedlicher Nationen und Kulturen leben hier selbstverständlich zusammen – ein sichtbares Zeichen für die Weltkirche, die Vielfalt als Bereicherung versteht.
In seiner Predigt stellte Regens Franz Vogelgesang den Satz in den Mittelpunkt:
„In der Kirche gibt es keine Ausländer.“
Mit diesen Worten erinnerte er daran, dass alle Getauften – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Kultur – zur der einen Kirche Jesu Christi gehören. Die Kirche sei eine weltweite Glaubensgemeinschaft, in der Unterschiede nicht trennen, sondern bereichern.
Besonders wandte sich der Regens an die Gemeinden, in denen die neuen Priester künftig tätig sein werden:
„Nehmen Sie die neuen Priester herzlich auf. Haben Sie Geduld mit ihnen und korrigieren Sie sie freundlich, wenn ihnen sprachliche Fehler unterlaufen. Lernen Sie voneinander und gehen Sie den Weg des Glaubens gemeinsam.“
Zugleich machte er deutlich, dass Integration keine Einbahnstraße sei. „Ihr seid Mitbrüder und bringt eure Spiritualität, eure pastoralen Erfahrungen und kulturellen Traditionen mit. Ihr bereichert uns!“ betonte Vogelgesang. Ebenso werden die Priester von den Gemeinden im Bistum Speyer lernen. Dieses gegenseitige Miteinander sei Ausdruck einer lebendigen Weltkirche und ein Gewinn für alle Beteiligten.
Zum Abschluss der Eucharistiefeier erhielten die fünf Priester ihre Ernennungsurkunden zum Kaplan sowie eine Bibel als Geschenk von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann. Mit ihrer Ernennung wurden sie offiziell beauftragt, das Evangelium zu verkünden, die Sakramente zu feiern und ihren seelsorglichen Dienst im Bistum Speyer auszuüben. Zugleich wurden sie unter den Segen Gottes und die Fürsprache der Gottesmutter Maria gestellt.
In die Feier wurden außerdem sechs weitere Priester der Weltkirche einbezogen, die bereits seit einigen Jahren im Bistum Speyer tätig sind. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte für sie damals kein offizieller Aussendungsgottesdienst stattfinden. Nun erhielten auch sie den bischöflichen Segen und eine besondere Würdigung ihres Dienstes.
Die neu ausgesandten Priester übernehmen folgende Aufgaben:
Kaplan P. Emil Abraham MCBS – Pfarrei Heiliger Nikolaus, Bexbach
Kaplan P. Joby Chirackalmanavalan Antony MCBS – Pfarrei Heiliger Johannes XXIII., Homburg
Kaplan P. Rayson Joseph Kariyil MCBS – Pfarrei St. Nikolaus, Ramstein-Miesenbach
Kaplan P. John Perumannikala Alexander MCBS – Pfarrei Heilige Klara von Assisi, Haßloch
Kaplan Tharun Dasaripalli – Pfarrei Seliger Paul Josef Nardini, Pirmasens
Der Aussendungsgottesdienst machte eindrucksvoll sichtbar, dass Weltkirche im Bistum Speyer gelebte Wirklichkeit ist. Priester aus verschiedenen Ländern bringen ihre Glaubenszeugnisse, ihre pastoralen Erfahrungen und ihre kulturellen Traditionen in die Gemeinden ein. Gleichzeitig erfahren sie Aufnahme, Begleitung und Unterstützung auf ihrem Weg in eine neue Sprache, Kultur und pastorale Wirklichkeit.
Die Zusammenarbeit mit Priestern aus der Weltkirche ist seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil des pastoralen Lebens im Bistum Speyer. Sie ist Ausdruck der weltweiten Solidarität der katholischen Kirche und eines lebendigen Austauschs zwischen den Ortskirchen. Die Feier in Ramstein-Miesenbach machte deutlich: Weltkirche ist keine abstrakte Idee, sondern wird dort konkret erfahrbar, wo Menschen unterschiedlicher Herkunft gemeinsam ihren Glauben leben und das Evangelium verkünden.
Text: Theodore Bongmoyong Lemnyuy, Referent für Priester der Weltkirche im Bischöflichen Ordinariat des Bistums Speyer
Diese Meldung und weitere Nachrichten des Bistums wurde veröffentlicht auf der Internetseite www.bistum-speyer.de










































