Bistum Speyer

Dienstag, 25. November 2025

„Caritas ist das freundliche Gesicht der Kirche“

Der Nardini-Preis 2025 ging an die „Ökumenische Nachbarschaftshilfe Schifferstadt“ © view

Diözesan-Caritasdirektorin Barbara Aßmann © view

Gottesdienst mit Domkapitular Hundemer und Weihbischof Georgens © view

Über 400 Gäste in der Fruchthalle Kaiserslautern © view

v.l.n.r.: Rosa Maria Schönborn und Natalie Dirlein erhielten das Caritas Ehrenkreuz in Gold, hier zusammen mit Diözesan-Caritasdirektorin Barbara Aßmann © view

Der Caritasverband Speyer dankt rund 400 ehrenamtliche Engagierten mit dem Caritas-Tag für ihren Einsatz – Ohne Ehrenamtliche ist die Caritas nicht denkbar

Kaiserslautern. Als Zeichen des Danks, der Anerkennung und Wertschätzung lud der Caritasverband für die Diözese Speyer am 22. November alle caritativ engagierten Ehrenamtlichen aus den Pfarreien und den Caritas-Einrichtungen zum 29. Caritas-Tag für Ehrenamtliche nach Kaiserslautern ein.

Unter dem diesjährigen Motto der Caritas-Jahreskampagne „Da kann ja jeder kommen. Caritas öffnet Türen“ startete der Samstag mit einem Begrüßungskaffee in der Fruchthalle. Der Strom der Gäste wollte kein Ende nehmen, 411 Ehrenamtliche waren der Einladung gefolgt und füllten anschließend die nahe gelegene Kirche St. Martin. Hier feierte Weihbischof Otto Georgens mit den Teilnehmenden einen Festgottesdienst. Konzelebrant war Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer.

„Jeder kann kommen“, griff Beate Schmitt, Leiterin des Caritas-Zentrums Kaiserslautern und Moderatorin des Tages, in ihrer Begrüßung das Kampagne-Motto auf. „Offenheit, Mitgefühl und Solidarität sind bei uns keine leeren Worte, sondern unser Auftrag. Das ist Caritas, das ist Kirche.“

„Caritas öffnet Türen“, knüpfte der Weihbischof an. „Sie hilft Menschen in Not, in den Sozialstationen, den Einrichtungen und Beratungsstellen. Das soll so bleiben.“ Caritas sei das freundliche Gesicht der Kirche. Im Sinne Gottes können alle kommen, ohne Zugangsbeschränkung. „Der heutige Tag ist Anlass, für das Engagement der Ehrenamtlichen zu danken. Was sie tun, ist praktizierte Nächstenliebe.“ Das unterstrich Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer mit einem Zitat aus dem Johannes-Evangelium: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“ Musikalisch gestaltet wurde die Eucharistiefeier von dem Kaiserslauterer Bezirkskantor Timo Uhrig an der Orgel.

 

„Ehrenamtliche geben Solidarität und Nächstenliebe ein Gesicht“

Wieder zurück in der Fruchthalle, empfing die Diözesan-Caritasdirektorin Barbara Aßmann die Gäste und fand es „wunderbar, wenn so viele Menschen, die für die Caritas tätig sind, aus allen Teilen des Bistums zusammenkommen.“ Grußworte sprachen die Kaiserslauterer Oberbürgermeisterin Beate Kimmel und der Sprecher des Forums Caritas-Ehrenamt Manfred Traub. „Sie geben Solidarität ein Gesicht, vertreten Werte wie Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe“, wandte sich Kimmel an die Ehrenamtlichen, „hinsehen und handeln, das macht die Gesellschaft menschlicher, davon lebt die Demokratie.“ „Caritas wäre ohne Ehrenamtliche nicht das, was sie ist. Was sie leisten, geschieht im Stillen und ist gelebte Solidarität“, sagte Manfred Traub und verwies auf Themen, die in der Gesellschaft immer mehr Raum einnehmen: Armut, Einsamkeit und Würde.

Dann wurde es feierlich, drei Ehrenamtliche konnten Auszeichnungen entgegennehmen. „Ich darf Ihnen den Nardini-Preisträger 2025 vorstellen, den die Jury aus den eingegangenen Bewerbungen ausgewählt hat und der immer am 22.  Oktober, dem Tag der Seligsprechung von Paul Josef Nardini, veröffentlicht wird“, eröffnete Barbara Aßmann die Laudatio. „In diesem Jahr geht der Nardini-Preis an die „Ökumenische Nachbarschaftshilfe Schifferstadt“.
Seit 34 Jahren stehe sie für menschliche Wärme und ein starkes Miteinander. 1991 mit fünf Ehrenamtlichen gestartet, bringt es die Initiative heute auf 54 Ehrenamtliche zwischen 18 und 89 Jahren, die sich insgesamt 5000 Stunden jährlich engagieren. Unterstützt werde sie von der Pfarrei Hl. Edith Stein, der evangelischen Kirchengemeinde und der Stadtverwaltung, so Aßmann.

 

Nardinipreis 2025 für die „Ökumenische Nachbarschaftshilfe Schifferstadt“

„Das Angebot der Nachbarschaftshilfe ist vielfältig: Helferinnen und Helfer begleiten ältere Menschen zu Arztbesuchen, Einkäufen, Behörden oder Friedhofsbesuchen, leisten Fahrdienste und verbringen gemeinsame Stunden bei Spaziergängen, Brettspielen oder beim Kaffeetrinken. Und das völlig kostenfrei.“ Den Nardinipreis in Form einer Urkunde und eines Schecks in Höhe von 1000 Euro übergab Weihbischof Otto Georgens an Edgar Brechtel, der sich seit 18 Jahren in die Leitung der Ehrenamts-Initiative einbringt. Er dankte für die Anerkennung durch die Jury und versicherte, weiterhin im Sinne Nardinis tätig zu sein.

Zweimal wurde das Caritas-Ehrenkreuz in Gold verliehen. Eines ging an Rosa Maria Schönborn, 1937 in Vogelbach geboren. Beruflich entschied sie sich für die Krankenpflege, arbeitete zehn Jahre im ZOAR Altenheim und anschließend bis zu ihrer Rente im Jahr 2016 im Westpfalz-Klinikum. Auch danach blieb sie nicht untätig: als Mitglied im Gemeindeausschuss, im Pfarreirat und als langjährige Vorsitzende des Caritasausschusses. „Sie unterstützt das Trauercafé der Pfarrei Maria Schutz, gestaltet das Café im Klosterkeller nach dem Gottesdienst am Herz-Jesu Freitag, kümmert sich mit einem Besuchsteam um kranke Menschen und liest einmal im Monat in der katholischen Kita Christ König vor“, zählte Aßmann das vielfältige Engagement auf und dankte der Geehrten für ihren Einsatz.

Auch Natalie Dirlein durfte sich über das goldene Caritas-Ehrenkreuz aus den Händen von Barbara Aßmann freuen. „Seit 15 Jahren arbeitet sie in der Baby-Kleiderkammer des Caritas-Zentrums Kaiserslautern mit, ist mittlerweile das Rückgrat des Angebotes. “ Alle 14 Tage dienstags öffne sie nicht nur die Türen, sondern auch die Herzen. Ihre Arbeit dort sei mehr als ein Ehrenamt. „Mit offenen Augen durch die Welt gehen und die Armut anderer erkennen“, so beschreibe Natalie Dirlein selbst ihre Haltung. „Und genau das tut sie: Sie lebt vor, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen – nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus innerer Überzeugung“, sagte Aßmann. Sie stehe für das, was die Caritas ausmacht: Türen zu öffnen – für alle, dafür gebühre ihr Dank.

 

Besuch des Kolumbariums begeistert Gäste

Nach dem gemeinsamen Mittagessen, wartete auf die Gäste ein vielfältiges Programm. Perfekt vom Caritas-Zentrum Kaiserlautern organisiert, übernahmen Mitarbeitende eine Lotsenfunktion, auch Busse standen bereit. Michael Broich, Gruppenleiter beim Kreuzbund Ludwigshafen, entschied sich für die Stadtrundfahrt. „Ich bin sehbehindert, da kommt mir die Tour per Bus sehr entgegen.“ Während die einen dem Orgelkonzert in der Marienkirche lauschten, ließen sich andere von der Musik der United States der Air Forces in Europe Band im Edith-Stein-Haus begeistern. Manche nahmen an dem Bastelangebot teil.

Beeindruckt waren die Besucher des Kolumbariums in der Kirche Maria Schutz. „Alles so hell und freundlich, das ist ganz anders und schöner als wir gedacht haben“, sagten drei Frauen aus Homburg und lobten das Angebot und die Gestaltung des Caritas Ehrenamt-Tags. Der Meinung war auch Gisela Sturm, hospizliche Begleiterin beim Ambulanten Hospiz und Palliativberatungs-Zentrum (AHPZ) in Neustadt. „Ich bin dankbar, dass mir die Gelegenheit geboten wird, das Kolumbarium kennenzulernen.  Ich werde auf jeden Fall ein paar Prospekte mitnehmen.“

 

Eine Million Sterne für ein friedliches Miteinander

Einige blieben in der Fruchthalle, um sich an den Ständen des Kreuzbundes, der SKFM Beratungsstelle und des Forums Caritas-Ehrenamt zu informieren. Hier war auch Inge Lütz vom Vorstand des Forums Caritas-Ehrenamt anzutreffen. „Wir nutzen die Zeit als Team und um Kontakte zu knüpfen“, sagte sie.

Für Unterhaltung beim Nachmittagskaffee sorgten erneut die United States der Air Forces in Europe Band, die Gruppe „Edelweiß“ bot schwungvolle Tanzeinlagen. Auf den besonderen Abschluss stimmte die Diözesan Caritas-Direktorin ein. „Die Aktion eine Million Sterne macht Jahr für Jahr auf das Engagement der Ehrenamtlichen aufmerksam. Sie lädt ein, ein gemeinsames Zeichen zu setzen – für ein friedliches Miteinander und Solidarität zwischen allen Menschen.“ Kerze für Kerze gestalteten die Mitarbeitenden des Caritas-Zentrums Kaiserslautern eine stimmungsvolle Lichterwand. Mit dem Reisesegen und der Einladung zum Caritas-Tag für Ehrenamtliche am 14. November 2026 in Speyer setzte Barbara Aßmann einen Schlusspunkt unter den rundum gelungenen Tag.

 

Text: Friederike Jung für den Caritasverband für die Diözese Speyer
 

Diese Meldung und weitere Nachrichten des Bistums wurde veröffentlicht auf der Internetseite www.bistum-speyer.de

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