Dienstag, 24. Februar 2026
“Wir wollen die Öffentlichkeit für die Würde der Frau sensibilisieren“

Kerstin Ecker (links) und Marlies Kohnle-Groß arbeiten zusammen, um die Bischöfliche Stiftung und ihren Auftrag weiterzuentwickeln © view
Kerstin Ecker neue Geschäftsführerin der Bischöflichen Stiftung für Mutter und Kind
Speyer. Über ein Jahr musste die Bischöfliche Stiftung für Mutter und Kind im Bistum Speyer ohne Geschäftsführung auskommen. Die Vakanz war durch den Wechsel von Heike Vogt zum Caritas-Zentrum Ludwigshafen entstanden, um dessen Leitung zu übernehmen. Nun ist die Lücke geschlossen: Im Januar hat Kerstin Ecker, bislang stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsbeirats, die Position übernommen.
„Das ist eine neue Aufgabe und eine Herausforderung, die ich gerne annehme“, sagt die frischgebackene Geschäftsführerin. Bei ihr laufen künftig die Fäden zusammen, mit denen die Stiftung befasst ist. Ein entscheidender Vorteil dafür ist ihre langjährige Mitwirkung im Beirat, die sie mit der Stiftung eng vertraut werden ließ. Ihre Position als stellvertretende Vorsitzende hat sie abgegeben. Diese nimmt nun Andrea Storminger vom Kolping-Diözesanverband ein. Neues Mitglied des zehnköpfigen Beirats ist der ehemalige Vorsitzende des Caritasverbandes Karl-Ludwig Hundemer.
„Ich freue mich, dass Kerstin Ecker sich für das Amt zur Verfügung stellt“, sagt Marlies Kohnle-Gros. Für die Vorsitzende des Stiftungsbeirats ist das eine große Entlastung. Sie war eingesprungen, hat die Anforderungen, die eine Geschäftsführung mit sich bringt, zusätzlich zu all ihren anderen Aufgaben übernommen. „Das war eine anstrengende Phase, zumal in diese Zeit auch die Organisation der Feier zu unserem 25-jährigen Stiftungsjubiläum im November 2024 fiel. Da gab es eine Menge zu tun. Aber ich packe eben da an, wo es nötig ist“, sagt Kohnle-Gros, von Kopf bis Fuß eine Frau der Tat.
Beiden Frauen liegt die Bischöfliche Stiftung für Mutter und Kind am Herzen. „Sie basiert auf drei Säulen“, sagt Kerstin Ecker und umreißt die Schwerpunkte. Als primäre Aufgabe unterstütze sie die katholischen Schwangerschaftsberatungsstellen in der Diözese. Um möglichst viele Frauen zu erreichen, seien kreative Ideen gefragt, wie etwa die Einführung der Onlineberatung. Zum anderen fördere die Stiftung bestimmte Projekte des Caritas-Verbandes und anderer kirchlich-caritativer Träger zugunsten von Frauen, die durch Schwangerschaft in Konfliktsituationen geraten. „Weiterhin möchten wir die Öffentlichkeit für die Würde der Frau und den Schutz des ungeborenen Kindes sensibilisieren.“
Themen, mit denen Ecker tagtäglich zu tun hat. Die diplomierte Sozialarbeiterin hat viele Jahre die Schwangerschaftsberatung des Sozialdienstes katholischer Frauen in Landstuhl geleitet. Diese ist nach einem Trägerwechsel Anfang des Jahres nun Außenstelle der Schwangerschaftsberatung des Caritas-Zentrums Kaiserslautern. Das Team ist geblieben, Kerstin Ecker gehört ihm als Beraterin nach wie vor an. Diese Aufgabe macht den Hauptteil ihrer Arbeit aus, der Geschäftsführung widmet sie sich auf Stundenbasis. In der Schwangerschaftsberatung begegnen ihr die vielfältigen Probleme, Fragen und Situationen schwangerer Frauen. „Sie zu unterstützen und ihnen eine Lobby zu geben, ist mir eine Herzensangelegenheit.“
Wie wichtig dazu auch finanzielle Unterstützung ist, weiß sie nur zu gut. Die gewährt die Bischöfliche Stiftung für Mutter und Kind bevorzugt an Stellen und Projekte, die keine öffentliche Förderung erhalten. „Entsprechende Anträge nimmt der Stiftungsbeirat entgegen und entscheidet, welche bewilligt werden. Die Vergabe von Mitteln übernimmt die Finanzkammer, die als Treuhänder das Stiftungsvermögen verwaltet“, erklärt Marlies Kohnle-Gros. So ist etwa dem Antrag des Projekts „My FeritlityMatters“ (MFM – wertvoll aufgeklärt} stattgegeben worden. Im Sinne einer gesunden Sexualerziehung werden Schulklassen in altersgerechten Workshops unterstützt, ein gutes Verhältnis zu ihrem Körper und dessen Veränderungen zu entwickeln.
„Wir sind auch behilflich, neue Projekte anzuschieben, wie etwa das Beratungsangebot der CampusGemeinde Kaiserslautern für Studentinnen, die werdende oder seit kurzem Mütter sind“, sagt Kohnle-Gros. „Dafür haben wir bereits eine Schaukel und einen Wickeltisch zur Verfügung gestellt.“
Tradition dagegen haben schon die Podiumsgespräche im Heinrich-Pesch-Haus. „Dazu kommen immer externe Referenten und Referentinnen, die das jeweilige Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und verlässliche Zahlen mitbringen.“ Wie findet die Stiftung eigentlich die Themen? „Sie werden in einem längeren Prozess im Beirat entwickelt, oft unter dem Aspekt aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen. Die Vorschläge leiten wir an unseren Kooperationspartner, das Heinrich-Pesch-Haus und seine Familienbildung, weiter. Denn es hat gute Beziehungen zu Vertretern der Wissenschaft.“
Das nächste Podiumsgespräch findet am 9. März statt und befasst sich unter dem Titel „Nachwuchs? Nein danke!“ mit den Motiven, Einflussfaktoren und Folgen gewollter Kinderlosigkeit. Ein kontroverses Thema, das eine lebhafte Diskussion verspricht.
Polarisierend ist auch die politische Forderung, die Strafbarkeit des Schwangerschaftsabbruchs abzuschaffen. Dazu hat Marlies Kohnle-Gros eine eindeutige Meinung. „Ich bin gegen extreme Auswüchse sowohl in der einen als auch in der anderen Richtung. Die Arbeit unserer Stiftung ist werteorientiert, das bedeutet, dass wir unser Möglichstes tun, um Frauen Unterstützungsangebote aufzuzeigen, die ihnen helfen, sich für das Kind zu entscheiden.“ Dazu tragen die Schwangerschaftsberatungsstellen bei, die auch für Frauen in Konfliktsituationen da sind – ohne jedoch Beratungsscheine auszustellen, die eine straffreie Abtreibung ermöglichen. Dabei solle gleichzeitig die Würde der Frauen gewahrt werden. „Sie treffen letzten Endes die Entscheidung allein. Aber wir freuen uns über jede Frau, die sich fürs Muttersein entschließt“, sagt Kerstin Ecker.
Als Geschäftsführerin der Stiftung ist jedoch nicht nur mit inhaltlichen Dingen beschäftigt, sondern auch mit dem finanziellen Aspekt. Dazu gehört unter anderem das Fundraising. „So wie wir Mittel vergeben, sind wir unsererseits dankbar für Zuwendungen.“ Die erfolgen zumeist aus Kollekten, Spenden, hier und da auch aus Vermächtnissen. „2024 hatten sich die Spenden im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt“, sagt Marlies Kohnle-Gros und hofft auf eine weitere positive Entwicklung – nicht nur in diesem Bereich. „Ich blicke frohgemut in die Zukunft.“
Text: Friederike Jung
Diese Meldung und weitere Nachrichten des Bistums wurde veröffentlicht auf der Internetseite www.bistum-speyer.de







































