Bistum Speyer

Mittwoch, 30. September 2015

Im Altenzentrum sind die Hühner los

Michael Lüft und eine Bewohnerin des Altenzentrums

Bewohner freuen sich über gefiederte Gäste und kommen ins Erzählen

Schifferstadt. Im Garten des Caritas-Altenzentrums St. Matthias in Schifferstadt sind Hühner eingezogen, sehr zur Freude der Bewohner. Allerdings geben sie hier nur ein Gastspiel auf Zeit. Möglich macht das „Rent a Huhn“ (Miete ein Huhn), die Geschäftsidee eines findigen Hühnerhof-Besitzers aus Seligenstadt: Michael Lüft vermietet seit zwei Jahren Hühner mit allem was dazu gehört.

Annette Schenk, Leiterin des Altenzentrums und Arletta Groß, Leiterin der Sozialbetreuung, haben von Lüft in der Tageszeitung gelesen und waren beide sofort einig: „Das machen wir hier!“. „Ich habe mich sofort an meine Tante Maria und ihre Hühner erinnert, die ich als Kind immer auf dem Bauernhof besucht habe“, sagt Schenk. Und wenn ihr das selbst so geht, dann weckt das sicher auch Erinnerungen bei vielen Bewohnern, folgerte sie. Die Menschen in Schifferstadt stammen schließlich aus einer ländlichen Gegend und da gehören Hühner dazu.

Am Dienstag war es dann soweit. Schon beim Betreten des Altenzentrums merkt man, dass heute etwas anders ist. Im Foyer sitzen einige betagte Damen zusammen und unterhalten sich angeregt über „verrückte Hühner“. Im Garten ist Michael Lüft schon zu Gange: Er stellt das transportable Hühnerhaus auf und zieht einen Zaun rundherum. In die Mitte stellt er einen Futterspender. Aus einem Umzugskarton gackert es schon verräterisch. Dann endlich dürfen die Hühner in ihr neues Zuhause auf Zeit.

Nach und nach treffen auch die Bewohner des Altenzentrums ein. „Wir hatten früher auch drei Hühner“, erzählt Elisabeth Burchardt. Die 87-jährige strahlt, als ihr Michael Lüft eine Henne in die Arme drückt. „Unsere waren genauso zahm“, erklärt die Seniorin. Klaus Riel hat eine andere Beziehung zum Federvieh, er war früher fürs Schlachten zuständig. Als er dann ein Huhn in den Armen hält, erkundigt er sich gleich, ob er das jetzt auch schlachten soll. Nein, lieber nicht! „Das ist gemein, dass man bei einem so lieben Tier gleich an den Braten denkt“, findet Frederieke Krupp (92). Sie möchte wissen, ob zur Hühnerhaltung nicht auch ein Hahn dazugehöre. Michael Lüft versichert ihnen, dass die Hennen auch gut ohne klar kommen. „Vielleicht könnte man das auch auf Menschen übertragen“, sinniert Krupp. Die Bewohner haben ihren Spaß. Thekla Best legt ein gutes Wort für die Hühner ein. Man solle ihnen ein bisschen Salat vorbeibringen. Nur Körner aus dem Futterspender seien ja nicht unbedingt das Wahre. „Wird gemacht“, verspricht Arletta Groß. Für Bewohner und Mitarbeiter gibt es inzwischen ein Schlückchen Eierlikör.

Genau so haben sich das Arletta Groß und Annette Schenk vorgestellt: Die Bewohner bringen ein Stück ihrer Biographie mit ein. In den nächsten zwei Wochen wird sich viel ums Thema Huhn und Ei drehen. Es sind Gesprächsrunden, Quiz-Veranstaltungen und einige Rätsel geplant. In den Vorleserunden geht es um Märchen zum Thema Hühner und auf dem Speiseplan stehen Gerichte mit Hühnerfleisch und Eiern – natürlich kein Hühnerfleisch der gemieteten Hühner. Leider dürfen die Eier von den gemieteten Hühnern nicht für die Küche des Altenzentrums genommen werden. Um Salmonellenvergiftungen zu vermeiden, darf dort nur pasteurisiertes Vollei verwendet werden. Dafür freuen sich Ewa Nordt und Iris Müller über die frisch gelegten Eier. Die ersten beiden Eier haben die Hennen gerade eben gelegt. Die beiden Betreuungskräfte kümmern sich um die Hühner und misten auch den Stall aus. Für den Abend haben sie sich gleich mit den Bewohnern verabredet, denn die möchten natürlich dabei sein, wenn die Hühner ins Bett gebracht werden.

Es wäre schon schön, wenn dauerhaft Hühner im Garten des Altenzentrums leben könnten, findet Schenk, aber das sei einfach nicht machbar. Aber nächstes Jahr könnten die Hühner gerne wieder zu Besuch kommen. Michael Lüft hat jetzt schon viele Anfragen von Kindergärten, Grundschulen und Seniorenheimen. Im Moment hat er 25 mobile Hühnerhäuser, nächstes Jahr sollen es dann 40 sein. Text / Foto: christine kraus

Diese Meldung und weitere Nachrichten des Bistums wurde veröffentlicht auf der Internetseite www.bistum-speyer.de

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