Dienstag, 07. Juli 2026
Patronatsfest im Caritas-Altenzentrum St. Ulrich

Von links. Christiane Bernhart (Hauswirtschaft), Ernst Omer (ehem. Leiter), Holger Maar (Caritas-Direktor), Gisela Brantl (ehem. Stadträtin), Marc Weigel (OB Neustadt), Katharina Krieger (aktuelle Leiterin), Regina Greiner (ehem. Leiterin), Foto: Caritasverband für die Diözese Speyer e.V.
Erinnerung an den Umzug vor 25 Jahren
Neustadt. Ein besonderes Patronatsfest feierte das Caritas-Altenzentrum Sankt Ulrich in Neustadt: Vor 25 Jahren bezog die Einrichtung das neue Gebäude in der Konrad-Adenauer-Straße. Und einige Zeitzeugen berichten, dass es anfangs ein bisschen Skepsis gab. Auf den Umzug folgte noch ein weiterer „Umzug“, mit dem keiner rechnete.
Katharina Krieger, seit 2022 Leiterin der Einrichtung, begrüßte den damaligen Leiter Ernst Ohmer und ihre direkte Vorgängerin, Regina Greiner. Ehrengäste waren der Neustadter Oberbürgermeister Marc Weigel und Caritas-Direktor Holger Maar. Ernst Ohmer hat von der Planung über Umzug bis Eröffnung die Geschichte des modernen Altenzentrums miterlebt. Er nahm die Bewohner, das Mitarbeiter-Team und die Ehrengäste mit auf eine kleine Zeitreise.
„Alle haben sich gefreut, aber als es so weit war, wollte keiner rüber“, erinnerte sich Ohmer. Vielleicht lag es daran, dass Bewohner und Team sich im Altbau wohlfühlten – obwohl der Bau wirklich nicht mehr zeitgemäß war. Davon erzählten uns nach der Feierstunde zwei Mitarbeiterinnen, die den Wechsel im Oktober 2001 mitgemacht haben.
Natalia Git (59) begann am alten Standort ihre Mitarbeit im Jahr 2000. Iwona Köroglu (58) fing im Frühjahr 2001 dort an. „Der Aufzug war ständig kaputt“ erinnert sich Natalia Git. Es gab auch nur gemeinschaftliche Badezimmer und sanitäre Anlagen. Das war für Bewohner und Betreuende beschwerlich – und manchmal auch unangenehm. „Eine Privatsphäre, wie heute üblich, gab es damit nicht“, sagt Iwona Köroglu. Sehr gemocht haben die Bewohner den Gemeinschaftsraum, der wie eine Art Wohnzimmer für alle war. Alles war klein, eigentlich zu klein – aber dafür auch übersichtlich. „Einige Bewohner hatten ein bisschen Angst vor dem neuen Haus“, berichtet Git. Aber als alle erst mal dort waren, habe es auch allen gefallen. Und Team und Bewohner merkten schnell, dass das neue Haus ein deutliches Plus an Lebensqualität und Versorgung bedeutet. „Das Gebäude ist hell und schön und die Orientierung ist leichter als gedacht“, sagt Köroglu. Möglich wurde das durch verschiedene Farben von Stockwerken und Stationen. Beim Umzug vom alten Gebäude ins neue, waren 40 Bewohner zu bewegen. Die Fitteren schafften die etwa 300 Meter zu Fuß, natürlich begleitet von Mitarbeitenden. Menschen mit eingeschränkter Mobilität bekamen Hilfe durch Sanitäter und wurden gefahren. Und der Aufzug funktionierte!
In den ersten Wochen gab es für Einrichtungsleiter Ernst Ohmer alle Hände voll zu tun. „In der Zeit habe ich dort gewohnt“, sagte er den Festgästen. Praktische und technische Dinge mussten sich erst einspielen, einen Hausmeister gab es noch nicht. Ohmer war rund um die Uhr im Einsatz. Auf den Umzug der Einrichtung folgte noch ein weiterer, heiterer Umzug: „Wir hatten ja schon Erfahrung und da haben wir beim Weinfest-Umzug mitgemacht“, erzählt Ohmer schmunzelnd. So entstand eine Fußgruppe mit Wägelchen und Rollis, die als Caritas-Altenheim Sankt Ulrich den Umzugsweg machten. Aber der Spaß war da und wurde sogar noch belohnt: Das Publikum wählte die Gruppe auf den dritten Platz in der Zuschauergunst.
Nachfolgerin Ohmers nach dessen Pensionierung 2018 war Regina Greiner. In ihre Dienstzeit fiel die Corona-Pandemie. „Es war eine sehr schwere Zeit“, sagt sie immer noch bewegt. Doch da habe sich auch gezeigt, dass in Sankt Ulrich ein guter Geist herrsche. „Wir haben alle zusammengestanden, das Team war unglaublich engagiert“, sagt sie im Rückblick. Katharina Krieger hat die Leitung im September 2022 übernommen. Sie bestätigt die gute Atmosphäre im Haus. „Wir haben immer noch 14 Mitarbeitende im Team, die noch den Umzug vor 25 Jahren mitgemacht haben“, sagt sie. Ihr Dank gilt allen, die zum Wohlbefinden der Bewohner und der guten Zusammenarbeit untereinander beitragen. Das gelte für alle Abteilungen, von Pflege und Betreuung über Haustechnik und Verwaltung und auch für die Ehrenamtlichen, die einen wichtigen Beitrag im Angebot der Einrichtung leisten.
„Zuhause ist, wo Menschen füreinander da sind“, sagt Krieger. Das werde in Sankt Ulrich gelebt. Den Festgottesdienst zelebrierten der katholische Pfarrer Michael Janson und der protestantische Pfarrer Frank Schuster gemeinsam. „Das Haus steht allen Menschen offen, unabhängig von der Konfession“, sagte Janson. Alle seien Brüdern und Schwestern in Jesu. Pfarrer Janson erinnerte an den Namenspatron Sankt Ulrich, der als Bischof von Augsburg sich besonders für Alte, Arme und Kranke einsetzte. Nach dem Festgottesdienst ging es zum gemeinsamen Mittagessen, später legte Ernst Ohmer als „DJ Ernst“ Musik auf und Bewohner, Freunde und Angehörige feierten mit dem Caritas-Team noch ein schönes Fest.
Text/Foto: Caritasverband für die Diözese Speyer e.V.
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