Mittwoch, 08. Januar 2025
Im Dunkeln tappen
Sprichwörter aus der Heiligen Schrift (25)
Sprichwörter und „geflügelte Worte“ verwenden wir zuhauf. Oft wissen wir gar nicht, woher sie eigentlich kommen, was sie vielleicht zuerst bedeuteten. Das gilt vor allem für die erstaunlich vielen Sprichwörter, die aus der Heiligen Schrift in unsere Alltagssprache eingegangen sind.
Wörtlich meint „im Dunkeln tappen“ das tastende Gehen, wenn man nachts nichts sieht. Dann sagt man aber auch so, wenn man weder ein noch aus weiß, Ungewissheit herrscht, Sinn und Ziel nicht klar sind. Vermutlich kommt „tappen“ vom mittelhochdeutschen Wort für „Pfoten“ und hat vor Augen, wie unbeholfen, plump – „täppisch“, „tapsig“ – sich vor allem junge Tiere fortbewegen.
In seinem Ursprung, der im fünften Buch des Mose liegt, hat dieses Sprichwort noch einmal einen besonderen Sinn. So heißt es da: „Der Herr schlägt dich mit Wahnsinn, Blindheit und Irresein. Am hellen Mittag tappst du im Dunkeln wie ein Blinder. Deine Wege führen nicht zum Erfolg“ (Buch Deuteronomium 28,28–29). So – und mit noch vielem anderen – wird hier eindringlich beschrieben, was geschieht, „wenn du nicht auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst, indem du nicht alle seine Gebote und Satzungen … bewahrst und sie nicht hältst“ (Buch Deuteronomium 28,15).
Wir können hier auch noch das Wort Jesu von sich als dem „Licht der Welt“ hinzunehmen: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern das Licht des Lebens haben“ (Johannes-Evangelium 8,12). Für „wird nicht in der Finsternis umhergehen“ könnten wir auch „wird nicht im Dunkeln tappen“ sagen. Jesus nachzufolgen heißt ja, das zu leben, was Gott geboten hat, wie auch er nichts anderes getan hat (Johannes-Evangelium 4,34;15,10).
So tappen wir auf jeden Fall nicht im Dunkeln, wenn wir im Licht gehen, das Jesus ist. Wir werden sogar selbst, wie Jesus sagt, zum Licht der Welt. Und das sollen wir nicht unter den Scheffel stellen, sondern auf den Leuchter, damit es weithin allen leuchtet (Matthäus-Evangelium 5,14–15). (kh)
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