Stiftung Mutter und Kind

Dienstag, 25. März 2025

„Vom Instagram-Ideal zur Realität“

Von links: Moderatorin Ulrike Gentner vom Heinrich Pesch Haus und die Teilnehmerinnen des Podiumsgesprächs Eva Borries, Kerstin Ecker und Renate Burkert © Mechthild Möbus

Podiumsgespräch der Bischöflichen Stiftung Mutter und Kind in Kooperation mit dem Heinrich-Pesch-Haus

Ludwigshafen. Informationen, Werbung und schöne Fassaden - das Internetportal Instagram wird weltweit von zwei Milliarden Menschen genutzt. Wie auf der Plattform insbesondere die Themen Schwangerschaft und Geburt dargestellt werden und welche Chancen und Risiken für die Nutzer damit verbunden sind, war das Thema des Podiumsgesprächs unter dem Titel „Vom Instagram-Ideal zur Realität“ am 24. März 2025 im Heinrich-Pesch-Haus in Ludwigshafen. Zu der Veranstaltung hatte die Bischöfliche Stiftung Mutter und Kind in Kooperation mit dem Heinrich-Pesch-Haus und seiner Familienbildung eingeladen.

In die facettenreiche Welt von Instagram führte Diplom-Medienpädagogin Eva Borries ein. Dabei hob die Referentin für Medienkompetenz hervor, dass nicht wenige der Beiträge würden ein geschöntes, perfektes Idealbild von Schwangerschaft und Geburt aufzeigen und gab zu bedenken: „Was macht das mit den Frauen?“ Gleichzeitig gebe es jedoch auch eine andere, wirklichkeitsnahe Seite auf Instagram. Die Referentin, die selbst Mutter von drei Kindern ist und Instagram erlebt hat, zeigte die Gratwanderung zwischen Chancen und Risiken des Portals auf. Zum einen könnten geschönte Bilder uns als Nutzer unter Druck setzen, während auf anderen Seiten gezeigt wird, wie anstrengend Mutterschaft sein kann. Kritisch sieht die Referentin auch den Trend zur Re-Traditionalisierung, das heißt, dass das traditionelle Frauen- und Mutterbild auf vielen Seiten dominiert. Ebenso warnt sie vor medizinischen Empfehlung auf Instagram: „Das sollten Fachärzte machen, nicht Instagram.“ Zudem habe sich Instagram als „krasser Werbemarkt“ etabliert. Andererseits trage Instagram aber auch dazu dabei, Tabus zu brechen wie zum Beispiel mit Beiträgen zum Thema Fehlgeburten, das Eltern eine Plattform bietet, ihren Kummer zu teilen. Zudem werde über Instagram nützliches Wissen verbreitet, wie zum Beispiel der neue Ernährungstrend für Kleinkinder, der ohne Brei auskommt, und gewaltfreie Kommunikation, zeigt die Medienreferentin die positiven Seiten von Instagram auf. Gleichzeitig rät sie zu Medienkompetenz, um die Inhalte kritisch zu nutzen.

Warum die soziale Medien wie Instagram seien heute als Mittel zum Austausch sehr beliebt seien, liege auch an unseren veränderten Lebenssituationen: „Wir leben nicht mehr im Familienverband wie früher, sondern eher isoliert“, hebt Eva Borries hervor.  Schwangerschaft und Mutterschaft sei für viele Frauen eine Herausforderung und auch eine Überforderung: „Werdende Mütter suchen oftmals den Austausch mit Gleichgesinnten - bei Instagram finden sie ihn.“

Demgegenüber wurde der Austausch im richtigen Leben wie zum Beispiel im Geburtsvorbereitungskurs von Hebamme Renate Burkert als sehr wertvoll empfohlen. Im persönlichen Gespräch sei es möglich, auf die Frauen einzugehen, die oft durch ihre neue Situation verunsichert sind.

Dem stimmte auch Diplom-Sozialpädagogin Kerstin Ecker zu, die als Sozialarbeiterin in der Schwangeren- und Familienberatungsstelle des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Landstuhl arbeitet. „Wir müssen Angebote zu den Frauen bringen. So bieten wir in der Landstuhler Entbindungsstation regelmäßig Sprechstunden an.“ Wie wichtig für die Frauen der persönliche Kontakt sei zeige auch zum Beispiel der Babyladen Ramstein mit seinem niederschwelligen Angebot, der 2024 einen Besucherrekord verzeichnete, hob Kerstin Ecker hervor.

In seinem Schlusswort hob Bischof Karl-Heinz Wiesemann hervor, wie kompakt, vielschichtig und vor allem aufschlussreich die Darstellung von Instagram von Seiten der Referentinnen für die Zuhörer war. Wir leben in einer digitalen Welt, die Demokratisierung und Teilhabemöglichkeit bietet, hob der Bischof hervor. Gleichzeitig werde jedoch auch die inhaltliche Ambivalenz stark diskutiert. „Das eigentliche Leben ist nicht digital, sondern in der Wirklichkeit, im Miteinander, das wir teilen“, betonte Wiesemann. Mit der Beratung nah bei den Menschen zu sein, die Menschen annehmen, wie sie sind, sei wichtig, sagte der Bischof mit Blick auf die Angebote der verschiedenen Träger wie Bistum und Caritas. Im Anschluss daran nutzten die Besucher noch die Gelegenheit zum Austausch.

 

Zum Hintergrund:

Die Bischöfliche Stiftung für Mutter und Kind unterstützt seit knapp 25 Jahren die Katholische Schwangerschaftsberatung in der Diözese Speyer finanziell und ideell, fördert Projekte kirchlicher Träger zugunsten schwangerer Frauen und sensibilisiert die Öffentlichkeit für den Schutz des ungeborenen Lebens.

 

Text: Mechthild Möbus

Diese Meldung und weitere Nachrichten von Stiftung Mutter & Kind
finden Sie auf folgender Internetseite: www.fuer-mutter-und-kind.de

Artikel teilen:

Dombauverein
31.03.26

Paten und Spender für die Restaurierung des Ölbergs...

Im Jahr 2025 wurde der Dombauverein Speyer 30 Jahre alt. Aus diesem Anlass wollte...
Dombauverein
28.03.26

Sandstein, ein komplexes Thema gut präsentiert.

Gebannt lauschten die Anwesenden dem Vortrag des Mineralogen Prof. Dr. Robert...
Treffer 1 bis 2 von 135
Katholikenrat
01.04.26

Gesegnete Ostern!

„Die Freude des Auferstandenen ist eine Freude, die nicht vergeht; sie bleibt in...
Katholikenrat
25.02.26

„Aufstehen für Menschenwürde und Demokratie“

Katholikenrat des Bistums zur Landtagswahl 2026
Treffer 1 bis 2 von 188
KEB
29.04.26

"Achtsamkeit draußen" im Bliesgau

Meditation und Bewegung in der Natur mit kulinarischem Ausklang
KEB
17.04.26

Magnificat – Geistliches Konzert mit Mezzosopran und...

Der Monat Mai steht in besonderer Weise für das Aufblühen der Natur und die...
Treffer 1 bis 2 von 258
Hochschulgemeinden
17.04.26

SP | Pub-Quiz

Wer macht mit? Jede*r ist mit seinem Wissen willkommen :-) Wir wollen den Pokal...
Hochschulgemeinden
13.04.26

STUBE

Application Workshop A cooperation seminar of the Mainz Employment Agency and...
Treffer 1 bis 2 von 356
Kirchenmusik
30.04.26

Informationstermine im Juni 2026 am BKI

Die Leiter der Ausbildungsorte Speyer, Kaiserslautern und St. Ingbert bieten...
Kirchenmusik
16.04.26

Das POP-Konzert - Chor trifft Rockband

Sa. 09. Mai 2026 / St. Ingbert / Endlich ist es wieder soweit! Das POP-Konzert der...
Treffer 1 bis 2 von 374
Stiftung Mutter und Kind
13.03.26

„Nachwuchs? Nein danke.“

Bischöfliche Stiftung für Mutter und Kind diskutiert gewollte Kinderlosigkeit
Stiftung Mutter und Kind
24.02.26

“Wir wollen die Öffentlichkeit für die Würde der Frau...

Kerstin Ecker neue Geschäftsführerin der Bischöflichen Stiftung für Mutter und Kind
Treffer 1 bis 2 von 40