KEB

Montag, 02. August 2021

Ich mache alles neu

Foto von Arvid Knutsen von Pexels

Impuls zum Earth Overshoot Day

 

          „Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde;
          denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr.
          Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu.
          Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende.
          Wer durstig ist, den werde ich unentgeltlich aus der Quelle trinken lassen,
          aus der das Wasser des Lebens strömt.“
                                                                                                                        (Offb 21,1.5a.6b-8)

Eine neue Erde – die brauchen wir dringend. Vor allem seit dem 29. Juli diesen Jahres, dem „Earth Overshoot Day“ oder „Erdüberlastungstag“, an dem wir die Ressourcen unserer Welt für dieses Jahr aufgebraucht haben. Wie praktisch wäre es, könnten wir einfach eine „neue Erde“ aus dem Regal ziehen.

In der Offenbarung bricht diese „neue Erde“ nach einer ausführlichen Schilderung des Endgerichts an – inklusive einer Gerichtsszene wie aus dem Drehbuch eines Hollywood-Blockbusters… Da wirkt der „Earth Overshoot Day“ doch recht harmlos – man sieht eine Schlagzeile in den Zeitungen oder im Internet, einen Appell und letztlich passiert – genau! Nichts. Schlagzeilen und Appelle kann man leicht überhören, einen Tag später scheinen sie schon nicht mehr aktuell - die Dringlichkeit und der Ernst der Lage sind dennoch kaum zu überbieten…

Ähnlich verhält es sich an anderer Stelle. Ich frage mich, wie es aussehen würde, wenn wir auch einen „Church Overshoot Day“ einführen würden. Und damit meine ich nicht einen Tag, an dem in der Hierarchie der Kirche höher Gestellte genug haben von Kritiker*innen und Andersdenkenden. Damit meine ich den Tag, an dem das Volk aller Getauften, das die Kirche lebendig macht, mal wieder sagt: „Für die nächsten paar Wochen / Monate / Jahre – oder vielleicht für immer – habe ich genug. Meine Geduld ist aufgebraucht.“

Sind wir ehrlich: Ist dieser Tag nicht viel zu oft erreicht? Was wäre, wenn immer dann eine Sirene heult, wenn wieder ein Mensch enttäuscht ist von einer Begegnung, einer Aussage oder einem Gottesdienst?

Ich glaube, es ist nicht nur für unseren Planeten fünf vor zwölf.

Wie gut, dass wir nicht alleine unterwegs sind. Unser Gott ist ein Schöpfergott, ein Gott des Neuanfangs und der Kreativität. In diese Schöpferkraft hat er uns hineingenommen, als er uns ebenbildlich erschaffen hat.

Und, um es mit Worten des Dichters Huub Oosterhuis aus seinem Psalm 104 zu sagen:

          „Wer will das Antlitz der Erde erneuern?
          Du, den ich Freund und Fremdling nenne
          Von den Bergen? Ja du, mit mir zusammen.“

 

Sonja Haub
Bildungsreferentin, KEB Pfalz

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