Stiftung Mutter und Kind

Mittwoch, 22. Januar 2020

"Bildung, Unterstützung und Mut!"

SAP-Aufsichtsratsvize Margret Klein-Magar fordert ausgewogenere Geschlechter-Balance in Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft - Festakt 20 Jahre "Bischöfliche Stiftung für Mutter und Kind"

"Wir wollen helfen!" – das ist seit 20 Jahren der Anspruch der Bischöflichen Stiftung Mutter und Kind im Bistum Speyer. Ihren zwanzigsten Geburtstag feierte die Stiftung am Montagabend mit einem informativen und unterhaltsamen Festakt im Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen. Marlies Kohnle-Gros (MdL), Vorsitzende des Beirates der Stiftung, konnte dazu rund 100 Gäste, darunter viele langjährige Unterstützer und Weggefährten der Stiftung, begrüßen.

Kohnle-Gros erinnerte an die nicht ganz einfachen Anfangsjahre der Stiftung, deren Gründung sie als „starkes Zeichen“ in der damaligen Zeit des Ringens um den richtigen Weg in der Schwangerschaftsberatung wertete. Heute sei die Stiftung gut vernetzt und die Arbeit anerkannt. 20 Jahre seien ein guter Anlass zu feiern und mit neuem Logo und Energie in das „Erwachsenenalter“ zu starten.

Die langjährige gute Kooperation von Stiftung und Heinrich Pesch Haus würdigte Ulrike Gentner, stellvertretende Direktorin des Hauses, in ihrem Grußwort. Das christliche Menschenbild, der Lebensschutz und der Einsatz für Familien seien gemeinsame Anliegen beider Institutionen.
„Ein JA zu Kindern heißt für mich persönlich ein Ja zur Zukunft. Ein Ja zu einer lebenswerten Zukunft für mich selbst, aber auch für unsere Gesellschaft und die gesamte Menschheit auf diesem wunderschönen Planeten Erde“, so formulierte Margret Klein-Magar, stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates der SAP SE Walldorf, in ihrem Festvortrag unter dem Titel „Frau und Mutter sein – im Spannungsfeld von Familie, Gesellschaft und Beruf“, ihre Grundüberzeugung.

Bildung, Unterstützung und Mut – diese drei Faktoren tragen nach ihrer Auffassung dazu bei, im Spannungsfeld von Familie, Gesellschaft und Beruf als Frau und Mutter erfolgreich zu sein. Eine Schlüsselrolle spiele dabei die Chance, Lernen zu dürfen. Anhand ihres Lebens- und Berufsweges erläuterte die Mutter einer Tochter, die in der Zeit des Studiums von Klein-Magar zur Welt kam, wie wichtig es ist, Unterstützungsangebote zu nutzen und Mut zu haben, den eigenen Weg zu gehen. „Ich bin überzeugt, dass die Beratung, die Sie im Rahmen der Bischöflichen Stiftung leisten, eine großartige Unterstützung ist. Sie machen Vätern, Müttern und jungen Erwachsenen Mut. Sie zeigen Wege auf, wie man persönliche Ziele verfolgen und Eltern sein kann“, lobte Klein-Magar.

Nur im Zusammenspiel von Individuen, Gesellschaft, Politik und Unternehmen könne der überfällige Wandel gelingen. Um Familie und Job zum Wohl aller miteinander zu vereinbaren, forderte Klein-Magar die Politik dazu auf, weiterhin für die notwenigen Rahmenbedingungen wie Elternzeit und kostenlose, verpflichtende Kindertagesstätten zu sorgen und „Herdprämien“ zu vermeiden. An die Gesellschaft richtete sie die Forderung, Wörter wie „Rabenmutter“ aus dem Vokabular zu streichen und Institutionen wie die Bischöfliche Stiftung zu unterstützen. Unternehmen seien auf gute Mitarbeiter angewiesen. Sie sollten die Arbeitswelt flexibel gestalten, denn „die Frage ist nicht: Kinder oder Karriere, sondern Kinder und Karriere“.

Die Notwendigkeit der Chancengleichheit von Frauen und Männern begründete Klein-Magar mit der Überzeugung, dass es in einer Gesellschaft eine Balance von „weiblichen und männlichen Wesensmerkmalen“ geben solle. Beide Teile seien gleichermaßen wichtig und in jedem Menschen, unabhängig davon ob Frau oder Mann, vorhanden. „Der männliche symbolisiert Durchsetzungsstärke, Wettbewerb, das Rationale. Der weibliche verkörpert Intuition, Empathie, Emotion, Teamdenken“. Noch überwiege in der Gesellschaft das Männliche „Materialismus dominiert über Spiritualität, Rationalität über Emotionalität, Intellekt über Intuition und Fortschrittsdenken siegt über Nachhaltigkeit“. Trotzdem habe sie in den letzten drei Jahrzehnten eine – wenn auch nur langsam voranschreitende – Veränderung gespürt. Bei allem Wandel stehe immer der Mensch und sein Wohlergehen im Mittelpunkt, in ihrem Unternehmen wie auch im kirchlichen und sozialen Umfeld, in dem sich die Stiftung bewege. Sie sprach sich dafür aus, dass auch in der Kirche Frauen Zugang zu wichtigen Positionen erhielten.

„Für uns alle wünsche ich mir eine Welt, in der das Weibliche und das Männliche in Einklang, in Balance sind. In der Akzeptanz und Toleranz selbstverständlich sind. In der auch ein Mann und Vater zu einem Vortrag eingeladen wird, um über seine Erfahrungen im Spannungsfeld von Familie, Gesellschaft und Beruf zu sprechen. So wird aus Symmetrie Harmonie. An diese Vision glaube ich“, betonte Klein-Magar.

In seinem Schlusswort griff Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann den Gedanken der Balance von weiblichen und männlichen Wesensmerkmalen auf. Die sich ergänzenden Eigenschaften seien in der Schöpfung angelegt. Jesus habe in seinem Handeln einen in der damaligen Zeit „anderen Typus Mann“ verkörpert, bei dem nicht die Macht im Vordergrund gestanden habe. Der Bischof bekräftigte die Aussage von Klein-Magar, dass Mut und Unterstützung zu den wesentlichen und notwendigen Faktoren im Einsatz für den Lebensschutz zählten. Er dankte seinem Vorgänger Bischof Dr. Anton Schlembach für die Gründung der Stiftung sowie den langjährigen Unterstützern, Beiratsmitgliedern, Schwangerschaftsberaterinnen und - beratern sowie allen Mitarbeitern für ihr Engagement.

Pfarrer Michael Baldauf, Diözesanpräses des Kolpingwerkes, hatte als „Geburtstaggeschenk“ einen Scheck über eine Spende von 3000,- Euro dabei und startete damit die von der Stiftung initiierte neue Spendenwerbeaktion unter dem Motto „2020 - 20 mehr!“.

Für den musikalischen Rahmen der Feier sorgte das Bläserinnen-Ensemble „Jazzabella – Music like perfume“ aus Mannheim mit Hannah Maradei Gonzalez (Trompete), Gesa Marie Schulze (Altsaxophon), Karoline Vogt (Posaune) und Ricarda Hagemann (Baritonsaxophon). Die Moderation des Abends lag in den Händen von Uwe Burkert, Mitglied im Beirat der Stiftung und zuständig für den privaten Rundfunk im Bistum Speyer. Einen Einblick in das Engagement der Stiftung bekamen die Gäste durch drei Kurzfilme, in denen drei Projekte vorgestellt wurden.

Die Bischöfliche Stiftung für Mutter und Kind hat in den zurückliegenden zwanzig Jahren gemäß ihrem Anspruch "Wir wollen helfen!" beispielsweise die Anschubfinanzierung für den Babyladen in Ramstein-Miesenbach zur Verfügung gestellt, der sich mittlerweile von selber trägt. Daneben finanziert die Stiftung aktuell Personalkosten in zwei Schwangerschaftsberatungsstellen im Bistum Speyer und außerdem die Schwangerschaftsberatung im Internet. Mit dem Projekt "Wertvoll aufgeklärt" fördert die Bischöfliche Stiftung für Mutter und Kind außerdem die wertegebundene präventive sexualpädagogische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen und leistet nicht nur damit einen wichtigen Beitrag zum Lebensschutz.

Diese Meldung und weitere Nachrichten von Stiftung Mutter & Kind
finden Sie auf folgender Internetseite: www.fuer-mutter-und-kind.de

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