Mittwoch, 22. April 2026
50. Landauer Hungermarsch am 14. Mai 2026
Wandern für die andern - Laufend Gutes tun - Eine Erfolgsgeschichte geht in die 50. Runde
30 Kilometer zu Fuß: Jeder Schritt ein Zeichen von Solidarität
Zum 50. Mal gibt es den Landauer Hungermarsch. 1977 fand der erste Solidaritätslauf für Afrika statt. Bereits damals ging es über 30 Kilometer von Landau an den Pfälzerwald und zurück. Am 14. Mai ist es wieder soweit. Und bereits am 3. Mai gibt es ein Benefizessen zugunsten der Hilfsprojekte.
Die Länge der Wegstrecke ist kein Zufall. Die damaligen Initiatoren von der Katholischen Hochschulgemeinde, Pfarrer Hermann Kiefer und Annel Jung, wollten ein Zeichen der Solidarität setzen. Sie orientierten sich dabei an der Wegstrecke, die manche Frauen in Kenia jeden Tag für einen Eimer sauberes Wasser zurücklegen müssen. Die beiden Seelsorger waren 1973 und 1976 erstmals in Afrika. So wuchs die Idee, Menschen dort zu unterstützen in Projekten, die nachhaltig und langfristig wirken. 1977 gab es dann den ersten Marsch.
Aus der Gründergeneration des Hungermarschs laufen auch heute noch Menschen beim Marsch mit. Es sind ehemalige Landauer Studierende, die zum Teil von weither in die Südpfalz kommen, um mit am Start zu sein, weiß Artur Kessler vom Vorstand des Landauer Vereins, der den Marsch und weitere Veranstaltungen organisiert. „Den Verein selbst gibt es hingegen noch keine 50 Jahre.“ Nicht nur beim Marsch selbst, sondern übers ganze Jahr unterstützen Menschen das Anliegen mit Spenden. „Etwa anlässlich von Geburtstagen, bei denen die Geburtstagskinder zu Spenden an den Verein auffordern.“ 2025 rief der Hungermarschverein angesichts der Politik Donald Trumps erstmals zusätzlich öffentlich zu Spenden auf. Nach Rückzug der Entwicklungsbehörde USAID aus der Medikamentierung von Aidskranken in Afrika konnten die Landauer so zeitweise einspringen für erkrankte Menschen in den entsprechenden Hilfsprojekten.
Am Feiertag Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 14. Mai, findet nun also der Jubiläumsmarsch statt. Beginn ist um 9 Uhr in der Marienkirche in einem festlichen Gottesdienst. Der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann, seit Jahren schon Schirmherr des Marsches, leitet die Feier. In dieser soll es auch darum gehen, für 50. Marschveranstaltungen, für die vielen erfolgreichen Hilfsprojekte und zahlreiche Unterstützer und Spender zu danken. Und darum, an die bereits verstorbenen Pfarrer Kiefer und Klaus Armbrust und die vielen anderen zu erinnern, die den Hungermarsch zu Lebzeiten nach Kräften gefördert haben. In diesem halben Jahrhundert wurden rund acht Millionen Euro eingenommen und an Hilfsprojekte u.a. in Kenia, Tanzania, Ruanda, auf Sansibar und im Kongo weitergereicht. Kliniken und Gesundheitszentren, Bildung und Straßenkinder, Landwirtschaft und kleinbäuerliche Strukturen wurden oder werden aus der Südpfalz gefördert. Ein Augenmerk richtet sich in 2026 auf die Klaus-Armbrust-Schule für Massai-Kinder in Tanzania, die zu Jahresbeginn den Schulbetrieb aufnahm. Dieses und weitere Projekte sollen nun zum Abschluss gebracht werden. Auch künftig, so Artur Kessler, gehe es darum, „mit vielen kleinen Schritten lokale Netzwerke zu unterstützen, nachhaltig zu fördern, um mit Hilfe von außen zur Selbsthilfe zu kommen“.
Zum 50. Geburtstag einer der größten Solidaritätsaktionen der Region kommen nun wieder Gäste aus Afrika. Darunter ist Schwester Genoveva aus Voi (Kenia), die schon viele Jahre immer wieder in Landau weilt, die Bischöfe Augustin Shao (Sansibar) und Rogath Kimaryo (Tanzania) und weitere Projektpartner. Vorstandsmitglied Kessler betont: „Sie alle sind nicht nur unsere Gäste, sondern echte Freundinnen und Freunde, mit denen wir gerne das Jubiläum begehen möchten.“ So wird der Gottesdienst vor Marschbeginn zu einer internationalen Feier und zum Symbol der Freundschaft. Er wird live im Internet gestreamt.
Im Jubiläumsjahr sind weitere Veranstaltungen geplant: Zunächst ein Begegnungstag am Sonntag, 3. Mai, ab 11.30 Uhr im Pfarrheim St. Albert in Landau (Wollmesheimer Höhe). Einen Impulsvortrag hält Pfarrer Pirmin Spiegel (ehemals Misereor-Chef), dann wird ein Benefizessen serviert, zubereitet vom italienischen Restaurant „Piccolo Italia“. Eine Anmeldung ist nicht nötig, das Essen wird auf Spendenbasis gereicht. Außerdem ist ein Benefizkonzert am Samstag, 27. Juni, 18 Uhr, geplant. Dazu gastieren in der Marienkirche Landau die Musiker Andreas Hofmeir (Tuba) und Maurice Croissant (Flügel).
Wer am Marsch von Landau über Ranschbach und Eschbach teilnehmen möchte, findet in den Landauer Kirchen Teilnehmerhefte mit allen Infos und den Spenden- und Kontrollkarten. Außerdem stellt der Verein die Informationen unter www.hungermarsch.de im Internet bereit. 2026 gibt es außerdem wieder die kürzere, familienfreundliche Route über Ilbesheim, wo Station an der Alla-Hopp-Anlage eingelegt wird. Im Jubiläumsjahr wird überdies zu einer T-Shirt-Aktion eingeladen, so dass die Marschierer äußerlich zeigen können, dass sie zur großen Gemeinschaft der Solidarität mit Afrika dazuzählen. Seit vielen Jahren lautet ein Motto des Marsches „Wandern für die Andern“. Doch haben die Organisatoren für dieses Jahr einen Gedanken aus Afrika hinzugefügt: „Mtu ni mtu kwa wote!“, heißt es in der Ubuntu-Philosophie im südlichen Afrika. Übersetzt: „Ein Mensch ist ein Mensch durch andere Menschen.“ Das Bantu-Wort „Ubuntu“ selbst bedeutet „Menschlichkeit“ oder „Gemeinsinn“.
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