Samstag, 14. März 2026
Fastenandachten in der Pfarrei Hl. Kreuz...

Jan-Luca als "velorener Sohn"

Blick zum Bahnhof

Bilder der 5. Fastenandacht, Fotos: Gertrud Schwartz

Inszenierung Gleichnis Barmherziger Samariter, Foto: Petra Krämer

Inszenierung Gleichnis von den zehn Jungfrauen

Bella ciao

Erinnerungskoffer

Segenslied, Fotos: Gertrud Schwartz

"Mitgebsel" nach der zweiten Fastenandacht

Plakat zu den Fastenandachten, Fotos: Susanne Karl
...wir reisen gemeinsam durch die österliche Bußzeit.
Hier finden Sie einen Rückblick auf die bisherige "Reise" durch die Fastenzeit:
1. Reiseetappe: Gott hat Geduld mit mir
Am ersten Fastensonntag hat die Reise der Pfarrei Hl. Kreuz durch die Fastenzeit im "Bahnhof" St. Barbara Herbitzheim begonnen. "Bahnhofsvorsteher" Herbert Buhr konnte vor der aufwendigen Kulisse zahlreiche "Mitreisende" begrüßen. Die Teilnehmenden von nah und fern erlebten eine ganz besondere Andacht. Das Gleichnis vom Feigenbaum, vorgetragen von Bettina Vernet, und das, was Jesus uns heute damit sagen will, standen im Mittelpunkt. In ihrer Unterhaltung am "Bahnsteig" tauschten sich die Reisenden Lena Gebhart und Daniela Rubeck darüber aus, was in ihrem Leben alles so schief läuft. Kommentare des wohnungslosen Mannes auf der Bank (Johannes Priester) regten zum Nachdenken an. Kinder und Jugendliche aus der Pfarrei stellten den Feigenbaum dar und sangen gemeinsam das Lied "Alles muss klein beginnen", unterstützt von Claudia Frangart und Marion Stolz, die mit ihrer klaren Stimme den Kirchenraum füllte. Wie im Gleichnis der Winzer dem verkümmerten Feigenbaum noch eine Chance gibt, so bekommen wir Menschen immer wieder eine Chance zum Wachsen und Früchte tragen. Diese Zuversicht, ausgedrückt in Gebeten und Liedern, fand den Weg in die Herzen der Teilnehmenden. Ein kleiner Projektchor unter der Leitung von Melanie Hesseler gestaltete die Andacht musikalisch. Nach dem gemeinsamen Vaterunser und dem Segen durch Pfr. Scheliga endete die erste Reiseetappe durch die Fastenzeit in großer Ruhe und glaubender Gemeinschaft.
2. Reiseetappe: Wachsen in Gottes Liebe
Am zweiten Fastensonntag feierten die Kommunionkinder, ihre Familien und viele weitere Teilnehmenden – insgesamt waren fast 250 Menschen in der St. Barbara Kirche – gemeinsam Andacht. Dieses Mal stand das Gleichnis vom „Unkraut und vom Weizen“ im Vordergrund. Daniela Rubeck tauschte sich mit den Kommunionkindern darüber aus, was im Alltag, in der Schule oder in der Freizeit wie „Unkraut“ auf das Leben wirken kann. Das Eigentor beim Fußball z.B. oder die Krankheit, die den Schulausflug ausfallen lässt und vieles mehr sorgen für Enttäuschungen. Gleichzeitig, so erzählten die Kinder, kann ein aufmunterndes Wort, ein Lächeln, ein Schulterklopfen wie „Weizen“ sein, der das „Unkraut“ überwuchert. Fazit der Spielszene: Den Blick mehr auf das, was gut und gelungen ist, im Leben richten. Im Gespräch des wohnungslosen Mannes und eines Kindes mit Gott wurde der Bogen zu dem, was Gott dazu sagen würde, geschlagen. Gott ist auf der Seite der Menschen, auch wenn sie noch so unvollkommen sind. Er begleitet sie und ist der Freund aller Kinder. Er sieht das Gute und so können „Klein und Groß“ in seiner Liebe wachsen. Fürbitten durch die Eltern der Kommunionkinder vorgetragen und das gemeinsame Vaterunser sorgten wieder für eine besonders dichte Atmosphäre im Kirchenraum. Ebenso wie das Taizélied „Misericordias Domini, in aeternum cantabo“, auf Deutsch: „Von der Gnade des Herrn werde ich für immer singen“..., das vom Projektchor gesungen wurde. Die Lieder der Kommunionkinder, davon eins gemeinsam mit Arno Abel gesungen, begeisterten die Zuhörenden in der Kirche. Fröhlich verabschiedeten die Kommunionkinder alle, die gekommen waren mit einem kleinen Fensterbild zum Frühlingsanfang.
3. Reiseetappe: Bereit sein für Gottes Liebe
Zum Einstieg in die dritte Fastenandacht fanden sich Pfr. Scheliga, als blinder Mensch, und Claudia Frangart als sehende Begleitung, auf der "Bahnstation St. Barbara Herbitzheim" ein. Sie sangen „Bella ciao“, ein Lied, das für Freiheit und Widerstand gegen Gewalt steht. Als drittes Gleichnis in der Fastenzeit wurde dieses Mal das Gleichnis der 10 Jungfrauen, vorgetragen von Bettina Vernet, thematisiert. Darin vergleicht Jesus das Himmelreich mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen, um dem Bräutigam entgegenzugehen. Aber fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit. Die klugen aber nahmen Öl mit in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. So waren sie bereit, als ihnen der Bräutigam entgegenkam. Ein Anspiel von Daniela Rubeck, die ihren Erinnerungskoffer mit Begebenheiten aus ihrem Leben dabei hatte, machte deutlich, wie wichtig es in unserem Leben ist, bereit zu sein. Denn nicht alle Ereignisse kündigen sich mit Datum an. Manches überrascht und verunsichert uns. Die Inszenierung der Jugendlichen und Kinder aus der Pfarrei, die mit ihren Laternen nacheinander, begleitet von Trommelschlägen von Arno Abel, auf die Bühne kamen, machte mit kleinen Gesten klar, wie wichtig Achtsamkeit und Aufmerksamkeit im Alltag ist. Die weisen Kommentare des „wohnungslosen“ Mannes auf der Bank (Johannes Priester) regten zum Nachdenken an. Dieses Nachdenken durfte in einer Zeit der Stille intensiviert werden. Zum Ablaufen einer großen Sanduhr bat Lena Gebhart, bewusst innezuhalten, um ganz bei sich zu sein. In der gut gefüllten Kirche entstanden eine große Ruhe und Stille, die mit einem Gong beendet wurde. „Bahnhofsvorsteher“ Herbert Buhr verband die kreativen Elemente der Andacht wieder mit Worten und guten Gedanken. Zehn Ermutigungsworte, als kleine Handlungsimpulse für die kommende Woche durften die Teilnehmenden mit nach Hause nehmen als Angebot, das eine oder andere wahrzunehmen. Das Segenslied am Schluss der Andacht, vorgetragen von Claudia Frangart und Christina Weyer, begleitet von Melanie Hesseler am Klavier und Arno Abel mit seiner Cajón, beendete zart und zuversichtlich einen Gottesdienst, der wieder alle berührte.
4. Reiseetappe: Hinsehen und Handeln in Gottes Liebe
Dramatischer Auftakt in der 4. Fastenandacht: der wohnungslose Mann auf der Bank im „Bahnhof Hl. Kreuz“ (Johannes Priester) erleidet einen Kreislaufkollaps und muss reanimiert werden. Hilfe wird ihm zuteil von Kindern und Jugendlichen, die ihn leblos auf dem Bahnsteig finden. Erwachsene kümmern sich nicht. Das Gleichnis vom „Barmherzigen Samariter“, vorgetragen von Bettina Vernet, legte die Spur, wohin dieses Mal die Reise führen sollte. Die moderne Inszenierung schlug den Bogen von der Erzählung Jesu zu einer Begebenheit heute. In beiden Fällen ist Hinsehen und Helfen gefragt. Im Gleichnis kümmerte sich der Samariter um den Verletzten am Straßenrand, nachdem ein Priester und ein Levit achtlos an ihm vorbei gegangen waren. In der Szene im Bahnhof schritten Kinder und Jugendliche ein. Die erwachsene Reiseteilnehmerin (Daniela Rubeck) resümierte darüber, dass es ja typisch für den „Penner“ auf der Bank sei, dass er in diese Situation gekommen ist. „Selber schuld“ – dieses Urteil ist schnell gefällt und dient als Rechtfertigung für das eigene Verhalten. Nachdenklich kam sie aber auch zu dem Schluss, dass es viele Gründe für Ausgegrenztsein in der Gesellschaft geben kann.
Teilnehmende trugen aus dem gut gefüllten Kirchenrund Fürbitten vor. Der von allen gesungene Liedruf „Ubi caritas et amor… (auf Deutsch: Wo Güte und Liebe wohnen, da ist Gott) verstärkte die Bitten um liebevollen und achtsamen Umgang mit allen Menschen, auch mit Ausgegrenzten.
Lena Gebhart setzte den Impuls, dass Kirche nur durch Menschen lebendig wird. Menschen, die hinsehen und nicht vorüber gehen.
Der Projektchor thematisierte dies in einem modernen Glaubensbekenntnis zu altbekannter Melodie aus dem Gesangbuch. Christen sollten auch heute aufstehen für Gerechtigkeit und Nächstenliebe.
Ermutigt zu mehr Liebe und Mitgefühl sprachen die Teilnehmenden wieder die Gebete, die alle verbinden. So wurde das „Vaterunser“ und das „Gegrüßet seist du Maria“ zu einem starken Bekenntnis, den Glauben auch im Alltag zu leben und weiterzutragen.
Beim Segenslied am Schluss „Bewahre uns Gott, behüte uns Gott“ kamen alle in Bewegung, stärkten sich gegenseitig und teilten den Segen mit den Banknachbarinnen und -nachbarn.
Mit herzlichen Worten lud „Bahnhofsvorsteher“ Herbert Buhr zur letzten Reiseetappe am 5. Fastensonntag ein und versprach auch an diesem Sonntag wertvolle Impulse für das Weitergehen Richtung Karwoche und Ostern.
5. Reiseetappe: Versöhnung mit Gott und den Menschen
Auch die letzte Reiseetappe hatte für die vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Herbitzheimer Kirche wieder eine Überraschung parat. Der „wohnungslose Mann“ (Johannes Priester), der schon während der ganzen Zeit mit seinen klugen Bemerkungen für viel Aufmerksamkeit sorgte, philosophierte dieses Mal über das Ende des Lebens. Fragen, wie es weitergehen könnte nach unserem Tod, schlugen den Bogen zur Karwoche und zum Auferstehungsfest. „Einmal seh‘n wir uns wieder, einmal schau ich auch von oben zu…“ - dieses Lied, gesungen von Claudia Frangart, auf der Gitarre begleitet von Pfr. Scheliga und im Refrain unterstützt vom „Kinder- und Jugendchor“, sprach von der Hoffnung, dass es nach dem Tod weitergehen wird. Im besten Fall nehmen wir versöhnt Abschied und so war es nur ein kleiner Schritt zum letzten Gleichnis, um das es in dieser Andacht gehen sollte. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn wurde wieder mit viel Phantasie und Kreativität inszeniert, sodass es ganz neu erfahren wurde. Jan-Luca Brzoska erzählte aus der Perspektive des Sohnes, welche Zweifel einen jungen Menschen beschäftigen können. Fragen über Fragen und häufig keine Antworten – die Gedanken des jungen Mannes trafen die Menschen mitten ins Herz. So vorbereitet hörten die Teilnehmenden mit ganz neuen Ohren das Gleichnis, vorgetragen von Bettina Vernet. Claudia Frangart, die „Mutter“, die als Zeichen der Hoffnung weiße Tücher aufhängt und mit dieser Geste jeden Tag auf ihren Sohn wartet, berührte genauso wie die Fürbitten von Lena Gebhart und Johannes Priester vorgetragen. Mit starken Bildern sang Marion Stolz davon, wie Versöhnung auf uns Menschen wirken kann: wie ein Fest nach langer Trauer, wie ein Feuer in der Nacht, ein off´nes Tor in einer Mauer... „So ist Versöhnung. So muss der wahre Friede sein. So ist Vergeben und Verzeihn“ – der Refrain, vom Projektchor zuversichtlich gesungen, ließ in der Kirche eine hoffnungsfrohe Stimmung aufkommen. Genauso wie die Schlussworte von Daniela Rubeck und der Kinder, die noch einmal unseren Osterglauben thematisierten.
Am Ende bat Claudia Frangart darum, dass die guten und intensiven Erfahrungen bei den Fastensonntagen weitergehen mögen. An einer großen Pinnwand können Zettel aufgehängt werden mit einem Wort zu dem, was die Teilnehmenden gefunden oder wiederentdeckt haben. Die Pinnwand bleibt in der Kirche stehen und kann noch bis zur Osternacht beschriftet werden. In der Osternacht werden die persönlichen Erfahrungen in die Liturgie mitgenommen.
Fehlt das Schlusswort: Das wurde vom „Bahnhofsvorsteher“ Herbert Buhr in einzigartiger Weise vorgetragen. Es galt allen Mitwirkenden, auch denen hinter den Kulissen wie Henrik Flierl, der für die Technik sorgte oder den Eltern, die die Kinder zu den Proben und Andachten brachten oder den Männern, die beim Auf-und Abbau der Bahnhofskulisse halfen. Es war eine intensive Zeit in großer Glaubensgemeinschaft und in der Gewissheit, dass alle von Gott getragen und begleitet sind. Mit dem Abendlied von allen Mitwirkenden auf der „Bühne“ und von der Gemeinde gesungen, endete die letzte Fastenandacht mit einer leisen Wehmut, aber auch mit viel Freude über die gelungenen Gebetszeiten in Herbitzheim. Der stehende Applaus der Menschen in der Kirche zeigte, dass das Vorbereitungsteam rund um Pfr. Scheliga das richtige Format und die richtigen Themen, die bewegten, gefunden hatte.
Es geht weiter: wir freuen uns, wenn wir uns bei dem einen oder anderen Gottesdienstangebot in unseren Kirchen wiedersehen und wir gemeinsam das größte Fest unseres Glaubens feiern dürfen.
In großer Dankbarkeit: Das Team der Fastenandachten der Pfarrei Hl. Kreuz Gersheim
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