Ludwigshafen
Dekanat Ludwigshafen

Freitag, 27. Dezember 2024

Nur die Türme blieben erhalten

Die Pfarrei Hll. Petrus und Paulus gedenkt am 5. Januar 2025 der Zerstörung der Kirche St. Ludwig vor 80 Jahren.

Am 5. Januar 1945 wurde die Kirche St. Ludwig in der Ludwigshafener Innenstadt bei einem Bombenangriff zerstört. Anlässlich des 80. Jahrestages der Zerstörung werden am 5. Januar 2025 von 14:50 Uhr bis 15 Uhr die Kirchenglocken von St. Ludwig sowie des Lutherturms läuten, von 15 Uhr bis 15:10 Uhr folgen die Glocken der Kirchen Herz Jesu und St. Sebastian. Die drei Kirchen bilden heute die Pfarrei Hll. Petrus und Paulus. 

Im Zweiten Weltkrieg wurde Ludwigshafen zu rund 80 Prozent zerstört. Zwischen 1943 und demKriegsende gab es insgesamt 126 Luftangriffe auf die Stadt. Nicht nur Wohngebäude und Industrieanlagen, sondern auch Kirchen wurden ein Opfer der zahlreichen Bombenangriffe.

Am 7. Januar 1945 notierte Prälat Martin Walzer, der von 1922 bis 1957 Pfarrer in St. Ludwig war, in seinem Tagebuch: „Am 5. Januar, am Herz-Jesu-Freitag, nahe 3 Uhr (15 Uhr), in der Sterbestunde unseres Heilandes, wurde unsere liebe St. Ludwigskirche ein Opfer des Krieges. Nur die Türme blieben erhalten. Sie wird wieder auferstehen.“ Ein Tagesangriff, so notierte der Pfarrer weiter, war bereits vorbei, als ein englisches Lancaster-Flugzeug die Kirche am hinteren Eingang mit einer schweren Bombe (Luftmine) traf und zerstörte. Doch damit nicht genug – am 1. März 1945 wurde die „mühsam hergerichtete Notkapelle im ehemaligen Kindergartensaal“ von einer Luftmine zerstört. Die Gemeinde feierte ihre Gottesdienste danach zunächst im Pfarrhaus und dann in der erhaltenen Sakristei der Kirche, bis Prälat Walzer und die Schwestern Mitte März die Stadt verließen. Als Grund gibt Prälat Walzer die Drohung General Eisenhowers eines alles vernichtenden Bombardements von Ludwigshafen an.

Nach dem Krieg wurde die Kirche St. Ludwig wieder aufgebaut und am 22. August 1954 geweiht – im Gegensatz zur benachbarten protestantischen Lutherkirche. Diese war bereits 1943 zerstört worden und wurde nicht wieder aufgebaut.

Beim Gedenk-Glockenläuten am 5. Januar 2025 erklingen in allen Kirchen der Pfarrei Hll. Petrus und Paulus jeweils die beiden am tiefsten gestimmten Glocken. Dies sind in St. Ludwig die Glocken "JESU CHRISTE - DONA NOBIS PACEM" (Jesus Christus, gib uns Frieden) und "UNA SANCTA ECCLESIA - UT OMNES UNUM SINT" (Dass alle eins seien), in Herz Jesu "ICH BIN DER WEINSTOCK, IHR SEID DIE REBEN" (Joh 15,5) und "MEINE SEELE PREIST DIE GRÖSSE DES HERRN" (Lk 2,46 f.) sowie in St. Sebastian die Christusglocke und die Petrusglocke.

Bezogen auf die Glocke "UNA SANCTA ECCLESIA - UT OMNES UNUM SINT" hat Pfarrer Paul Langhäuser (Pfarrer an St. Ludwig von 1971 bis 2006) gesagt: „Die Glocke mahnt uns, alles zu tun, damit Katholiken und Protestanten, Christen, Juden und Moslems, Deutsche und Ausländer, Einheimische und Zugezogene, Jung und Alt, eins seien als Kinder Gottes." Dieser Satz hat bis heute nicht an Bedeutung verloren.

Bilder: ako (St. Ludwig) und Pfarrei Hll. Petrus und Paulus (Prälat Walzer)

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