Sonntag, 22. Februar 2026
„Lust auf Leben“ – unser Fastnachtsgottesdienst in Göllheim!
Was im Kölner Dom, ebenso im Mainzer, wie im Wormser Dom lange Tradition ist, hat nun auch den im Volksmund so genannten „Dom der Nordpfalz“ erreicht. In der Pfarrkirche in Göllheim wurde ein ökumenischer Fastnachtsgottesdienst gefeiert. Die Katholische Pfarrei Heiliger Philipp der Einsiedler und die Protestantische Kirchengmeinde Göllheim haben durch Pfarrerin Lina Ehrmann und Pfarrer Josef Metzinger am Fastnachtssonntag zu einem ökumenischen Gottesdienst eingeladen: „Kommt närrisch verkleidet, so wie ihr wollt sein, denn Gott lädt uns ein – ganz bunt, Groß und Klein“. Der Ruf wurde gehört und so kamen die Narren und füllten die ersten Bänke: Die Göllheimer Riedbachnarren, der Rischinger Narrengaul mit seiner Prinzessin Leandra I. und die Gellemer Hexen, im Elferratsornat und Hexenkostüm. Nach einem kurzen Zwiegespräch zwischen Pfarrerin und Pfarrer und im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes wurden die Abordnungen der Fastnachtsvereine und danach das ganze „närrische Volk“ in der gut besetzten Kirche begrüßt. Der Gottesdienst wurde getragen von Frohsinn, Besinnlichem, Applaus, Ehrfurcht, Herzlichkeit, Psalmversen, Gesang und Jubel. Schon das erste Lied war ganz nach dem Geschmack der Gottesdienstbesucher*innen, stimmungsvoll hallte es durch den Kirchenraum. Der Inhalt bekundet die Gemeinsamkeit und die schönen Stunden, wenn sich Menschen in Herzlichkeit und Freude begegnen. Bereits bei diesem Lied fällt auf, dass es geradezu schade ist, dass Fastnachtslieder noch nicht den Sprung ins Gotteslob geschafft haben. Vom Altarraum aus sang und dirigierte die Solistin und freiberufliche Sängerin, sowie Dozentin am Kirchenmusikalischen Institut in Kaiserslautern und Priesterseminar in Speyer, Antoniette Jana, gekonnt und begeisternd die Lieder. Musikalisch begleitete sie Severin Günther, Organist und Dirigent aus unsrer Pfarrei. Frau Jana konnte als Glücksfall und auf Vermittlung von Familie Günther aus Lautersheim, für diesen Gottesdienst gewonnen werden. Treffend auch das Lied zum Bußgebet: „Wir sind alle kleine Sünderlein s´war immer so, s´war immer so, der Herrgott wird es uns bestimmt verzeih‘n, s´war immer, immer so“. Der gläubige Katholik Willy Millowitsch, Volksschauspieler und Sänger, hauchte dem Lied bereits 1964 Leben ein. Der Text, ein kurzes Sündenbekenntnis und die Gewissheit, dass uns Gott mit Barmherzigkeit und Verzeihen begegnet. Mit dem Psalm 148 wurde Gott „in höchsten Tönen“ gelobt für all das, was er für uns geschaffen hat. Der Evangeliumstext aus Johannes 15, 7-11 war „maßgeschneidert“ für diesen Tag der Freude und Heiterkeit: „Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird“. Gepredigt wurde an diesem Fastnachtssontag in pfälzisch und gereimt, dazu noch gemeinsam vorgetragen von Pfarrerin Ehrmann und Pfarrer Metzinger. Hintergrund war der Brief des Heiligen Apostel Paulus an die Gemeinde in Philippi: „Was wir hier spielen mit Bravour ist Spaß und Klamauk und Freude nur. Doch enthälts auch – ohne Frage, die Botschaft der Lesung heut vom Tage. Freude sollen wir stets pflegen, das Interesse der Menschen damit erregen, damit sie sehen und erkennen was das ist, was wir christlich nennen. Einig, sagt Paulus, sollen wir sein und im tiefsten Herzen rein“! Die Predigt wurde besungen und beklatscht mit dem textlich veränderten Fastnachtshit „Echte Freunde stehn zusamme“ Mit den Fürbitten wurde der Mensch gedacht, die zurzeit Fastnacht feiern. Gott soll helfen, dass wir die Welt und die Menschen mit liebevollen Augen sehen. Diese Bitte wurde bei der Kollekte sofort in die Tat umgesetzt. Ein Teil der Einnahmen ging an die Pfarrei Sankt Martin in Kaiserslautern. Dort wird Ersatz für die mutwillig durch Feuer zerstörten Kälteiglus für obdachlose Menschen gebraucht. Das Friedenslied, ein besinnlicher Mainzer Faschingssong, mit dem Refrain: „Wir alle, wir leben im Schatten des Doms und Gott Jokus singt mit uns ein Halleluja. Wir halten unsere Fahnen schwenkend hoch in den Wind und danken, dass wir Gast auf Erden sind“. Der folgende Applaus galt der Sängerin und dem Organisten, sowie der ganzen Gottesdienstgemeinde und drückte aus, dass wir als Gast auf Erden nur bestehen können, wenn wir Gottesfahnentträger*innen für den Frieden sind.
Vor dem Segen sprach Birgit Baqué-Stuppy für die kfd, die Familiengruppe und die Wirtegemeinschaft eine Einladung aus:
Nach dem Schlusslied müsse ner noch net hämgehe / Mer han nämlich do hinne in der Kerch elf Kuche stehe / A Kaffee, Tee, Bier, Schorle unn Brezele dun uffem Tisch net fehle / Bleiwe noch e bissje bei uns zum esse, trinke unn verzehle. / Greife nur zu ihr Leit lossens eich gut gehe, die Freud soll raus / Wir bitte nur um e Spende für de Umbau vom Nepomukhaus. / Mir sehn uns gleich do hinne in unserm schöne Kirchenbau / Drum ruf ich eich alle zu: mer bleibe zusamme Halleluja unn Helau.
Im Anschluss traten die närrischen Hoheiten vor das Mikrofon: Der Sitzungspräsident der Riedbachnarren Thomas Dittrich, Prinzessin Leandra I. und Sitzungspräsident Peter Kimmel vom Rischinger Narregaul. Sie alle waren berührt und begeistert von dem gerade mitgefeierten Gottesdienst und dankten für die Einladung und für das, was dieser Gottesdienst an Freude geschenkt hat. Der Segen, der vom Altar aus von Pfarrerin Ehrmann und Pfarrer Metzinger gespendet wurde, lautete: „Drum lach und tanz mit uns deiner Herde, damit Freude, Spaß und Friede werde. Das sei in Vaters, Sohnes, Geistes Namen, heut und in alle Ewigkeit. Amen.“
Mit viel Applaus und „Rucki Zucki“ dankte die Gemeinde den beiden, um anschließend noch lange Zeit in froher Gemeinschaft zu verweilen. Der Spendenkorb für die Renovierung des Nepomukhauses mit barrierefreiem Zugang füllte sich auf 767 Euro.
Ein Blick zum Hochalter zur Statue des guten Hirten mit dem Lamm auf den Schultern erweckte bei liebenswürdiger Fantasie den Eindruck, als würde der Hirte lächeln, ein „Petzauge“ auf sein Herde schicken und sagen „so geht Frieden“!
Arno Stuppy
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