Ludwigshafen
Dekanat Ludwigshafen

Dienstag, 24. Februar 2026

"Wenn schwanger, dann ZERO!"

Noch bis zum 27.02.2026 ist eine Ausstellung im HPH zu sehen, die vor Alkoholrisiken in der Schwangerschaft warnt.

Kein Schluck während der Schwangerschaft – unter diesem Motto sensibilisiert die interaktive Wanderausstellung „ZERO!“ im Heinrich Pesch Haus (HPH) in Ludwigshafen für die Gefahren von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft. Bis zum 27. Februar 2026 können Besucher erleben, warum „Null Promille“ die einzige sichere Wahl für das ungeborene Leben sind.

Die Ausstellung richtet sich insbesondere an Jugendliche und junge Erwachsene und setzt bewusst früh an: Ziel ist es, die zukünftige Elterngeneration für die Risiken von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft zu sensibilisieren und Prävention wirksam zu verankern. Im Fokus steht das Fetale Alkoholsyndrom (FASD). Es beschreibt eine Gruppe irreparabler Störungen im körperlichen, geistigen und sozialen Verhalten, die ausschließlich durch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft verursacht werden. „Wir wollen viele Menschen erreichen und aufklären“, benennt Pia Giammeluca, Schwangerschaftsberaterin im Caritas-Zentrum Ludwigshafen, das Ziel der Ausstellung, die eine Kooperationsveranstaltung von Caritas, der Familienbildung im HPH und dem Jugendamt der Stadt Ludwigshafen ist.

Die begehbare Gebärmutter – ein interaktives Erlebnis

Ein großes Zelt bildet den Mittelpunkt der Ausstellung. Im Inneren: eine begehbare Gebärmutter. Die Herztöne des Kindes schlagen beruhigend. Ein Monitor informiert mit Ultraschallbildern über die Entwicklung des Kindes im Mutterleib. Und an den Wänden sind verschiedene Entwicklungsstadien festgehalten. „Gewicht 300 g, Größe 16,4 cm“ heißt es da etwa für die 20. Schwangerschaftswoche. Die Besucher erfahren, dass das Baby Fruchtwasser trinkt und schmecken kann, was die Mutter isst und trinkt. Es liebt alles, was süß schmeckt und bekommt manchmal Schluckauf. Pipi macht es auch schon.

Vier Wochen später hat sich sein Gewicht verdoppelt und es ist 3ß cm groß. „Es wird eng in der Gebärmutter. Der Greifreflex funktioniert. Es kann Schmerzen empfinden. Ab jetzt hat es einen eigenen Schlaf-Wachrhythmus“ ist hier zu lesen. Die Informationen in der begehbaren Gebärmutter sind niedrigschwellig und leicht verständlich formuliert. Kleine Säckchen, die in Größe und Gewicht dem Ungeborenen entsprechen, hängen bei jeder der zehn Stationen. Ein Lineal verdeutlicht zudem die Größe.

„Die begehbare Gebärmutter hat mich sehr beeindruckt“, sagt Mariam. Die 17-Jährige ist in der Ausbildung zur MFA bei einer Frauenärztin und besucht die BBS 2 in Ludwigshafen. Manches habe sie schon gewusst, aber ich habe viel Neues über die Entwicklung des Embryos gelernt“, sagt sie. Für ihre Mitschülerin Feyza, die bei einem Augenarzt eine Ausbildung zur MFA absolviert, waren vor allem die Ultraschallbilder sehr eindrücklich „Ich kann mir jetzt die Entwicklung des Babys sehr viel besser vorstellen“, erklärt sie.

Sichtbare Folgen – der direkte Vergleich

Die Schüler werden in Kleingruppen durch die Ausstellung geführt. An einer anderen Station halten zwei Schüler zwei Babypuppen – die eine zeigt ein gesundes Neugeborenes, die andere eines mit dem Fetalen Alkoholsyndrom (FASD). Spätestens hier, im direkten Vergleich, werden die Schädigungen durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft sicht- und greifbar. „Der Unterschied zwischen den Babys ist sehr eindrucksvoll“, sagt Mariam.

Eindrücklich sind auch die persönlichen Schilderungen an einer anderen Station. Betroffene erzählen über ihre Beeinträchtigungen, die auch im Erwachsenenalter noch vorhanden sind. „Die Kinder haben so viele Schäden, dass sie lebenslange Unterstützung brauchen“ sagt Katrin Lepke, stellvertretende Vorsitzende von FASD Deutschland e. V. Sie hat drei Pflege- und Adoptivkinder, die an FASD leiden. Die Folgen von Alkoholkonsum können Schäden an allen Organen sein, „Gehirnschädigungen sind immer dabei“, betont sie. Dazu gehören Intelligenzminderung, ein schlechtes Gedächtnis oder unflexibles Denken sein. Auch die Störung des Sozialverhaltens zählt zu den Symptomen, beispielsweise Distanzlosigkeit, wenig Empathie oder schlechte Bindungsfähigkeit.

„Die Informationen in der Ausstellung sind wichtig, nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer“, sagt Brian. Für den 15-Jährigen, der die Schlossschule in Oggersheim besucht, sind besonders die Informationen über Rauchen in der Schwangerschaft interessant. Das Fazit der Schüler nach dem Ausstellungsbesuch ist einhellig: „Alkohol nein!“, sagen sie und kreuzen die Hände vor dem Bauch.

Terminhinweis:

Die Ausstellung ist noch bis zum 27. Februar geöffnet. Sie kann an den Nachmittagen kostenfrei besucht werden. Am 25. Februar hält Katrin Lepke um 14 Uhr einen Fachvortrag im HPH:
 

Bild und Text: Dr. Anette Konrad

 

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