Bobenheim-Roxheim
Pfarrei Hl. Petrus

Donnerstag, 31. August 2023

Grußworte September 2023

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich werde in diesem Monat 60 Jahre alt. Ein Datum zunächst, das doch viele Gefühle in mir auslöst. Gefühle, die mit so vielen wunderschönen und dankbaren Erinnerungen und Erfahrungen verbunden sind.

Zunächst ist es ein ungläubiges Staunen, dass ich schon so alt bin. In meiner Jugend meinten wir vermessen, dass das Leben dann schon längst gelaufen ist und blickten eher mitleidig auf die ‚Älteren‘. Ich sehe dies heute natürlich anders. Ich danke Gott für seine ‚unaufdringliche Pädagogik‘, mir eingestehen zu dürfen, dass ich für manches länger brauche, meine Kräfte zusehends begrenzter werden und ich an der Geduld und Langmut arbeite, die man wohl die ‚Weisheit des Alters‘ nennt.

Ich blicke auf meine verstorbenen Eltern und meine viel zu früh verstorbene Schwester zurück. Ich trage sie in meinem Herzen und weiß, dass sie vom Himmel aus auf mich schauen und mich begleiten und behüten. Sie werden wohl unterschiedlicher Meinung darüber sein, was ich so getan und gedacht habe. Wie ich mich in ihnen, so werden sie sich in vielem meines Tuns und Denkens wiederfinden.

So tauchen in meinen Erinnerungen die vielen Geschichten auf, die gerne und immer wieder an unseren Geburtstagen erzählt wurden. An meinem Geburtstag war ich natürlich Gegenstand unserer Familiensaga.

Hier eine immer wiederkehrende Erzählung meiner Mutter. Ich erblickte das Licht der Welt in meinem Elternhaus. Da alles so furchtbar schnell gehen musste, wurde mein Vater natürlich von diesem Ereignis zutiefst überrascht. Für die damalige Zeit völlig ungewöhnlich war er bei meiner Geburt zugegen und musste natürlich tatkräftig mithelfen. Von meinem ersten Schrei in dieser Welt so überrascht, wollte er mich trösten und wandte sich liebevoll mit den Worten an mich: ‚Alles gut, Onkel Günter kauft dir eine Burg.‘ Nach diesem etwas holprigen Start darf ich dankbar auf eine liebevolle und innige Vater-Sohn-Beziehung blicken.

Ich möchte Ihnen eine Erzählung meiner Schwester nicht vorenthalten. Sie war vier Jahre jünger, sehr resolut und ihr Sternzeichen ‚Stier‘ passend. Sie war etwa vier Jahre alt, als mich ein etwa 12-jähriger Nachbarsjunge auf der Straße geschlagen hat. Ich lief weinend ins Haus und meine Schwester hörte von diesem ungerechten Vorfall. Beherzt ging sie auf die Straße auf den Übeltäter zu, der sie kopfhoch überragte. ‚Hast Du meinen Bruder geschlagen?‘, frug sie ihn. Als er dies auch noch lachend bejahte, wandte sie sich erneut an ihn. ‚Bück‘ dich‘, herrschte sie den Jungen an. Er, davon wohl völlig überrascht, folgte ihrer Aufforderung und erntete eine schallende Ohrfeige. Immer war meine Schwester für mich da. Zum Glück für die vielen Menschen, die mir im Laufe meines Lebens begegnet sind, blieb diese Ohrfeige die einzige Tätlichkeit, an die wir uns erinnern können.

Meine Mutter dagegen wurde von unserer Verwandtschaft stets geneckt, ob sie mich nicht in den ersten Lebensjahren vertauscht hätte. So ganz ins Bild unserer Verwandtschaft wollte ich nicht passen. Als untrügliche Beweise führten sie frühe Babybilder an, die mich einmal einträchtig mit einem italienischen Jungen auf einer Decke zeigten. Die Familie wohnte in unserer Nachbarschaft und meine Mutter nahm sich der Familie an. Wie einer iranischen Familie, die sie kennenlernte. Der Vater musste eine Weiterbildung als Arzt im Krankenhaus absolvieren, sodass die Mutter mit ihrem Sohn verständlich nach Anschluss suchte. So zeigte ein weiteres Bild den iranischen Sohn und mich einträchtig auf einem weißen Bärenfell liegend. In allen zunächst den Menschen zu sehen, hat sie mir tief in mein Herz geschrieben. Da wir uns ansonsten charakterlich sehr ähnlich waren, wurden diese Erzählungen in das Reich der Fabeln verwiesen.

Am Samstag, den 23. September werde ich 60 Jahre alt. Ich habe mehr als einen Grund, meinem Gott, meiner Familie und so vielen Menschen dankbar zu sein, die mich auf diesem Weg begleitet haben.

Ich freue mich, wenn Sie den Gottesdienst in Bobenheim in der Kirche St. Laurentius mit mir feiern und anschließend noch ein wenig Zeit zur Begegnung um die Kirche finden. Musikalisch wird der Gottesdienst vom Vokalensemble ‚Creativ‘ mitgestaltet, lieben Freunden.

Ich danke Ihnen für die freundliche Aufnahme, die ich hier gefunden habe. Ich bitte Sie um Ihre Gebete und verbleibe mit den herzlichsten Segenswünschen

Markus Hary, Pfarrer

[ Einladung ]

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