Frankenthal
Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit

Sonntag, 11. Januar 2026

Ökumenische Chor St. Paul - Lutherkirche - Alles hat seine Zeit ...

Sonntag, 18. Januar 2026, letzter Auftritt

Am 18. Januar 2026 wird der ökumenische Chor St. Paul - Lutherkirche, so wie es ihn bisher gab, seinen letzten Auftritt haben.

Gegründet wurde er, damals als Chor der Lutherkirche, schon kurz nach der Einweihung unserer Kirche, vor fast genau 60 Jahren, damals von Uta Hussong. Nach ihr gab es dann eine ganze Anzahl an Chorjahren mit Werner Busch, bis dieser, zeitgleich mit seiner Pensionierung, den Chor abgeben wollte und ihn mir anbot. Mit Beginn des Jahres 1996 übernahm ich also die sangesfreudige Truppe, so dass ich heute auf annähernd 30 Jahre Chor an der Lutherkirche zurückschaue.

Viele Sängerinnen und Sänger schlossen sich in diesen Jahren dem Chor an, nahmen an Proben teil, waren sonntags früh zum Einsingen und dann zum Singen im Gottesdienst zur Stelle. Manche mussten ihre Beteiligung schließlich aus gesundheitlichen, familiären oder Arbeitsgründen wieder beenden, manchem wurde es vielleicht zu viel, ein anderer entdeckte andere Interessen, doch eine große Zahl blieb auch über viele Jahre oder gar Jahrzehnte mit dabei. Schließlich und endlich wurden aber wir alle natürlich jedes Jahr, ebenso wie unser Chor, ein Jahr älter, sodass unsere Sängerschar inzwischen leider sehr klein, aktuell zu klein, geworden ist.

In den vergangenen 30 Jahren, wie sicher auch schon in den 30 davor, gab es viele gute Zeiten, aber auch schwierige. Ein besonders beglückendes Ereignis war 2012 unsere Fusion mit dem Chor von St. Paul. Hier schaute man auf eine ähnlich lange Zeit gemeinsamen Musizierens zurück. Zum Zeitpunkt unseres Zusammenschlusses hatte man sich dort schon einige Zeit nur noch selten zum Singen getroffen, nachdem der letzte Chorleiter, Karl-Heinz Pelzer, den Taktstock abgelegt hatte. Als Mitsänger in unserem neuen ökumenischen Chor war aber auch er gern dabei.

Schon in den Jahren zuvor hatten wir immer wieder gern mit den „Paulanern“ zum Gottesdienst beim „Fest zwischen den Kirchen“ gesungen. Als wir uns schließlich zum „ökumenischen Chor Lutherkirche - St. Paul“ (oder auch umgekehrt) zusammenschlossen, waren wir einige Jahre eine große, wunderbare Gemeinschaft von rund 30 Sängerinnen und Sängern. Bei Proben und Aufführungen, aber auch bei gemeinsamen Feiern zu Geburtstagen, Fastnacht, Weihnachten, oder einfach nur so, mit Erdbeerbowle, waren alle mit viel Spaß und Freude dabei und denken sicher gern an so manches schöne Erlebnis zurück. Die „Adventsmusik bei Kerzenschein“ in St. Paul, die auf katholischer Seite bereits einmal Tradition gewesen war, wurde wieder aufgenommen und durch ein jährliches „Sommerkonzert mit Abendsegen“ in der Lutherkirche ergänzt.

Als dann 2020 mit Corona annähernd alles, was Menschen an Gemeinschaft liebgewonnen hatten, zum Erliegen kam, traf es, wie alle Chöre, auch uns. Zusammen Singen stand nun sozusagen als Nummer Eins auf der Liste der gefährlichen und gefährdenden Tätigkeiten. Sobald es wieder erlaubt war, trafen wir uns aber wieder - dieses Mal im Freien und mit viel Abstand zueinander. Ein zweiter Lockdown mit Chorsingverbot kam, den wir auch überstanden.

In den letzten Jahren wurden wir, vor allem aus Altersgründen, zahlenmäßig immer weniger. Gut aufeinander eingestimmt, konnten wir dennoch auftreten, taten uns aber nun auch immer wieder mit anderen Chören zusammen, etwa mit dem Chor von St. Ludwig zum Großen Gebet, mit den Chören der ZAK und Beindersheim zum Erntedankfest oder mit allen zusammen zum ökumenischen Gottesdienst am Pfingstmontag.

Es war eine schöne Zeit und ich denke, ich spreche nicht nur für mich, wenn ich sage, dass es viele Proben gab, die man etwas müde vom Tage begann und am Ende erfrischt wieder verließ. Das gemeinsame Musizieren hat uns allen einfach gutgetan. Insofern schaue ich heute, zwar ein bisschen wehmütig, aber mit großer Dankbarkeit auf die vergangenen 30 Jahre zurück. Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen, die über viele Jahre, oder aber auch nur eine kleine Zeit mitgesungen haben, die zu Sonderproben bereit waren, die sich auf neue Ideen eingelassen haben ...

Doch ein Ende kann auch ein neuer Anfang sein. Daher möchte ich im kommenden Jahr etwas Neues ausprobieren und Chorprojekte anbieten, wo eben nicht jede Woche, sondern projektbezogen nur einige Male geprobt wird. Zu den Chorprojekten wird es rechtzeitig Flyer mit den entsprechenden Probenterminen geben. Wer grundsätzlich Interesse hat, kann mir gerne eine E-Mail unter volkeva98@web.de zusenden und wird dann in einen Verteiler aufgenommen, über den Einladungen zugesendet werden.

„Die Musik ist eine Gabe und Geschenk Gottes, die den Teufel vertreibt und die Leute fröhlich macht,“ - so Martin Luther. Möge dieses Geschenk auch weiterhin in den Kirchen für fröhliche Menschen sorgen.

(Eva Decker)

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