Klingenmünster
Pfarrei Hl. Maria Magdalena

Donnerstag, 06. Februar 2020

Grußwort Februar

Die Fastnacht und Fastenzeit

Unter Fastnacht versteht man einen Sammelbegriff, der die Tage zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch beinhaltet: die Zeit der Ausgelassenheit und Fröhlichkeit bis zum Aschermittwoch. Der Fastnachtsdienstag ist die Bezeichnung für den letzten der Karnevalstage, den Tag nach dem Rosenmontag. Die Fastnacht endet mit dem Beginn der Fastenzeit und wird auch Faschingsdienstag oder Fastnachtsdienstag genannt. Das ist sozusagen die letzte Gelegenheit zum Vergnügen und zum ausgiebigen Essen und Trinken. Im Kalenderjahr 2020 ist der Faschingsdienstag am 25. Februar.

Mit dem Aschermittwoch, 26. Februar beginnt in der Westkirche traditionell die vierzigtägige Fastenzeit bzw. Passionszeit (lat. Quadragesima), die als vorösterliche Bußzeit auf das wichtigste Fest in der Christenheit vorbereitet – dem Fest der Auferstehung von Jesus Christus (Ostern). Diese Zeit der Buße und Umkehr soll an das vierzigtägige Fasten Jesu in der Wüste erinnern, bevor jener sein öffentliches Wirken begann.

Bedeutung und Ursprung:

Die Fastenzeit ist geprägt durch Verzicht - das Fasten. Dieses Fasten ist einerseits durch die offizielle Fastenordnung der katholischen Kirche vorgegeben, andererseits ist jeder Christ aufgerufen, sich von Dingen und Zwängen zu befreien, die das Glaubensleben beeinträchtigen oder von wichtigen Dingen im Leben abhalten.

Die durch den bewussten Verzicht entstehenden Freiräume sollen andererseits für ein intensiveres Erleben und Reflektieren des eigenen Glaubenslebens genutzt werden.

Traditionell drückt sich das Fasten durch den Verzicht auf Essen aus. Meistens verzichten die Gläubigen insbesondere auf Fleisch und nehmen besondere Fastenspeisen zu sich. Heutzutage ist es aber ebenso beliebt, ganz unterschiedlichen Konsum zu fasten. Neben Fleisch wird so mittlerweile auch gerne auf Süßigkeiten, Alkohol, auf Internet oder Soziale Medien verzichtet. Verschiedene Fastenaktionen und Impulse bieten jedem die Möglichkeit, den bewussten Verzicht in diesen besonderen sechs Wochen im Kirchenjahr zu üben.

Die Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und erreicht ihren Höhepunkt mit dem Karfreitag, der zugleich auch ihr Ende ist. Am Karfreitag wird in besonderer Weise dem Kreuzestod Jesu Christi gedacht.

Das Aschenkreuz gehört zu den bekanntesten Symbolen der Fastenzeit. Seit dem 10. Jahrhundert ist es in der Heiligen Messe am Aschermittwoch ein fester Bestandteil der Liturgie, dass der Priester den Gläubigen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn zeichnet. Die Asche, die von den verbrannten Palmzweigen des Vorjahres

stammt, ist ein Zeichen der menschlichen Vergänglichkeit, der Reinigung sowie der Buße und Reue. Gleichzeitig ist das Kreuz auch ein Zeichen der Hoffnung. Die Spendung des Aschenkreuzes gehört in der katholischen Kirche zu den sogenannten Sakramentalien.

Traditionell ist die liturgische Farbe für die Fastenzeit vor Ostern (und die Fastenzeit im Advent) Violett. Diese Farbe symbolisiert die Buße, den Übergang und die Verwandlung.

Die Zahl 40

Die Zahl 40 hat sowohl im Alten als auch im Neuen Testament eine besondere Bedeutung. 40 Tage blieb Moses auf dem Berg Sinai, bis er von Gott die Zehn Gebote erhielt (Ex 24,18). 40 Tage und Nächte dauerte der Regen der Sintflut an

(Gen 7,12) und genauso lang wartete Noah, nachdem die Berge wieder sichtbar waren, bis er ein Fenster seiner Arche öffnete und einen Raben fliegen ließ. Nach dem Auszug aus Ägypten wanderte das Volk Israel 40 Jahre durch die Wüste (Ex 16,35). 40 Tage und 40 Nächte wandert der Prophet Elia zum Gottesberg Horeb, wo Gott zu ihm sprach (1 Kön 19,8).

40 Tage verbrachte Jesus betend und fastend in der Wüste, um sich auf seine Sendung vorzubereiten.

Und auch die Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern dauert 40 Tage. Bei dieser Rechnung gibt es allerdings einen kleinen Trick: eigentlich sind es 46 Tage, aber die Sonntage zählen nicht zur Fastenzeit, da der Sonntag als Erinnerung an die Auferstehung Jesu ein Tag der Freude sein soll.

Almosen:

Zum festen Brauchtum der Fastenzeit gehört auch das Geben von Almosen. Aber wo liegt eigentlich der Ursprung des Fastenopfers?

Das Almosen-Geben ist bereits im Judentum religiöse Praxis. In mehreren Ländern wird zu einem besonderen Fastenopfer aufgerufen, das meist für die Entwicklungsländer gespendet wird. Hier in Deutschland ist dieses Almosen durch den Namen „Misereor“, lateinisch „Ich erbarme mich“, gekennzeichnet. Misereor steht inzwischen für eine fundierte Auseinandersetzung mit der Armutsthematik und der Situation in den Ländern, die der Dritten Welt zuzuordnen sind.

Darum sollten wir es fertig bringen auch einmal freiwillig auf Süßigkeiten, auf zu viel Essen, Alkohol usw. zu verzichten. Wer sich beherrscht hat, wer es fertig gebracht zu verzichten, der wird innerlich froh.
 

Wir, das Pastoralteam mit dem Büroteam, wünschen Euch/Ihnen allen viel Spaß beim Fasching und eine gesegnete Fastenzeit!

P. Damian Ugwuanyi SMMM

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