Klingenmünster
Pfarrei Hl. Maria Magdalena

Montag, 19. Oktober 2020

Grußwort November 2020

Was am Ende bleibt?!

Liebe Leserinnen und Leser unseres Pfarrbriefes.
Liebe Pfarrangehörige.

Geht es ihnen so ähnlich wie mir in diesen kommenden Tagen des Novembers? Da sind sie wieder, diese Tage:

Allerheiligen, Allerseelen, Totensonntag, Volkstrauertag. Die Reihe der Tage des Totengedenkens im November ist lang und lässt fast keine andere Wahl, als sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Auch, und gerade in diesem Jahr, wo die Corona-Pandemie weltweit, aber auch bei uns im Land, immer noch präsent ist.

Der traditionelle Gang zum Friedhof. Die Erinnerung, einen lieben Menschen nicht mehr bei sich wissen zu dürfen. Eine gewisse innere Melancholie von Weltuntergangsstimmung bei schmuddeligem Herbstwetter und spürbar kürzer werdende Tage. Und dann immer noch die ungewisse Frage, was bleibt am Ende? Wie wird die Zukunft aussehen, für mich persönlich aber auch in der ganzen Welt, angesichts weiter ansteigender Infektionszahlen des noch nicht beherrschbaren Virus? Wie wird die Zukunft aussehen angesichts der vielen kriegerischen Auseinandersetzungen, dem Säbelrasseln der Weltmächte zwischen den USA, Russland und der Türkei, aber auch den kleineren Schauplätzen von Terror und Flucht?

Was bleibt am Ende?

Das Thema Tod, bei lieben Angehörigen und Freunden, aber auch der eigene Tod, ist an diesen Tagen oft mehr präsent als sonst. Die kirchlichen Gedenktage in jedem Jahr erinnern uns an beides. Mit der Segnung der Gräber an Allerheiligen, mit dem Verlesen der Namen der letztjährig Verstorbenen, mit Liedern und Gebeten wollen wir Christen an diesen Tagen ein äußeres Zeichen setzen. Auch wir wollen es in diesem Jahr wieder so in unserer Pfarrei handhaben, wenn auch in veränderter Form.

Sicherlich: die Botschaft in unserem christlichen Glauben angesichts des Todes ist geprägt vom Glauben an den auferstandenen Jesus. Er ist geprägt, dass für uns alle der Tod nicht das letzte Wort hat.

Die wiederkehrenden Trauertage im November erinnern uns aber auch an den Tod geliebter Menschen – an friedlich eingeschlafene und jäh aus dem Leben gerissene, und in diesem Jahr an die vielen Corona-Infizierten, die teilweise still und leise ohne Angehörige sterben mussten. Sie alle erinnern uns nüchtern daran, dass der Tod zum Leben gehört. Sie sprechen aber auch davon, dass christliche Hoffnung über den Tod hinaus reicht.

Die Trauertage im November laden uns deswegen ein, unser Leben angesichts des Todes bewusst wertzuschätzen, laden uns ein, im besten Sinne des Wortes „end-lich“ zu leben:

Im Bewusstsein unserer Endlichkeit das Leben zu genießen und verantwortungsvoll zu gestalten.

Was am Ende bleibt?!

Die Gedanken auf der Titelseite (hier: unter dem Text) können uns womöglich eine Antwort auf viele weitere offenen Fragen geben.

Gehen wir mit dem Tod eines lieben Menschen auch weiterhin in christlichem Glauben um. Wir haben die Botschaft, dass wir nach dem Zeitlichen hier auf Erden eine nie dagewesene Fülle bei Gott erfahren werden. Die Grablichter auf unseren Gräbern sind dafür stille und leuchtende Zeichen.

Ich wünsche Ihnen einen stillen und nachdenklichen Monat November mit seinen Tagen der Erinnerung an Ihre lieben Verstorbenen.

Ihr Pfarrer Marco Gabriel
 

Gedanken zum Bild:

Am Allerseelentag feiern wir das Leben aller Menschen:

  • jede Freude, die ein Mensch verbreitet hat
  • jede Hoffnung, die er geweckt hat
  • jeden Trost, den er gespendet hat
  • jede Liebe, die er schenkte
  • jede Sorge, die er geteilt hat

All das nimmt der Mensch am Ende seines irdischen Daseins mit ins neue ewige Leben bei Gott im Himmel

 

 

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