Ludwigshafen
Dekanat Ludwigshafen

Samstag, 04. Januar 2025

Eröffnung des Heiligen Jahres

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann hat am 31. Dezember im Speyerer Dom im Gottesdienst zum Jahresschluss das Heilige Jahr 2025 für das Bistum eröffnet.

„Unser Weg, der Weg in das neue Jahr, ist von einer Hoffnung getragen, die uns erfüllt. Von einem tieferen Glauben, der uns Mut und Kraft gibt, mitten in einer sehr bedrängenden Zeit“, so der Bischof. „Wir wollen gemeinsam durch dieses Jahr gehen, in der Kraft des Glaubens, und der Hoffnung, und der Liebe.“

Pilger der Hoffnung

Das Heilige Jahr 2025 steht unter dem Leitwort „Pilger der Hoffnung“. Das Motto hätte, so Bischof Wiesemann, „im Hinblick auf unsere Zeit“ nicht besser gewählt werden können. „Viele Wunden nehmen wir mit in das kommende Jahr, die uns tagtäglich begegnen. Die Verwundbarkeit unserer Welt ist uns vor Weihnachten mit dem Attentat in Magdeburg nochmal ganz tief und schrecklich zu Bewusstsein gekommen. Sie umgibt uns aber ständig, in den vielen Konflikten und Auseinandersetzungen, Kriegen und Verwundungen, die wir Tag für Tag erleben.“

Genau wie eine Kirche, die nach Osten zur aufgehenden Sonne ausgerichtet ist, sei es auch ein Zeichen des Glaubens, unterwegs zu sein zu dem, der aufgeht und die Kraft hat, Licht neu zu entfalten. „Wenn wir in der Kirche Gottesdienst feiern, und wenn unser Glaube uns trägt, dann sind wir Pilger, die auf dem Weg zum Licht sind“, so Bischof Wiesemann in seiner Predigt. „Das ist die Kraft, die diese Welt braucht: Menschen, die aufstehen, die sich nicht entmutigen lassen, die sich als Pilger zum Licht hin, zu Christus hin, auf den Weg machen.“

Seit uralten Zeiten sei die Muschel das Symbol der Pilger. Eine Muschel, so der Bischof, liege tief im Meer und lebe dennoch. Sie sei fähig, das Sandkorn, das eingedrungen ist und sie im Inneren verwundet hat, einzuschließen und umzugestalten: in eine Perle. „Selbst die Verwundungen dieser Welt können in etwas Kostbares verwandelt werden. Aus den Verwundungen einen Segen werden zu lassen – Das ist ein ganz tiefes Geschehen, das nur durch den Glauben bewirkt werden kann.“

Bischof Wiesemann richtete sich an die Gläubigen: „Lasst uns den großen Wert unseres Glaubens wieder neu erkennen. Machen wir uns auf in diesem Jahr, mit all den Herausforderungen die es bieten mag, gehen wir im Zeichen der Muschel voran. Gestalten wir auch die Verwundungen um, im Glauben, dass sie zu etwas werden können, das uns Menschen nach vorne bringt. Etwas, das uns aufwachen lässt, hin zu Humanität, das Liebe und Respekt unter den Menschen fördern kann. Dass wir Pilger der Hoffnung für diese Welt sind.“

Die Messe wurde musikalisch von Sängerinnen und Sängern des Mädchenchores, der Domsingknaben und des Domchores, unter der Leitung von Domkantor Joachim Weller und Domkapellmeister Markus Melchiori, gestaltet. Sie sangen gemeinsam die „Missa Fidem cantemus“ von Christian M. Heiß sowie Stücke von Anton Bruckner und Camille Saint-Saëns. Die Orgel wurde von Domorganist Markus Eichenlaub gespielt.

Kreuz markiert das Heilige Jahr im Dom

Aus Anlass des Heiligen Jahres wurde im nördlichen Querhaus des Speyerer Doms ein besonderes Kreuz aufgehängt. Damit setzen Bischof und Domkapitel eine Bitte von Papst Franziskus an alle Bistümer um. Dieser hatte in seinem Schreiben zur Eröffnung des Heiligen Jahres in den Bischofskirchen weltweit festgehalten, dass ein Kreuz, welches „für die Diözesankirche von historisch-künstlerischer Bedeutung oder mit der Frömmigkeit des Volkes verbunden ist“, in der Kathedrale platziert werden solle, wo es im Verlauf des Heiligen Jahres verehrt werden könne. Dieses Kreuz solle das „Zeichen des Hoffnungsweges des pilgernden Gottesvolkes hinter dem Kreuz Christi“ sein, denn „in einer Welt, in der Fortschritt und Rückschritt verwoben sind, bleibt das Kreuz Christi der Anker der Rettung: ein Zeichen der Hoffnung, die nicht enttäuscht, weil sie auf der Liebe des barmherzigen und treuen Gottes gründet“ (Papst Franziskus, Generalaudienz, Petersplatz - 21. September 2022).

Das 3,65 Meter hohe und 2,20 Meter breite Holzkreuz im Speyerer Dom stammt aus dem Karmel in Hauenstein. Da die Klostergemeinschaft der unbeschuhten Karmelitinnen sich 2023 aufgelöst hatte, konnte es dem dortigen Inventar entnommen werden. Das Wandkreuz stammt aus der Zeit der Umgestaltung der Klosterkirche in den 1980er-Jahren und ist im Stil eines byzantinischen Kreuzes gestaltet. Gefertigt wurde das große Wandkreuz aus Zirbenholz in der Werkstatt des Grödener Künstlers Filip Piccolruaz. Es wurde auf Grund seiner Gestaltung und für den Dom passenden Größe ausgewählt. Die Aufhängung im nördlichen Querhaus bietet zum einen die Möglichkeit, in einem etwas abgeschiedenen Raum in Ruhe im Gebet zu verweilen, zum anderen befindet sich das Kreuz direkt über einem Altar, so dass es auch in liturgische Feiern mit einbezogen werden kann. Bischof Wiesemann betonte: „Das Kreuz wird das ganze Jahr für alle Menschen, die im Gebet Trost und Hilfe suchen, da sein.“ Beginnend mit dem 7. Januar wird dort jeden Dienstag um 17:15 Uhr eine Andacht gefeiert.

Zum Hintergrund: Das Heilige Jahr (Quelle: DBK)

Die Idee der Heiligen Jahre geht auf Papst Bonifaz VIII. zurück, der für das Jahr 1300 ein besonderes, zunächst nur für die Römer gedachtes Pilgerjahr ausrief. Der Rhythmus der Heiligen Jahre war von Beginn an Schwankungen unterworfen. Bonifaz VIII. legte ihn auf alle 100 Jahre fest, schon bald folgten Änderungen auf einen Abstand von 50 und 33 Jahren. Papst Paul II. legte 1470 endgültig den Rhythmus auf 25 Jahre fest.

Grundlegende Elemente der Heiligen Jahre sind die Wallfahrt nach Rom und das Durchschreiten der Heiligen Pforten in den vier Patriarchalbasiliken (Petersdom, Santa Maria Maggiore, Sankt Paul vor den Mauern und Lateran).

Das Heilige Jahr 2025 in Rom steht unter dem Leitwort „Pilger der Hoffnung“ und greift damit ein zentrales Thema von Papst Franziskus auf. Es ist ein sogenanntes ordentliches Heiliges Jahr, das alle 25 Jahre stattfindet. Die Stadt Rom rechnet für 2025 mit rund 45 Millionen Pilgerinnen und Pilgern, Besucherinnen und Besuchern.

 

 

Bild: Aus Anlass des Heiligen Jahres wurde im nördlichen Querhaus ein großes Holzkreuz aufgehängt © Klaus Landry

 

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