Göllheim
Pfarrei Hl. Philipp der Einsiedler

Samstag, 31. Dezember 2022

Wir trauern um Papst Benedikt XVI

Brief unseres Herrn Bischof zum Tod Papst Benedikts XVI

 

Liebe Schwestern und Brüder im Bistum Speyer,

heute Morgen hat Papst em. Benedikt mit 95 Jahren sein irdisches Leben in die gütige Hand Gottes zurückgegeben. Mit der ganzen Kirche trauern wir um den ersten Papst aus Deutschland seit fünf Jahrhunderten, der von 2005 bis 2013 an der Spitze der katholischen Kirche stand.
Persönlich blicke ich in diesen Tagen des Abschiednehmens dankbar auf zahlreiche beeindruckende Begegnungen mit ihm zurück: bereits während meiner Studienzeit in Rom in den 1980er Jahren, als er noch Präfekt der Glaubenskongregation war, bei seinen drei Deutschlandreisen nach seiner Wahl zum Papst sowie bei mehreren Romaufenthalten. Vor allem bin und bleibe ich ihm dankbar für sein großes Vertrauen, das er mir mit meiner Ernennung zum Bischof von Speyer am 19. Dezember 2007 gezeigt hat.
Für mich gehört Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. zu den größten Theologen der Gegenwart, ebenso zu den wichtigsten Wegbereitern und Interpretatoren des II. Vatikanischen Konzils. Dabei war sein theologisches Denken zutiefst biblisch verwurzelt, schöpfte aus der ganzen Breite der kirchlichen Tradition und zielte darauf ab, Glaube und Vernunft miteinander zu versöhnen.

Den Petrusdienst hat Papst em. Benedikt XVI. auf die ihm eigene Weise ausgeübt: getragen von einer spürbar tiefen Spiritualität, mit theologischer Brillanz und menschlich bescheiden zugleich. Mit seinen zahlreichen Enzykliken und Ansprachen, theologischen und pastoralen Impulsen, ökumenischen und interreligiösen Begegnungen hat er das christliche Zeugnis inmitten der Welt gestärkt und die katholische Kirche tief geprägt.
Vor allem mit seinem unerwarteten Rücktritt im Februar 2013 hat er gezeigt: Hinter jedem Amt in der Kirche, auch hinter dem Papstamt, steht ein konkreter Mensch mit seinen Stärken und Fähigkeiten, aber auch mit seinen Grenzen und Schwächen. Dies ist in besonderer Weise noch einmal in den letzten Monaten seines Lebens sichtbar geworden, die von den Diskussionen um den Umgang mit Missbrauchsfällen während seiner Zeit als Erzbischof von München und Freising mitgeprägt waren. Ich kann die Kritik derer nachvollziehen, die sich von Papst em. Benedikt XVI. ein klareres Wort der Verantwortungsübernahme und des persönlichen Versagens gewünscht hätten. Zugleich sollten wir nicht übersehen, wie sehr sich Joseph Ratzinger bereits als Präfekt der Glaubenskongregation und noch mehr als Papst dafür eingesetzt hat, sexualisierte Gewalt aufzudecken und Täter zur Verantwortung zu ziehen. Und wie wichtig es ihm war, Betroffenen zu begegnen und sie im Namen der Kirche um Verzeihung zu bitten.

Im Bistum Speyer erinnern wir uns vor allem an seine beiden Aufenthalte in unserer Bischofsstadt:

Am 4. Mai 1987, als er Papst Johannes II. bei dessen denkwürdigem Besuch in Speyer begleitet hat.

Und am Pfingstsonntag 1990, als er mit Blick auf die Wiedervereinigung Deutschlands in unserem Kaiser- und Mariendom einen wegweisenden Vortrag zu den Hoffnungen und Gefahren Europas gehalten hat.

Unsere Trauer und Dankbarkeit wollen wir morgen Mittag, 1. Januar 2023, durch ein viertelstündiges Trauergeläut nach dem Angelus-Läuten um 12.00 Uhr öffentlich zum Ausdruck bringen. Zugleich bitte ich Sie, bis zum Begräbnis des früheren Papstes an allen Kirchen Trauerbeflaggung anzubringen und bei allen Gottesdiensten in den Fürbitten seiner zu gedenken. Darüber hinaus erhalten alle Pfarreien in den kommenden Tagen Sterbebildchen von Papst em. Benedikt XVI. zum Verteilen an die Gläubigen. Im Dom werden wir in den kommenden Tagen ein Requiem für den Verstorbenen feiern, zu dem ich Sie alle heute schon herzlich einlade. Der genaue Termin hierfür steht bis jetzt noch nicht fest, wird Ihnen jedoch zeitnah mitgeteilt. Im südlichen Seitenschiff des Doms wird ab Beginn der kommenden Woche auch ein Kondolenzbuch aufliegen, in das Sie sich gerne eintragen können.

In sein Papstwappen hat Papst Benedikt XVI. die Pilgermuschel eingefügt – als Zeichen des lebenslangen Weges der Gottsuche. Möge er, am Ziel seiner irdischen Pilgerreise angelangt, den in seiner ganzen Fülle schauen, den er zeit seines Lebens gesucht und in dessen Dienst er sich gestellt hat.

Ihr
+ Dr. Karl-Heinz Wiesemann
Bischof von Speyer

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