Dom

Freitag, 16. August 2024

„Mit Maria können wir selbst zum Hoffnungszeichen für diese Welt werden“

Generalvikar Magin fragte: "Wie soll Kirche heute noch ein „Zeichen der Hoffnung“ sein? © Klaus Landry

Generalvikar Markus Magin predigt bei Marienfeier

Speyer. „Mit Maria ist für unser Glaube und für unser Glaubenszeugnis ein großes Hoffnungszeichen mitgegeben. In allen Fragen, in allen Zweifeln, in allen Krisen“, sagte Generalvikar Markus Magin bei seiner Predigt in der Marienfeier am Abend des Festes Mariä Himmelfahrt im Dom zu Speyer.

Magin blickte auf die „Zeichen der Zeit“: Immer mehr Menschen, das zeigen auch Befragungen von Marktforschungsinstituten leben in Sorgen und Ängste. Magin: „Die Ergebnisse sind erschreckend. Mehr als Dreiviertel der Befragten schauen für diese Gesellschaft und diese Welt pessimistisch in die Zukunft. Doch was sind das für Ängste? Was beschäftigt die Jugendlichen und die anderen Generationen?“

Papst Franziskus: „Die Zeichen der Zeit verlangen danach, in Zeichen der Hoffnung verwandelt zu werden.“

Neben einer tiefen Resignation gegenüber der Politik, die unser Zusammenleben bedrohe, befänden wir uns, so eine Jugendstudie in einem „sozialen Klimawandel“. Das gesellschaftliche Klima wird rauer, die Gesellschaft vereinsamt. Die einen haben durch die steigende Inflation Angst, den Wohlstand zu verlieren, die anderen Angst vor dem Krieg, „der so nah an uns herangerückt ist, wie seit Jahrzehnten nicht mehr“, fasste der Speyerer Generalvikar zusammen.

„Was heißt das für uns als Kirche? Welcher Auftrag erwächst daraus für uns als Christinnen und Christen?“, fragte Magin. Papst Franziskus schreibe in seiner Ankündigung zum Heiligen Jahr: „Die Zeichen der Zeit verlangen danach, in Zeichen der Hoffnung verwandelt zu werden.“ Doch wie soll Kirche heute noch ein „Zeichen der Hoffnung“ sein? Der Generalvikar zieht Bilanz: „In unserer Kirche und in unserer Gesellschaft hat sich so manches verändert. Viele, nicht nur außerhalb von Kirche, sondern mitten in den Kerngemeinden der Kirche, sind da unsicher und ängstlicher geworden. Von den Ehrenamtlichen bis hin zu den Hauptamtlichen, den Priestern und vielleicht auch den Bischöfen?“

Wie sieht die Zukunft von Glauben und Kirche aus?

Generalvikar Magin gesteht, dass auch er sich frage: Wie geht das? Wie geht das weiter? Er äußerte: „Wie können wir als Kirche, als Bistum Speyer auch noch im Jahr 2050 oder 2070, den Auftrag Jesus Christi, den Auftrag Zeichen der Hoffnung zu sein, leben, wenn wir immer weniger werden?“

Es sei der Glaube, den es hier brauche. Glaube, das sei nicht nur ein Zitieren von schönen Bibelsätzen, nicht nur eine Sache des Verstandes, ein Einhalten von Vorschriften. „Glauben ist im Wesen nach lebendige Beziehung zwischen Gott und mir. Mir und Gott. Und wie menschliche Beziehung braucht auch die Gottesbeziehung immer wieder ihre Impulse. Ihre Zeichen. Ihre Bestätigung. Ihre Erneuerung“, so Magin. Und weiter: „Wir brauchen, wie in menschlichen Beziehungen immer wieder Erfahrungen, das unsere Hoffnungen nicht umsonst sind. Dass unser Glauben auf einem festen Fundament gegründet ist. Wir brauchen Hoffnungszeichen.“

Zeichen der Hoffnung in dieser und für diese Welt sein

Der Generalvikar von Speyer sieht in der Mutter Gottes Maria dieses Hoffnungszeichen. Sie sei, so Papst Franziskus „die höchste Zeugin der Hoffnung“, obwohl sie, so Magin „genug Grund gehabt hätte, in Hoffnungslosigkeit zu versinken.“ Doch mit der Auferstehung Jesu durfte sie erleben, dass diese Hoffnung nicht enttäuscht, sondern erfüllt wurde. Die Hoffnung wird zum Wegweiser des eigenen Glaubens. So folgt auch das Heilige Jahr 2025 dem Leitsatz: Spes non confundit - „Die Hoffnung lässt nicht zugrunde gehen“.

Magin wörtlich: „Die Hoffnung aus der Maria gelebt hat, hat sie am Leben gehalten. Sie durfte erleben, dass sich die Hoffnung für Jesus Christus erfüllt und für sich, durch ihre Aufnahme in den Himmel. Dadurch zeigt sie auch uns die Hoffnung. Sie ist das große Zeichen, in ihre Zeit hinein und in unsere Zeit. Damit wir Zeichen der Hoffnung werden können, in dieser und für diese Welt.“

An die Marienfeier im Dom, die Dompfarrer Matthias Bender leitete, schloss sich die stimmungsvolle Lichterprozession durch den Domgarten an.  Die musikalische Gestaltung hatten die Frauenschola Musica InSpira unter der Leitung von. Monika Keggenhoff und die Dombläser übernommen. Den Schlusssegen nach der Prozession vor dem Dom spendete Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.

Die Predigt von Generalvikar Markus Magin steht hier zum Download als Audiodatei bereit. 

Generalvikar Magin zitiert aus der der Studie "Deutschland auf der Flucht vor der Wirklichkeit" des Meinungsforschungsinstituts Rheingold sowie aus der Verkündigungsbulle des Heiligen Jahres 2025 von Papst Franziskus. 

Fotos © Klaus Landry

Diese Meldung und weitere Nachrichten des Bistums wurde veröffentlicht auf der Internetseite www.dom-zu-speyer.de

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