Dom

Freitag, 27. Juni 2025

Dauerbaustelle Dom

Dombaumeisterin Hedwig Drabik gab im Rahmen eines Mediengesprächs Einblick in die Sanierungsarbeiten am Dom. © Klaus Landry

Reinigungsarbeiten am Dom. © Klaus Landry

Das neue Chorpodest. © Hedwig Drabik

Der Dom in ein Gerüst gehüllt. © Klaus Landry

Der Ölberg ist ebenso in ein Gerüst gehüllt. © Klaus Landry

Die Wandmalerei der Vorhalle wird derzeit auch saniert. © Anne Lackner

Die Regenrinne an der Nordseite wird überarbeitet. © Hedwig Drabik

Großprojekt Südostturm. © Klaus Landry

Dombaumeisterin Hedwig Drabik informierte zu Instandhaltungsmaßnahmen

Speyer. Wer derzeit zum Speyerer Dom kommt, kann schnell erkennen, dass hier einiges für den Bauerhalt getan wird. Zu sehen ist das an den Gerüsten, die derzeit an den Osttürmen, in der Vorhalle und am Ölberg stehen. „Gerüste sehen zwar nicht schön aus, sind aber eigentlich ein gutes Zeichen“, sagte Domdekan und Domkustos Dr. Christoph Kohl. „Gerüste sagen: Hier kümmert sich jemand um den Bau.“ Wie genau das Kümmern aussieht und warum vieles auch erst geplant werden kann, wenn das Gerüst schon steht, erläuterte Dombaumeisterin Hedwig Drabik. Sie gab in einem Mediengespräch Einblick in die Arbeiten der zurückliegenden Monate.

Entwässerung

Die Entwässerung, das heißt das Ableiten des Regenwassers, ist und wird zunehmend ein großes Thema am Dom. Durch die zunehmenden Starkregenereignisse reichen die vorhandenen Entwässerungssysteme nicht mehr aus. Seit 2020 werden hier Teilbereiche sukzessive untersucht und bearbeitet. An der Afrakapelle und dem Vierungsturm wurden bereits erste Maßnahmen umgesetzt. Im vergangenen Jahr wurden die Fallleitungen am Westbau überarbeitet. Hier sind die Schäden durch die mangelnde Entwässerung immer noch sichtbar, indem die Wände immer noch feucht sind und die Feuchtigkeit nach Regenfällen auch sichtbar ist. Verschmutzungen und Schäden an den alten Leitungen, deren ungünstige Konstruktion bzw. deren Verlauf waren zum Teil im Innern der Wände und ursächlich für Probleme bei der Entwässerung.

Säuberung der Natursteinböden

Eine Maßnahme, die ohne Gerüste auskam, aber dennoch eine große Wirkung zeigte, war die Reinigung der Sandsteinböden im Dom. Im Rahmen des Kultur-Sponsorings der Firma Kärcher konnten im Oktober 2023 die Bodenflächen in der Krypta mit Heißdampf gereinigt werden. Die Arbeiten dienten der Erprobung und Konzepterstellung einer Gesamtreinigung der Bodenflächen im Dom. Im Nachgang wurden dann eigene Geräte angeschafft und im Verlauf des Jahres 2024 die Bodenflächen im gesamten Mittelschiff, den Seitenschiffen, Querhäusern und Chorraum des Doms gereinigt.

Besucherlenkung

Für jeden Besucher des Doms sind Informationen wichtig, die ihm helfen, sich vor Ort zurechtzufinden. Hier helfen Ständer mit Informationen zu Besucherangeboten, Verhaltensregeln, Gottesdiensten, Öffnungszeiten etc. Neben Funktionalität muss die Beschilderung sehr hohen ästhetischen Anforderungen genügen. In Zusammenarbeit mit einem Kunstschmied wurden 2024 neue Ständer gefertigt, die zur restlichen Ausstattung passen und sich harmonisch in das Gesamtbild einfügen.

Klimaüberwachung und -steuerung in der Afrakapelle

Immer wieder war in der Afrakapelle Schimmel aufgetreten. Um das Problem in den Griff zu bekommen, waren bereits die Wasserführung im Außenbereich verändert und ein neuer diffusionsoffener Anstrich im Innern aufgebracht worden. Nun wurde als letzter Schritt Klimatechnik eingebaut, die sowohl den Raum temperiert als auch die Steuerung einer Lüftung vornimmt. Die Kapelle wird täglich für die Werktagsmessen und zudem für Hochzeiten und Gottesdienste von Pilgergruppen genutzt.

Neues Chorpodest

Bereits seit 2011 standen Überlegungen im Raum, ein neues Sängerpodest zu bauen. Dieses sollte Flexibilität in der Anordnung im Raum bieten, Stauraum integrieren und zugleich hohen ästhetischen Ansprüchen genügen. Bei der Gestaltung orientierte Dombaumeisterin Drabik sich an der übrigen Sekundärmöblierung im Dom. In puncto Funktionalität arbeitete sie eng mit der Dommusik zusammen. Pünktlich zum Palmsonntag 2025 konnte das neue Chorpodest erstmals genutzt werden. Es befindet sich auf dem sogenannten Königschor, der eine neuzeitliche Zwischenebene zwischen dem Mittelschiff und dem Hochchor bildet und sich damit zwischen Volksaltar und Pontifikalaltar befindet. Das neue Podest besteht aus einem feststehenden Teil zwischen den Arkaden zum südlichen Seitenschiff, der als Stauraum für das technische und musikalische Equipment genutzt wird. Der vordere Teil des Sängerpodestes besteht aus vier mobilen Teilen, die für Gottesdienstgestaltungen und Konzerte fahrbar und untereinander kombinierbar sind. Gefördert wurde das Projekt durch eine projektbezogene Spende der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer, die die Realisierung dieses Projektes ermöglicht. Die Gesamtkosten für das Sängerpodest belaufen sich auf 210.000 Euro.

Ölberg

Das Projekt startete im vergangenen Jahr 2024 mit ersten Vorarbeiten. So wurde mit Unterstützung der Dr. Albrecht und Hedwig Würz-Stiftung das Gitter um den Ölberg restauriert und so verändert, dass es für die weiteren Restaurierungsarbeiten herausnehmbar ist. Nun konnte Anfang des Jahres ein Gerüst gestellt werden, um die Schäden am Ölberg und dessen Figuren genauer in Augenschein zu nehmen und erste Probereinigungen zu machen. Im Zentrum der Maßnahme stehen die Reinigung und Restaurierung der Steinoberflächen der Architektur und der 18 Figuren. Diese zeigen verschiedene Schadensphänomene je nach Position: Vergrünung im Norden, schwarze Krusten oben, Teilverschmutzungen im Süden. Je nach Nähe zum Außenbereich sind die Schäden durch Vandalismus unterschiedlich groß. Die Restaurierung der einzelnen Figuren wird entsprechend unterschiedlich umfangreich ausfallen. Anlässlich seines 30-jährigen Bestehens hat der Dombauverein den Ölberg als Jubiläumsprojekt gewählt und sucht noch nach Paten für einzelne Figuren.

Wandbild in der Vorhalle

In der Vorhalle des Doms werden die Besucherinnen und Besucher des Doms derzeit noch von einem Gerüst begrüßt. Dieses ist notwendig, um das Wandgemälde von Johann Baptist Schraudolph in der Vorhalle des Doms genauer untersuchen zu können. Im Rahmen ihrer Diplomarbeit hat Anne Lackner, Studentin am Lehrstuhl für Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Wandmalerei an der Hochschule in Dresden, Musterflächen angelegt und erarbeitet derzeit ein Restaurierungskonzept für eine zukünftige Sanierung. Ermöglicht wird dieses Projekt mit Geldern der Würz-Stiftung in der Stiftergemeinschaft der Sparkasse Südliche Weinstraße.

Sanierung der Osttürme

Ab September 2024 wurde das Gerüst an den Osttürmen aufgebaut. Im Frühjahr konnte dann mit der Umsetzung der zuvor geplanten Maßnahme an der oberen Hälfte des Südostturms begonnen werden. Dieser erste Bauabschnitt soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Die Kosten dafür werden sich auf ca. 1,2 Millionen Euro belaufen.

Dass die Arbeit an den Türmen dringend notwendig ist, zeigte die Dombaumeisterin eindrucksvoll mit einem kleinen Filmclip, bei dem der Steinmetz den Putz mit der bloßen Hand großflächig von der Wand abnehmen konnte, es also keine Bindung mehr zum Mauerwerk gab. Nach der Putzabnahme begannen weitere Analysen. So läuft derzeit noch eine Untersuchung der Putze und Mörtel in Zusammenarbeit mit dem Institut für Steinkonservierung in Mainz. 77 stark geschädigte Steine müssen ausgetauscht werden, wofür nach einer Bemusterung Haardter Sandstein (gelb) und Elsässer Sandstein (rot) ausgewählt wurden. Aktuell arbeiten Steinmetze und Putzer an den Außenflächen des Turms. Letztere legen Musterflächen für die Neuverputzung der Turmhelme an.

Auch an den Türmen ist die Verbesserung der Wasserführung ein wichtiges Ziel. Wurde bislang das Wasser nach innen abgeleitet, soll es zukünftig nach außen abfließen. Dazu sind neue Rinnen, eine Veränderung der Sohlbänke und die Herstellung neuer Abtropfkanten notwendig. Teil der Gesamtmaßnahme der Turmsanierung wird auch die Herausnahme der Betondecken sein, die 1931 eingebracht wurden. Diese sind desolat und müssen durch eine andere Konstruktion ersetzt werden.

Die Türme gehören zur romanischen Bausubstanz und wurden am Ende des 11. Jahrhunderts vollendet. Sie gehören zu den ersten Beispielen sogenannter Chorflankentürme. Zuletzt wurden sie 1986 in Teilen saniert. 

 

Diese Meldung und weitere Nachrichten des Bistums wurde veröffentlicht auf der Internetseite www.dom-zu-speyer.de

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