Silbermöwe

Mittwoch, 20. März 2019

„Nichts als Tod und Zerstörung“

Zyklon Idai verwüstet weite Teile von Mosambik, Malawi und Simbabwe

Der Zyklon Idai hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Auch zahlreiche kirchliche Gebäude sind beschädigt oder zerstört. Fotos: Caritas Beira

Die Zerstörungen durch den verheerenden Tropensturm „Idai“ im südlichen Afrika sind weitaus größer als ursprünglich angenommen. Allein in Malawi und Simbabwe starben nach Angaben der Vereinten Nationen mehrere hundert Menschen, während Simbabwe laut Berichten vom Montag 82 Tote beklagt. Besonders hart getroffen wurde Mosambik. Mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 190 Kilometern pro Stunde war der Zyklon am 15. März nahe der Stadt Beira auf Mosambik getroffen und anschließend über die Nachbarländer weitergezogen.

„Die Nachrichten, die uns von unseren lokalen Partnern erreichen, sind dramatisch“, sagte Oliver Müller, der Leiter von Caritas International, dem Hilfswerks des Deutschen Caritasverbandes. Angesichts der verheerenden Zerstörungen hat das Hilfswerk seine Nothilfe für die Betroffenen der Naturkatastrophe auf nun 200 000 Euro verdoppelt. Besonders dringend benötigt werden aktuell Medikamente, Lebensmittel und sauberes Trinkwasser.  Für Familien, deren Häuser zerstört wurden, sind von Caritas international 1 800 Zeltplanen auf den Weg gebracht worden, mit denen ein notdürftiger Schutz gegen den Regen sichergestellt werden kann.

Noch immer gibt es keine amtliche Schadens- und Bedarfserhebung, da weite Teile des Landes weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten sind. Derzeit wird von mindestens 1 000 Todesopfern ausgegangen, mehrere hundert Menschen sind verletzt. Die Sachschäden können derzeit noch nicht seriös beziffert werden. Die nach und nach aus den abgelegenen Gebieten eingehenden Augenzeugenberichte lassen jedoch Rückschlüsse darauf zu, dass noch längst nicht das volle Ausmaß der Katastrophe bekannt ist. „Uns haben Menschen nach zweitägigen Fußmärschen erreicht und erzählten, dass ganze Dörfer ausgelöscht worden sind“, berichtet Fabrizio Graglia vom Caritas-Partner „Associação Esmabama“ aus der Hafenstadt Beira. Fabrizio Graglia: „Der Zyklon hat nichts als Tod und Zerstörung hinterlassen.“

Tausende Katastrophenopfer haben in Kirchen, Schulen und Gemeindezentren Unterschlupf gesucht. So etwa in der Missionsstation in Mangunde, wo derzeit 100 Familien versorgt werden. Viele der öffentlichen Gebäude sind allerdings selbst von dem Zyklon zerstört worden, wie etwa das Hospital und das Caritas-Büro in Beira. Große Sorge macht den Nothelfern zudem, dass viele der Leichen im Wasser liegen und sich so Seuchen ausbreiten könnten. Die Meteorologen haben für die kommenden Tage weitere starke Regenfälle vorausgesagt.
Mosambik, Malawi und Simbabwe gehören zu den ärmsten Ländern Afrikas mit begrenzten eigenen Möglichkeiten, auch deshalb ist schnelle Hilfe dringend erforderlich. Der Zyklon hat in der Region einen Großteil der Felder und der Ernten zerstört und damit auch – auf absehbare Zeit – die Lebensgrundlagen der Menschen, die in der Hauptsache von der Landwirtschaft leben. Nach der überlebenswichtigen Soforthilfe werden die betroffenen Länder Unterstützung beim Wiederaufbau benötigen. (cv/pil)

Spenden mit Stichwort „Wirbelsturm Mosambik“ werden erbeten auf:
Caritas international, Freiburg,
IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02,
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe,
oder online unter:
www.caritas-international.de

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