Silbermöwe

Mittwoch, 24. Juni 2020

Sorge um Christen im Heiligen Land

Bischofskonferenz: Annexionspläne Israels bringen Christen zwischen die Fronten

Auch in Nazareth mit der Verkündigungsbasilika ist die Zahl der Christen in den zurückliegenden Jahren deutlich zurückgegangen. (Foto: actionpress)

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz sorgt sich um die Situation der Christen in Israel und Palästina. Angesichts von Annexionsplänen der israelischen Regierung warnen Bischof Ludwig Schick (Bamberg) und Weihbischof Udo Bentz (Mainz) davor, dass die arabischen Christen in der Region einmal mehr zwischen die Fronten geraten. „Sie werden in einer Konfrontation, die auch mehr und mehr religiös aufgeladen wird, kaum noch die Chance haben, vermittelnde Positionen zur Geltung zu bringen“, erklärten beide laut einer Mitteilung der Bischofskonferenz am 19. Juni. Der Bamberger Erzbischof Schick ist der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, der Mainzer Weihbischof Bentz der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten. Beide bekundeten ihre Solidarität mit den Patriarchen und Kirchenführern Jerusalems.
In einem Aufruf vom 7. Mai 2020 hatten diese die Vereinten Nationen, die Russische Föderation, die Europäische Union und die USA aufgefordert, auf die einseitigen Annexionspläne mit einer gemeinsamen, verbindlich terminierten Friedensinitiative im Einklang mit dem Völkerrecht zu reagieren. Bentz appellierte an die Bundesregierung, sich weiterhin mit allem Nachdruck für eine Einhaltung völkerrechtlich verbindlicher Abkommen sowie der entsprechenden UN-Resolutionen einzusetzen.
Erzbischof Schick betonte, in den Kirchen des Heiligen Landes breite sich große Anspannung und Unsicherheit aus. Viele Bischöfe aus der Region setzten ihre Hoffnung auf die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union. Von ihnen werde erwartet, alle politischen Möglichkeiten zu nutzen, um die Regierung Israels von Annexionsplänen abzubringen. „Ich teile die große Sorge vor einer weiteren Destabilisierung der Region sowie auch die Überzeugung, dass auf diese Weise neue Hürden für einen gerechten Frieden zwischen den Parteien errichtet werden. Die Gefahr, dass eine Zweistaatenlösung außer Sichtweise gerät, wächst damit erheblich“, erklärte er.
So ging die Zahl der Christen in Jerusalem in den vergangenen Jahrzehnten den Angaben zufolge auf 12 000 zurück; auch in Bethlehem sank ihr Anteil an den Einwohnern von 80 auf 20 Prozent. Im Gaza-Streifen leben aktuell wohl nicht mehr als tausend Christen. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise verschärfen den Druck  auf die Christen zusätzlich.In den Kriegs- und Bürgerkriegsländern der Region ist die Abwanderung der Christen noch gravierender. „Es sei daher besonders wichtig, ein Gefühl der Gemeinschaft und Zugehörigkeit zu schaffen“ so die deutschen Bischöfe.

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