Silbermöwe

Mittwoch, 11. September 2019

12 805 Kilometer im Dauerregen

Solilauf in St. Ingbert wurde wieder zu einem großen Erfolg

Trotz Dauerregens beteiligten sich 1 188 Läuferinnen und Läufer am Solilauf im St. Ingberter Mühlwaldstadion. Foto: Strobel

Insgesamt 1 188 Teilnehmer, über 150 Helfer, 12 805 gelaufene Kilometer und jede Menge fröhliche Gesichter trotz klatschnasser Sportkleidung — das ist die Bilanz des Solilaufs im St. Ingberter Mühlwaldstadion, der durch seine Wassermassen in die Geschichte der Benefizveranstaltung eingehen wird.
Bei strömendem Regen gab Landtagspräsident Stephan Toscani den Startschuss zum 14. Solilauf in St. Ingbert. Der Regen war dann auch das Dauerthema im Mühlwaldstadion. Tapfere Läufer mit triefend nassen Kleidern und eine Laufbahn, wie sie die Veranstaltung in all den Jahren noch nicht gesehen hat: Schlamm und Pfützen machten das Rundendrehen zur Bewährungsprobe für die ohnehin schon geschundene Muskulatur.

Nächstenliebe nichts für Weicheier

Doch trotz miesen Wetters war die Stimmung bei Läufern, Helfern und Zuschauern wieder einmalig. Die Veranstalter, die Gemeinde St. Pirmin und St. Michael in St. Ingbert, freuten sich über jeden, der sich auch mit nassen Turnschuhen nicht vom Laufen für den guten Zweck abhalten ließ.
Der Erlös, der erst ausgezählt werden muss und beim Neujahrsempfang der Gemeinde bekannt gegeben werden wird,  geht in diesem Jahr an das rein ehrenamtlich getragene und ausschließlich aus Spenden finanzierte Projekt „Wünschewagen“ des Arbeiter-Samariter-Bundes. Es erfüllt Menschen in ihrer letzten Lebensphase einen besonderen Herzenswunsch und fährt sie gemeinsam mit ihren Familien und Freunden noch einmal an ihren Lieblingsort.
„Nächstenliebe ist eben nichts für Weicheier“, sagte Pfarrer Daniel Zamilski in dem Gottesdienst, der in diesem Jahr zum ersten Mal nicht vor, sondern in dem großen Zelt stattfand und von der Schola „Neue Lieder der Gemeinde“ sowie der Band „Fine Tuning“ musikalisch begleitet wurde. Damit verbeugte er sich verbal vor allen Teilnehmern, die für die gute Sache im strömenden Regen liefen, um damit die Hilfsbedürftigen eben nicht im Regen stehen zu lassen.
Und auch Gabi Strobel vom Orga-
team des Solilaufs war beeindruckt vom Durchhaltevermögen der Läufer, einige schafften es sogar über die kompletten 24 Stunden: „Wir empfinden großen Respekt für alle, die an diesen beiden Regentagen uns, ihr Laufteam und letzten Endes den Wünschewagen nicht im Stich gelassen haben und sind stolz auf unsere Solilauf-Fan-Gemeinschaft.“ Einer stach mit seiner Leistung besonders hervor: Patrick Kaufmann kommt seit vier Jahren extra aus der Schweiz, um den Solilauf zu unterstützen. Er ist mit 144 gelaufenen Kilometern und einem 24-Stundenlauf auch der herausragende Sieger. Bei den Damen erreichte Sylke Weingärtner mit 78 Kilometern den ersten Platz. Das teilnehmerstärkste Team stellte wieder mit 113 Läufern die DJK St. Ingbert Fußball.

Wünschebrunnen und Warm-ups

In jedem Jahr sind es die kleinen Geschichten der Nächstenliebe und die kreativen Ideen, die diesen Lauf zur einmaligen Veranstaltung machen: Patricia Wiesmeier hatte am Vorabend noch schnell zehn Türkränze gebastelt, um sie alle in ihrem Bauchladen für den guten Zweck verkaufen zu können. Das Team HiOrg Server platzierte wieder eine Webkamera an der Bahn, sodass das Geschehen weltweit Tag und Nacht verfolgt werden konnte. Das Physio-Team von „Fitness Schurke Personal Training“ massierte die strapazierten Muskeln der Läufer gegen einen Spendenbetrag für den guten Zweck und coachte auch mit Warm-ups und Mobilitätsübungen. Die Kinderkirche St. Pirmin hatte einen „Wünschebrunnen“ aufgestellt. Wer dort Geld einwarf, durfte sich etwas wünschen.
Selbstlos waren wie immer auch die Bands, die ohne Gage das Publikum begeisterten: The Shorties, AJR Broject, Underfrog, Fine Tuning, der Shanty-Chor „Marinekameradschaft Prinz Eugen“ und Iragazzi deckten die gesamte Bandbreite von Pop- und Rockmusik, über italienischen Schlager bis hin zu Seemannsliedern ab – für jede Altersgruppe war etwas dabei.
Dieter Schmitt vom  Saarländischen Rundfunk führte professionell durchs Programm und ging für Interviews auch selbst auf die Bahn. So viele Läufer und zahlreiche Besucher mussten natürlich auch beköstigt werden. Das war logistisch sehr anspruchsvoll. Hier freute man sich nicht nur über die vielen Kuchen- und Salatspenden, sondern auch über die Popcorn-Maschine der Kreissparkasse Saarpfalz und den veganen Indian Bowl von WorldFoodTrip, deren Erlös auch in die Spendensumme einfließen wird.
Der Solilauf hat nun auch Nachahmer in Benin in Afrika gefunden. Der 10-Stundenlauf in Bassila, wo 2012 der Erlös hinging, soll die Menschen für Sport begeistern.
Infos und Kontakt: www.solilauf.org

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