Silbermöwe

Donnerstag, 08. November 2018

Alle zehn Minuten stirbt ein Kind

Im Jemen spitzt sich die Lage der Menschen immer mehr zu

In den Krankenhäusern – sofern sie nicht zerstört sind – finden die Menschen kaum Hilfe, weil es am Nötigsten fehlt. Foto: actionpress

Im Jemen stirbt laut Unicef alle zehn Minuten ein Kind an vermeidbaren Krankheiten. Aufgrund der Kämpfe und einer schweren Wirtschaftskrise sei etwa die ohnehin eher schwache Impfrate weiter gesunken, sagte der Unicef-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika, Geert Cappelaere, am 4. November auf einer Pressekonferenz in der jordanischen Hauptstadt Amman. In der Folge gibt es laut Cappelaere beispielsweise deutlich mehr Fälle von Masern und Diphtherie. Insgesamt sind von den rund 15 Millionen Kindern in dem ärmsten Land der Arabischen Halbinsel 80 Prozent auf humanitäre Hilfe angewiesen. Über 1,8 Millionen Mädchen und Jungen leiden den Angaben des UN-Kinderhilfswerks zufolge unter Hunger, davon 400 000 so schwer, dass sie vom Tode bedroht sind.

Die politische Lage im Jemen ist verfahren. Im Frühjahr 2015 griff eine von Saudi-Arabien angeführten Allianz in einen bereits laufenden bürgerkriegsähnlichen Konflikt ein, bei dem die aus dem Nordjemen stammenden Huthi-Rebellen eine wichtige Rolle spielen. Die Saudis werfen dem Iran vor, die Huthi zu unterstützen, und wollen mit ihrem Engagement auch ihre Vormachtstellung auf der Arabischen Halbinsel absichern. Hinzu kommen seit längerer Zeit massive Engpässe bei der Versorgung mit Trinkwasser und Grundnahrungsmitteln.

 Zwar gebe es Obst und Gemüse, aber viele Familien könnten sich das nicht mehr leisten. Trinkwasser müsse mit Pumpen an die Oberfläche geholt werden. Für die brauche es Öl, aber auch das werde immer teurer.

Über die Hälfte der Krankenhäuser und Gesundheitsstationen sind Unicef zufolge nicht mehr funktionsfähig, weil sie beschädigt wurden oder kein Personal mehr zur Verfügung steht. Besonders besorgt äußerte sich das UN-Kinderhilfswerk zur Lage in Hudeida. Die heftig umkämpfte Hafenstadt stelle für 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung eine zentrale Lebensader dar. Eine Seeblockade hat die Hilfslieferungen unterbrochen. Inzwischen seien 570 000 Menschen aus der Stadt geflohen und lebten in provisorischen Lagern.

Cappelaere rief die Staatengemeinschaft dazu auf, ausreichend Geld für die Versorgung der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Mit Blick auf die eventuell noch in diesem Monat in Schweden anstehenden Friedensverhandlungen rief Unicef dazu auf, rasch nach Wegen für eine Beendigung des Krieges zu suchen. Darüber hinaus gelte es, eine Regierung in dem Land zu unterstützen, die tatsächlich die Interessen der Bevölkerung vertrete, so Cappelaere. kna/pil

Hinweis: Spenden können unter dem Stichwort „Jemen“ auf das Konto der Aktion Silbermöwe überwiesen werden.

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