Silbermöwe

Mittwoch, 05. August 2020

Der Hunger kehrt zurück

Misereor klagt über Rückschläge durch Pandemie

Ein besorgter Pirmin Spiegel. Der Misereor-Chef warnt vor den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die armen Länder des Südens. (Foto: KNA)

Die Covid-19-Pandemie hat Europa seit Monaten im Griff. Doch während es hierzulande um das Abfedern der Folgen geht, sind die langfristigen Konsequenzen für den globalen Süden nicht absehbar. Hilfswerke wie Misereor schlagen Alarm.
Pirmin Spiegel ist besorgt. Der Hauptgeschäftsführer des katholischen Hilfswerks Misereor hat viel telefoniert in den vergangenen Wochen mit Partnern weltweit. Unter anderem in Lateinamerika, dem Kontinent, auf dem er viele Jahre als Entwicklungshelfer gearbeitet hat. Er kennt das Amazonasgebiet und die indigenen Gemeinschaften. Spiegel weiß auch, was in den vergangenen Jahren im globalen Süden erreicht wurde. Vieles scheint nun bedroht: Die Covid-19-Pandemie hat gravierende und nicht absehbare Folgen für ärmere Länder in Lateinamerika, Afrika und Asien. „Der Hunger kommt wieder“, mahnt Spiegel.
Weltweit haben dem aktuellen UN-Welternährungsbericht zufolge im vergangenen Jahr fast 690 Millionen Menschen gehungert – zehn Millionen mehr als 2018. Bis Ende 2020 könnten die Folgen des corona-bedingten Lockdowns mehr als 130 Millionen Menschen zusätzlich in chronischen Hunger treiben. Das Ziel der internationalen Gemeinschaft, den weltweiten Hunger bis 2030 zu beenden, sieht der Welternährungsbericht daher ernsthaft in Gefahr.
„Wir spüren bereits jetzt schmerzhafte Rückschläge durch die Pandemie“, sagt Spiegel. Das betrifft nicht nur wachsende Armut, Elend oder Hunger, sondern auch Einschränkungen der Bevölkerung und Missbrauch staatlicher Gewalt. „Besonders besorgt uns die Situation indigener Gemeinschaften, von denen einigen ein Genozid und ein Auslöschen drohen“, sagt Spiegel mit Blick auf Lateinamerika. Die Todeszahlen unter indigenen Völkern in Brasilien seien prozentual deutlich höher als in anderen Teilen des Landes.
Spiegel fordert eine umfassende Solidarität Deutschlands und Europas mit den instabilen Staaten. Ohne globale Kooperation werde die Krise nicht gelöst werden können.

Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag an:  kna

Anzeige

16. September 2020

„Kleine Dinge mit großer Liebe tun“

Hilferuf aus der indischen Diözese Guntur – Partnerschaftliche Verbindungen ins Bistum Speyer


09. September 2020

Pilgern für Hospiz

Im Rollstuhl unterwegs für eine gute Sache


Anzeige

Abo der Pilger

Bestellen Sie bequem online Ihre persönliche Ausgabe der Kirchenzeitung.

Anmeldung im Benutzerbereich

Passwort vergessen?
neu registrieren