Silbermöwe

Mittwoch, 18. September 2019

Friedensdienst in Ecuador

Amélie Brack aus Speyer will benachteiligte Kinder unterstützen

Amélie Brack aus Speyer arbeitet für ein Jahr an einer Schule in Guayaquil in Ecuador. Foto: Nowicki

Wenige Tage, nachdem Amélie Brack in Guayaquil, der größten Stadt Ecuadors, angekommen ist, kann sie hier am 18. September ihren 19. Geburtstag feiern. Die junge Frau aus Speyer leistet in einem Armenviertel der Millionenmetropole am Pazifik über die katholische Friedensbewegung Pax Christi im Bistum Speyer und „Weltwärts“ einen einjährigen Friedensdienst.
Einsatzort ist die Modellschule  „Generación Nuevo Milenio“ („Neues Jahrtausend“) in der Siedlung Bastión Popular. Die Schule in Trägerschaft einer Nichtregierungsorganisation existiert seit 2005 und hat rund 220 Schülerinnen und Schüler – darunter fast 50 Kinder mit besonderem Förderbedarf, von Lernbehinderungen über Verhaltensauffälligkeiten bis hin zu körperlichen und leichten geistigen Behinderungen. Das Bildungsangebot umfasst Vorschule, Primarstufe und Sekundarstufe I. Die Schule ist privat, erhält aber staatliche Zuschüsse und wird unter anderem vom Kindermissionswerk der Kinder in Aachen gefördert.
Amélie Brack wird in der Schule die Lehrerinnen unterstützen und auch eigene Angebote für die Kinder und Jugendliche machen. Hier werden sich ihre vielfältigen Erfahrungen aus der Jugendarbeit als hilfreich erweisen. Während ihrer Zeit auf dem Hans-Purrman-Gymnasium in Speyer engagierte sie sich in der Schülervertretung, war mehrere Jahre Betreuerin in der Walderholung und Co-Trainerin einer Jazztanzgruppe. Interessant und wichtig sei für sie auch die Zeit als Leiterin einer Messdienergruppe in St. Joseph gewesen, erzählte Amélie Brack vor ihrer Abreise dem „pilger“. Sechs Jahre habe sie auch die Bistumszeitung in ihrem Wohngebiet ausgetragen, ergänzt sie.
Oberstudienrätin Dr. Monika Bossung-Winkler – Religionslehrerin am Purrmann-Gymnasium und Vorsitzende der Speyerer Pax-Christi-Bewegung – hatte sie auf die Möglichkeit des Friedensdienstes in Ecuador aufmerksam gemacht. Seit 2009 entsendet Pax Christi mit Unterstützung von „Weltwärts“ Freiwillige nach Guayaquil. Bossung-Winkler selbst hatte hier als Entwicklungshelferin gearbeitet und verfügt über viele Kontakte in das Land, zur Bürgergesellschaft und zu vielen Kirchenvertretern.
Nachdem die Eltern die Friedensdienst-Idee „super“ fanden, war für Amélie die Entscheidung gefallen. Sie vertiefte ihre Spanischkenntnisse und absolvierte einen speziellen Einführungskurs zum Aufenthalt in Südamerika. „Ich freue mich extrem und bin sehr gespannt“, so sagte sie im Gespräch mit dem „pilger“. In Guayaquil wird sie in einer Gastfamilie leben und hofft, dass es in der Umgebung  Sportmöglichkeiten gibt. Ihre Laufschuhe hat sie jedenfalls eingepackt.
Auf die junge Speyerin warten sicher erfahrungs- und erlebnisrreiche Monate – in ihrer Schule und im Land. Ecuador vereinigt auf einer relativ kleinen Fläche einzigartige Vielfalt von Kulturen und Landschaften: tropischer Regenwald, Andengipfel, Obstplantagen, Strände – und die Galapagosinseln. Das ist für Amélie Brack aber nur ein schöner Nebenaspekt ihres Jahres im Friedensdienst. Im „pilger“-Gespräch sagte sie mit Nachdruck: „Ich will den Menschen begegnen und einen kleinen Beitrag leisten, dass die benachteiligten Kinder und Jugendlichen eine bessere Chance auf ein menschenwürdiges Leben haben.“

Weitere Informationen bei Pax Christi, Dr. Monika Bossung-Winkler, Uhlandstraße 37, 67459 Böhl-Iggelheim, Telefon 06324 780150. Das Projekt Friedensdienst der Pax-Christi-Bewegung kann auch mit Spenden unterstützt werden.

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