Silbermöwe

Donnerstag, 08. Februar 2018

Humanitäre Katastrophe

Monsun-Regenfälle bringen zusätzliche Bedrohung für Rohingya-Flüchtlinge

Die Menschen leben in erbärmlichen Hütten. Die Hälfte der Flüchtlinge sind Kinder, so schätzt Misereor. Der bevorstehende Monsun-Regen wird ihre Lage zusätzlich verschlimmern. Foto: actionpress

Vor erwarteten Monsun-Regenfällen hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) eine aus ihrer Sicht bessere Unterbringung der Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch gefordert. „Es ist eine Katastrophe mit Ansage, die den Rohingya droht. Die Wassermassen, die der Monsun bringt, werden viele ihrer Lager überfluten“, warnte GfbV-Direktor Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen.

Mehr als 100000 Flüchtlingen drohten „ernste Gefahren für Leib und Leben“, weil sie an Berghängen oder in häufig überschwemmten Tälern lebten. „Wenn sie nicht bald Hütten in sicheren Lagen bekommen, drohen viele zu Tode zu kommen“, erklärte Delius. Seit Ende August 2017 seien etwa 688000 Rohingya vor Übergriffen von Soldaten und Milizen aus Myanmar in das Nachbarland geflohen. Weitere rund 200000 bereits zuvor Geflohene lebten dort unter „zumeist katastrophalen“ humanitären Bedingungen.

Die Behausungen von Zehntausenden von Flüchtlingen seien in tiefen Tälern des Chittagong-Bergmassivs, die in der Monsunzeit oft überschwemmt würden. Rund 23000 Hütten stünden an steilen Berghängen, an denen immer wieder Schlammlawinen niedergingen.

„Die Unterkünfte der Rohingya müssen dringend an sichere Standorte verlegt werden, denn es ist unrealistisch, von einer baldigen Rückführung der Geflüchteten in ihr Heimatland auszugehen“, erklärte Delius. Auch die humanitäre, sanitäre und medizinische Versorgung werde während der Regenzeit schwierig, da nur wenige Zufahrtsstraßen zur Verfügung stehen würden.

„Jeder Notstand in den Camps droht gleich zur humanitären Katastrophe zu werden, weil so viele gesundheitlich schlecht versorgte Menschen auf so wenig Raum konzentriert sind“, betonte Delius. „Jede Krankheit in Teilen eines Großlagers kann sich schnell zu einer Epidemie ausweiten, für deren Bekämpfung die vorhandenen Helfer nicht ausreichend vorbereitet und ausgerüstet sind.“

Unter anderem das kirchliche Hilfswerk Misereor unterstützt die Menschen in dem riesigen Flüchtlingslager. „Die Lage vor Ort ist weiterhin dramatisch: Es fehlt an sauberem Trinkwasser, an trockenen und vor Kälte schützenden Unterkünften sowie medizinischer Versorgung“, berichtet Misereor, das mit seiner Partnerorganisation Caritas Bangladesch Hilfe organisiert. „Wir gehen davon aus, dass die Hälfte aller Flüchtlinge Kinder sind, die in besonderer Weise Hilfe benötigen durch spezielle Bildungs- und Freizeitangebote.“ Viele der Kinder seien zudem traumatisiert, so Misereor.

Aktuell steht neben der Versorgung und dem Überleben der Flüchtlinge in Bangladesch nun die Wintervorbereitung im Mittelpunkt. Aus diesem Grund hat Misereor zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt . Hiervon können Kleidung und Decken sowie Isoliermatten für den Boden beschafft werden. Auch ergänzende Lebensmittel wie Linsen und Speiseöl werden weiter verteilt. (red)

Spenden für die Miseror-Hilfe in Bangladesch können auf das Konto der Aktion Silbermöwe überwiesen werden. Stichwort: „Rohingya-Flüchtlinge“.

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