Silbermöwe

Mittwoch, 06. März 2019

Im Jemen: Hungersnot trotz Waffenruhe

Zwei Millionen Kinder leiden unter akuter Mangelernährung

Viele Kinder im Bürgerkriegsland Jemen sind unterernährt. Misereor unterstützt über den lokalen Partner „International Medical Corps“ (IMC) Krankenhäuser in der Region. Foto: actionpress

Der Jemen, das Land im Süden der Arabischen Halbinsel, ist dringend auf umfangreiche und schnelle Hilfe angewiesen. Doch der Bürgerkrieg und das Taktieren verschiedener Gruppen erschweren die Maßnahmen für die notleidene Bevölkerung und die Arbeit der Hilfsorganisationen.

Bis auf einige Scharmützel hält bislang die zum Jahreswechsel zwischen der Regierung und den Huthi-Rebellen geschlossene Waffenruhe im Jemen. Das weckt Hoffnung beim UN-Hilfswerk UNICEF, dass sich die Entspannung positiv vor allem auf die bedrohliche Lage der Kinder in der Republik auswirken wird. Noch ist davon allerdings kaum etwas zu spüren. Allein die rund 135 000 Kinder in der bis vor kurzem noch heftig umkämpften Hafenstadt Hodeida bräuchten „bedingungslos und langfristig“ Zugang zu humanitärer Hilfe, fordert UNICEF.
Es sei wichtig, so die UN-Kinderschutzorganisation, dass der Waffenstillstand im Jemen auch dazu führe, dass Minen geräumt und Schulen wieder geöffnet werden. Außerdem müssten Zentren für die Betreuung der vom vierjährigen Bürgerkrieg traumatisierten Kinder eingerichtet werden. Etwa die Hälfte der rund 31 Millionen Einwohner des Jemen sind 15 Jahre alt und jünger. Vor kurzem hatten die Vereinten Nationen angekündigt, dass die Kriegsparteien nach langem diplomatischen Tauziehen einem Abkommen zugestimmt hätten, in dem sie sich zum beiderseitigen Truppenabzug verpflichteten.


Seit 2010 sind in dem Konflikt mindestens 10 000 Menschen, darunter ungezählte Zivilisten, ums Leben gekommen. Alle zehn Minuten stirbt im Jemen laut UNICEF ein Kind an Mangelernährung oder vermeidbaren Krankheiten. Die meisten Kinder haben keinen Zugang zu Impfungen. Allein für zehn Millionen Menschen, darunter 7,4 Millionen Kinder und Jugendliche, befürchten die Vereinten Nationen eine Hungersnot, sollte keine schnelle und umfangreiche Hilfe erfolgen. Geld allein werde die Tragödie allerdings nicht beenden, ist die Welthungerhilfe in Bonn überzeugt. Nur eine politische Lösung des Konflikts könne das Leid der Bevölkerung dauerhaft beenden.


Für die setzt sich auch der deutsche Außenminister Heiko Maas ein, der im Februar an der UN-Geberkonferenz in Genf/Schweiz teilnahm. Er sagte zu, dass Deutschland seine Hilfe für die Menschen im Jemen fortsetzen und die UN-Maßnahmen mit 100 Millionen Euro unterstützen werde. Allerdings braucht die UNO dieses Jahr 3,7 Milliarden Euro für den Jemen. (kna)

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