Silbermöwe

Mittwoch, 15. Januar 2020

Kein Ende der Not absehbar

Misereor: Zehn Jahre nach der Katastrophe Haiti nicht vergessen

Die humanitäre Situation in Haiti hat sich auch zehn Jahre nach der Katastrophe nicht wirklich verbessert. (Foto: KNA)

Zehn Jahre nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti mit nach offiziellen staatlichen Angaben mehr als 300 000 Todesopfern gerät das Land trotz umfassender internationaler Hilfe in eine immer gravierendere humanitäre, ökonomische und politische Krise.
Misereor fordert die Bundesregierung und die EU dazu auf, dem Karibikstaat Haiti mehr Aufmerksamkeit zu schenken. „In Haiti wächst die Gefahr eines Bürgerkriegs“, warnt Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel. „Unsere Partner wundern sich über das Schweigen in Europa. Sie fragen sich, warum die Internationale Gemeinschaft den haitianischen Präsidenten Jovenel Moise weiterhin unterstützt – trotz zahlreicher von ihm zu verantwortender Menschenrechtsverletzungen und staatlicher Gewalt gegen Demonstranten mit Toten und Verletzten.“
Seit Monaten sei das wirtschaftliche und soziale Leben auf der Insel weitgehend gelähmt, so Spiegel. Schulen bleiben geschlossen, es gibt im ganzen Land, auch in der Hauptstadt, nur wenig Zugang zu sauberem Trinkwasser, der Müll wird nicht ausreichend entsorgt und die meisten Krankenhäuser sind völlig überfordert. Es fehlt an Treibstoff, viele Bäuerinnen und Bauern können ihre Produkte nicht mehr vermarkten.
Infos: www.misereor.de

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