Silbermöwe

Donnerstag, 16. Februar 2017

Mit einer Vision beginnt die Zukunft

Mitglieder der Speyerer Kundschafterreise sammeln Erfahrungen auf den Philippinen

Die Speyerer „Kundschafter“ mit Bischof Karl-Heinz Wiesemann besuchen eine Kleine Christliche Gemeinschaft. Foto: Tyko Dirksmeyer

Am 8. Februar starteten 14 Kundschafter aus dem Bistum Speyer Richtung Philippinen. Unter dem Motto „Lernen von der Weltkirche“ wollen sie in dem Inselstaat erkunden, wie die Seelsorge dort gestaltet wird, wie sich kleine christliche Gemeinschaften organisieren und welche Anregungen für die eigene Arbeit in den (saar)pfälzischen Gemeinden daraus gewonnen werden können. Die Kirche auf den Philippinen hat für die katholische Kirche weltweit ein Stück weit die Vorreiterrolle für Kleine christliche Gemeinschaften übernommen. Ein eigenes Pastoralinstitut – Bukal ng Tipan – berät die Diözesen des Inselstaaates und gibt Impulse beim Prozess der Gemeindebildung.

An der Spitze der Reisegruppe steht Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, der zusammen mit Pastoralreferent Dr. Andreas Braun von der diözesanen Arbeitsgruppe „Lokale Kirchenentwicklung“ die Reise leitet.
Das Pastoralinstitut Bukal ng Tipan, das Partner und Lernort für die Philippinenreisen der Gruppe aus dem Bistum Speyer ist, hat drei Seminar-Standorte. Die Speyerer Gruppe hält  sich vor allem auf den Visajas (etwa 700 Kilometer südlich von Manila) auf. Im folgenden Auszüge aus dem „Kundschafter-Blog“. (red)

10. Februar
Nach der aufregenden ersten äußeren Erkundung unserer Umgebung geht es mit anregender innerer Erkundung weiter. Ins Pastoralinstitut zurückgekehrt, startet unser spiritueller Weg, der aus drei Teilen besteht: Wir bewegen uns immer tiefer in die BECs (Basic Ecclesial Communities, Kleine Kirchliche Gemeinschaften). Am Anfang stehen ab dem Nachmittag anderthalb Tage Gruppen-Exerzitien, die uns inhaltlich in das Programm führen und unsere Gemeinschaft in der Gruppe stärken. Anschließend werden wir uns in einem Seminar-Teil mit Organisation, Strukturen und Verfahren von BECs auseinandersetzen, bevor wir uns in einer dritten Phase Kleine Christliche Gemeinschaften vor Ort anschauen und mit ihren Mitgliedern ins Gespräch kommen.

Im Zentrum der Exerzitien-Einheit steht das Wort Gottes. Die Perikope von der Brotvermehrung aus dem Johannes-Evangelium (Joh 6, 1–15) begleitet uns. Wir übertragen ausgewählte Verse in unser Leben. In der vertiefenden Auseinandersetzung wird nicht nur deutlich, wie und wer alles zur Menschenmenge um Jesus gehört, sondern fordert auch uns auf, uns zu Jesus zu positionieren.

Die Frage, die sich daraus ergibt, lautet: Wie wird aus einer bloßen Menschenmenge eine Gemeinschaft? Eine mögliche Antwort sind die Kleinen Christlichen Gemeinschaften: Grenzen überwinden und die Lücke zwischen Kirche und täglichem Leben schließen. Ein bewegender Nachmittag, den auch Sie, liebe Leserinnen und Leser,  nachempfinden können – Sie brauchen eine Bibel, und dann werden Sie erfahren: Sicherlich lesen Sie viele Bücher, aber nur die Bibel liest Sie.    Marina Hilzendegen

12. Februar
Dann beginnt die zweite Phase unseres Aufenthalts: In einem Seminar lernen wir mehr über Kirchenentwicklung. Am Anfang steht Grundlagenvermittlung zur Ortskirche auf den Philippinen.

Es geht um die Dynamik einer Entwicklung der örtlichen Gemeinden hin zu einer partizipativen Kirche. Fünf Poster stellen unterschiedliche Formen der Aufbau- und Ablauforganisation in den Kirchengemeinden dar: Über die traditionelle „versorgende Kirche“ und die „Kirche der Helfer/innen“ kommen wir zur „erwachenden Kirche“, deren Vor- und Nachteile in Kleingruppen herausgearbeitet werden. Größere Diskussionen werden dann um die „Kirche der Dienste“ geführt, und schließlich widmen wir uns dem Modell, das letztlich Gegenstand unserer Kundschafterreise ist: Der partizipativen Kirche mit Kleinen Christlichen Gemeinschaften. Die Idee einer „Gemeinschaft von Gemeinden“ kennen wir in Deutschland auch, demgegenüber hat die philippinische Bischofskonferenz 2017 zum Jahr der Gemeinde als „Gemeinschaft von Gemeinschaften“ (communion of communities) ausgerufen.

Der Arbeitstag klingt aus mit einer meditativen Einheit, in der noch einmal das zuvor Bedachte geistlich ins Gebet gebracht wird. Mit der täglichen Reflexion beschließen wir den Tag und stimmen uns auf morgen ein. (Roland Kuhn)

13. Februar
Heute morgen beginnt der Tag mit dem gemeinsamen Betrachten und Teilen der Heiligen Schrift. Dabei gehen wir einen Weg, der auf den Philippinen weit verbreitet ist: das mehrmalige Wiederholen eines Schrifttextes, stilles Verweilen und Austausch in Kleingruppen. Wir lernen die Schrift und auch uns untereinander immer besser kennen.

„Vision“ ist die Thematik des heutigen Tages. Father Mark berichtet von seinem persönlichen Glaubensweg und der Bedeutung, eine Vision zu haben im kirchlichen Erneuerungsprozess. Mit einer Vision beginnt die Zukunft, sagt er. Sie ist ein bewusstes Träumen von dem, was man zu erreichen hofft, ein inneres Bild eines zukünftigen Zustandes. Visionen geben Energie und lassen Prioritäten sinnvoll setzen. Er sagt, nichts wird die Menschen so sehr vereinen und begeistern wie eine geteilte Vision. Es liegt in der Verantwortung der Leiter, diese Vision zu wecken und zu verbreiten. (Bernhard Braun)

In einem Reise-Blog auf der Homepage des Bistums schildern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Erlebnisse, Erfahrungen, und Erkenntnissse.
www.bistum-speyer.de

 

 

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