Silbermöwe

Donnerstag, 24. Januar 2019

Superreiche reicher, Arme ärmer

Von sozialer Ungleichheit sind Frauen und Mädchen besonders betroffen

Geld kommt zu Geld. Oxfam sieht auch in Deutschland eine weiter auseinander gehende Schere zwischen Arm und Reich. Foto: actionpress

und Reich hat sich nach Berechnungen von Oxfam im vergangenen Jahr deutlich vergrößert. Während die Vermögen aller Milliardäre um zwölf Prozent gewachsen seien, habe die ärmere Hälfte der Menschheit Einbußen von elf Prozent hinnehmen müssen. Das geht aus dem diesjährigen, am 21. Januar veröffentlichten Bericht der Entwicklungsorganisation zur weltweiten sozialen Ungleichheit hervor.

Die Entwicklung entspreche einem Zuwachs von durchschnittlich 2,5 Milliarden US-Dollar am Tag auf seiten der 1 892 Superreichen und einem Minus von im Schnitt 500 Millionen US-Dollar pro Tag für zusammengenommen rund 3,8 Milliarden Menschen, hieß es.
Der Ökonom und Verteilungsforscher Andreas Peichl äußerte indes Zweifel an den Daten, insbesondere an der behaupteten Verarmung der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung. Dass die Vermögen der unteren Hälfte so zurückgegangen sein sollen, „entspricht nicht der makroökonomischen Realität“, sagte Peichl, der das Münchner Ifo-Zentrum für Makroökonomik leitet, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Vielmehr wachse die Weltwirtschaft, und die Armut sinke insgesamt auf der Welt deutlich.

Oxfam hingegen sieht auch in Deutschland eine weiter auseinander gehende Schere zwischen Arm und Reich. Die deutschen Milliardäre konnten ihr Vermögen dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr sogar um 20 Prozent steigern. Das reichste Prozent der Deutschen verfüge damit über ebenso viel Vermögen wie die 87 ärmeren Prozent. Im europäischen Vergleich zähle die Bundesrepublik zu den Industrienationen mit der größten Vermögensungleichheit, kritisierte die Organisation. Dem Bericht lagen Daten der Bank Credit Suisse und des US-Magazins „Forbes“ zugrunde, die zum Teil auch auf Schätzungen beruhen. An den exakten Zahlen, die Oxfam verbreitet, gibt es immer wieder Kritik. Die Tendenz wird aber in der Regel von vielen Seiten bestätigt.

Immer weniger Menschen auf der Welt könnten sich aus extremer Armut befreien, kritisierte die Entwicklungsorganisation. Im südlichen Afrika nehme extreme Armut sogar wieder zu. Dagegen könne eine gerechtere Verteilung helfen.
Von sozialer Ungleichheit sind laut Bericht vor allem Frauen und Mädchen betroffen. Männer besäßen im globalen Schnitt 50 Prozent mehr Vermögen als Frauen, zudem seien die Gehälter von Frauen um 23 Prozent niedriger als die von Männern. Der Wert der unbezahlten Pflege- und Sorgearbeit, die Frauen zum Beispiel in der Familie leisteten, gehe hingegen in die Billionen.
Deutschland und Europa müssten eine Vorreiterrolle spielen, um soziale Ungleichheit weltweit zurückzudrängen, verlangte der Kampagnenleiter von Oxfam Deutschland, Jörn Kalinski. Die Organisation fordert in ihrem Bericht unter anderem höhere Mindestlöhne genauso wie mehr Investitionen in öffentliche Bildung, in die Gesundheitsversorgung und in die soziale Sicherung. (kna)

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