Silbermöwe

Mittwoch, 13. November 2019

Unvergessen: Pfälzer Missionare in Togo

Brücke besteht weiter – Togofreunde besuchten Partnerschaftsprojekte

Die Pfälzer Gruppe zu Gast bei der Stiftung „Aimer la Vie“. Hier haben Arme und junge Menschen mit Behinderungen ein Zuhause gefunden. Foto: privat

Seit Jahren unterstützen viele Menschen aus Zweibrücken, Jockgrim und darüber hinaus finanziell und materiell verschiedene Projekte in Togo. Einen Überblick über die Verwendung der Spendengelder verschafften sich bei einer Begegnungsreise im Oktober Pfarrer Wolfgang Emanuel und Pastoralassistentin Nina Bender aus Zweibrücken gemeinsam mit Dr. Samuel Husunu, dem Vorsitzenden der Togofreunde Jockgrim, und Siegbert Kemmer, dem Ehrenvorsitzenden. Zur Reisegruppe gehörten auch Schriftführerin Mireille Mathey und Hansjörg Benez von den Togofreunden sowie Pfarrer Dr. Augustin Otchopko, dem aus Togo stammenden Mitbegründer der Fondation „Aimer la Vie“, und Nicole Klein (Dieblingen), die die Stiftung seit ihrer Gründung unterstützt. Dabei war auch Dr. Thomas Brachtendorf, der Past-Präsident des Rotary-Clubs Homburg-Zweibrücken, der seit zwei Jahren großzügig ein Projekt der Togofreunde Jockgrim unterstützt, bei dem Frauen zu Elektrikerinnen ausgebildet werden. Die Kontakte des Clubs zu den Togofreunden in Jockgrim hat Pfarrer Emanuel, selbst Rotarier, geknüpft; ihm ist die Togo-Hilfe ein Herzensanliegen.
Während des zehntägigen Aufenthaltes in Togo sammelte die pfälzische Delegation viele positive Eindrücke, erfuhr große Dankbarkeit der Menschen und wandelte auf den Spuren der Pfälzer Missionare Josef Kling, Günter Lendle und Anton Klug, die 1969 zur seelsorglichen Tätigkeit nach Togo entsandt wurden. Das Bistum Speyer pflegt seit dieser Zeit enge Beziehungen zu den togolesischen Bistümern und unterstützt zahlreiche Projekte. Von den drei Diözesanpriestern war der aus dem südwestpfälzischen Knopp stammende Pfarrer Klug am längsten in Togo, von 1969 bis 1983, und stattete dem Land bis zu seinem Tod 2011 zahlreiche Besuche ab. Bei seiner letzten Reise nach Togo begleitete ihn erstmalig Pfarrer Emanuel, der sich seit dieser Zeit für Pfarrer Klugs Lebenswerk, der Fondation „Aimer la Vie“ („Liebe das Leben“), einsetzt. Diese Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Evangelium des barmherzigen Samariters in die Tat umzusetzen, indem sie sich im Namen Jesu und in Erinnerung an Pfarrer Klug um die Ärmsten der Armen kümmert und ihnen ein Zuhause und eine „Familie“ schenkt. Besonders im Blick sind dabei behinderte Kinder.  Durch die Schaffung einer Lebensgemeinschaft in Hiehatro, einem Vorort von Atakpame, die durch Mitgefühl und Gemeinschaft mit schwachen und behinderten Menschen gekennzeichnet ist, fördert die Stiftung das Leben dieser Menschen.  
Bis heute ist Pfarrer Klug, den die Menschen „Mawu Lomi“ („Gott liebt uns!“) nannten, überall im Land bekannt. Seine segensreiche Arbeit in Togo hat den Grundstein für das vielfältige Engagement aus Jockgrim und Zweibrücken gelegt und die Delegation aus Mitgliedern und Freunden des Togovereins, der Rotarier und der Stiftung „Aimer la Vie“ geeint. Gemeinsam besuchten sie unter anderem das Haus für Behinderte von „Aimer la Vie“ in Hihéatro, das Waisenhaus von Schwester Victorine in Aného, das Ausbildungszentrum in Gbalave, die Gehörlosenschule in Kpalime, die Krankenstation der Mutter-Teresa-Schwestern in Kpalime, das Hörgeräteprojekt der Familie Iffland aus Stuttgart im Kreiskrankenhaus Kpalime, das Lepradorf Akata und mehrere katholische Grundschulen. Sowohl in Kpalime als auch in Lome fanden Treffen mit den örtlichen Rotary-Clubs statt, bei denen die freundschaftliche Begegnung und die Möglichkeit zukünftiger gemeinsamer Projekte im Mittelpunkt standen. Bei ihren Besuchen der verschiedenen Projekte konnte die Delegation dank der Unterstützung aus Deutschland Spendengelder übergeben und sich selbst davon überzeugen, dass das Geld bei den Menschen in Togo, die dringend auf Unterstützung angewiesen sind, ankommt.  
Aufgrund ihres großen Engagements wurde die Delegation auch vom Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Togo, Matthias Veltin, und seiner Gattin Regina, die aus Annweiler stammt, empfangen. Auch die Bischöfe Isaac Gaglo, Nicodème Barriga und Benoît Alowonou empfingen die pfälzische Delegation, um sich mit den Mitgliedern über Hilfsprojekte in ihren Diözesen zu unterhalten. Unvergesslich wird für alle die Gastfreundschaft im Haus der Steyler Missionare bei Pater Marian Schwark in Tove in der Nähe von Kpalime bleiben.
Nach zehn ereignisreichen, abenteuerlichen, unvergesslichen und von Gott gesegneten Tagen sind mittlerweile alle Reiseteilnehmer wieder wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt; sie sind noch immer von der Herzlichkeit der Menschen in Togo, von ihrem Glauben und ihrer Lebensfreude begeistert.

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20. November 2019

Thema Frieden im Mittelpunkt

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