Silbermöwe

Donnerstag, 14. September 2017

Von Menschen und Natur tief beeindruckt

Peter Sauter aus Speyer ist ein Freund Ruandas und oft in dem ostafrikanischen Land zu Gast

Peter Sauter mit Dr. Uta Düll. Die Ärztin ist mit ihrem Können und ganzem Herzen für die Menschen da. Foto: privat

Peter Sauter aus Speyer hat in Ruanda viele Projekte auf den Weg gebracht. Der pensionierte Gymnasiallehrer ist regelmäßig in dem ostafrikanischen Land. Hier berichtet er über seinen jüngsten Besuch (Teil 1).

Ich werde immer wieder gefragt, warum ich so oft nach Ruanda komme.  Ich antworte in der Regel: zwei Gründe: „Die Natur und die Menschen sind es.“ Es gibt immer wieder wunderschöne Landschaften: die großen Teefelder, die Bergregenwälder, aber auch die Hügel mit den vielen Anpflanzungen (Reis, Bananen, Gemüse, ...) und Häusern bzw. Hütten...

Aber eben auch die vielen Begegnungen mit den Menschen: manchmal eng zusammenlebend (Ruanda hat eine sehr hohe Bevölkerungsdichte), manchmal über die Hügel verstreut: immer aufmerksam zu den Mitmenschen schauend. Dem Fremden freundlich Grußworte zurufend, mit den Nachbarn und Freunden Neuigkeiten austauschend.

Ich will ein paar Beispiele meines Besuches in den letzten vier Wochen schildern: Ich fahre eine Woche in unsere Partnerschule, weit weg von der Hauptstadt Kigali, acht Stunden Busfahrt. Schon bei der Ankunft zeigen sie mir, wie sehr es geschätzt wird, dass ich die Mühe nicht scheue, bis zu ihnen in ihr kleines Dorf zu fahren. In den kommenden Tagen gibt es immer wieder Jugendliche, die mir Grüße ausrichten an die Bekannten in der Pfalz. Oder im Klassensaal, wenn der Unterricht ausfällt, weil ein Lehrer krank ist und ich zur Vertretung komme: Große dankbare und lernbegierige Augen schauen mich an und freuen sich, wenn ich ihnen helfen will, Geradengleichungen der Mathematik zu verstehen und auf praktische Beispiele zu übertragen... Und bitten mich, doch am nächsten Tag wieder zu kommen...

Ich wohne eine Woche im Pfarrhaus von Nkanka, bin wie selbstverständlich Teil der Tisch- und Gebetsgemeinschaft. Alle freuen sich jetzt schon auf Pfälzer Besuch im Oktober, erzählen strahlend, dass Weihbischof Otto schon hier war und mit ihnen gesungen hat. Und nehmen mich mit, an einem freien Nachmittag nach Mwezi und Mibilizi. Ich habe eine kleine Ziegenspende mitgebracht: zehn arme Familien, vom Abbé Théogene und seiner Caritasmitarbeiterin ausgewählt, bekommen je eine Ziege geschenkt. Die Dankbarkeit der Menschen berührt mich, herzlich sind die Umarmungen.

Dr. Uta Düll, deutsche Ärztin und hervorragende Chirurgin, Ordensfrau, lebt seit 1994 mit zwei Mitschwestern auf einem der Hügel. Wir kennen uns seit 2004. Ich besuche sie, so oft mir das in Ruanda möglich ist. Diesmal kann ich drei Tage bleiben. Am Sonntagnachmittag gehen wir ein wenig durch die Hügel spazieren. Wir reden im wörtlichen Sinn über Gott und die Welt und werden immer wieder unterbrochen von denen, die am Weg wohnen und sich bedanken für ihr heilendes Wirken.
Montags darf ich sie begleiten bei der Visite. Zehn  Betten stehen in einem großen Raum, immer bei dem Kranken noch ein Familienangehöriger, der sich um die Pflege kümmert ( Essen, Waschen etc.) – das ist in Ruanda und vielen anderen afrikanischen Ländern so üblich. Dankbar sind alle, dass die weiße Ärztin nicht in Europa geblieben ist, mit all seinen Annehmlichkeiten, sondern bei ihnen lebt und sich um ihre Krankheiten kümmert. (red)

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